Grundbegriffe der Soziologie: Kultur und Gesellschaft

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Konzepte der Kultur

  • Kultur:
    • Linton: Die Kultur einer Gesellschaft umfasst den Lebensstil ihrer Mitglieder sowie die Menge an Ideen und Gebräuchen, die gelernt, geteilt und von Generation zu Generation weitergegeben werden.
    • Taylor: Das komplexe Ganze, das Wissen, Glauben, Kunst, Moral, Recht, Sitte sowie alle Fähigkeiten und Gewohnheiten umfasst, die der Mensch als Mitglied einer Gesellschaft erwirbt.
  • Lebensstandard: Normen und Werte können inkonsistent oder widersprüchlich sein und erfordern unterschiedliche Verhaltensweisen in der gleichen Situation.
  • Werte: Prinzipien oder Kriterien zur Definition von Gut und Schlecht.
  • Regeln: Vorgaben, die das Verhalten leiten.
  • Akt: Eine rechtlich formalisierte Bestimmung, die ein Mandat zum Handeln oder Unterlassen darstellt.
  • Gebrauch: Standards mit schwächeren Sanktionen.
  • Sitte: Ein Standardtyp mit stärkerer Bestrafung.
  • Idee: Ortega weist darauf hin, dass man "Ideen hat". Ideen sind empirisch testbar (wahr oder falsch).
  • Glaube: Ortega sagt, dass "Überzeugungen sind". Glaube ist grundsätzlich nicht durch Fakten testbar.
  • Symbol: Eine Sache, die für etwas anderes steht (z. B. Sprache).

Sozialer und kultureller Wandel

  • Sozialer Wandel: Veränderung der sozialen Struktur oder einzelner sozialer Institutionen sowie deren Beziehungen zueinander.
  • Kultureller Wandel: Kulturelle Erneuerung, die Bereiche wie Werte, Normen und soziale Beziehungen beeinflussen kann.
  • Strukturelle Veränderungen: Veränderungen in Institutionen, Wirtschaft und politischem Leben.
  • Kulturelle Integration: Dominante Gruppen versuchen, ihre Sichtweisen als universell oder einzig gültig aufzuzwingen.
  • Ethnozentrismus: Die Tendenz, die eigene Kultur als einzig gültig zu betrachten und andere Kulturen abzuwerten.
  • Kultureller Relativismus: Akzeptanz und Integration verschiedener Kulturen auf Augenhöhe.
  • Subkultur: Gruppen innerhalb einer Gesellschaft, die Elemente der dominanten Kultur annehmen oder hinterfragen.
  • Gegenkultur: Kulturen verschiedener Schichten, die Alternativen zur dominanten Kultur bieten.

Sozialisation

  • Sozialisation: Prozess, in dem neue Mitglieder durch das Erlernen grundlegender Instrumente des Zusammenlebens in die Gesellschaft integriert werden.
  • Primäre Sozialisation: Findet in der Kindheit innerhalb der Familie statt; Internalisierung grundlegender Regeln.
  • Sekundäre Sozialisation: Einarbeitung des Individuums in grundlegende soziale Normen.
  • Primäre Agenten: Die Familie als Mittel der Sozialisation par excellence. Vermittlung partikularistischer Kriterien und affektiver Werte.
  • Sekundäre Agenten: Vermittlung universeller Kriterien (z. B. Schule, Freundeskreis, Medien, Arbeit).

Soziale Gruppen und Status

  • Soziale Gruppe: Menschen mit dauerhaften Beziehungen, stabilen Verhaltensmustern und gemeinsamen Werten.
  • Sozialer Status: Menge von Menschen mit gleicher gesellschaftlicher Stellung ohne notwendige Interaktion.
  • Hinzugefügte Statistik: Menschen, die ein soziales Attribut teilen, das sie in die gleiche Position einordnet.
  • Primäre Gruppe: Geringe Größe, affektive Interaktion, informell, von Angesicht zu Angesicht.
  • Sekundäre Gruppe: Größere Mitgliederzahl, formale und distanzierte Beziehungen.
  • Soziale Einrichtung: Menge von Normen und Verhaltenskodizes für Kernaktivitäten der Gesellschaft.
  • Zugeschriebener Status: Durch Geburt vererbte oder zugewiesene Positionen.
  • Erworbener Status: Während der Sozialisation und Interaktion erworbene Positionen.
  • Rolle: Mit partikularistischen Kriterien verbundene Erwartungen.

Soziale Schichtung und Mobilität

  • Soziale Schichtung: Prozess und Ergebnis der Spaltung der Gesellschaft in Schichten nach bestimmten Kriterien.
  • Soziale Schicht: Menschen mit gleichem Ansehen oder gleicher Macht.
  • Lifestyle: Alternativen für Verhalten und Interaktion in abgegrenzten Räumen.
  • Sklaverei: Ein Mensch wird als Eigentum eines anderen betrachtet.
  • Kaste: Geschlossenes System, Zugehörigkeit durch Geburt, hierarchisch organisiert.
  • Stände: Mittelalterliche Struktur (Adel, Klerus, Bauern), definiert durch Landbesitz und rechtliche Privilegien.
  • Soziale Klasse: Relativ offene Schichtung in modernen Gesellschaften ohne offizielle Gesetze über Privilegien.
  • Geschlecht: Soziale Unterschiede basierend auf dem Geschlecht.
  • Patriarchat: Herrschaftsmodell des Vaters über Mutter, Kinder und Frauen.
  • Soziale Mobilität: Bewegung zwischen sozialen Positionen.
  • Aufstiegschancen: Bewegung zwischen verschiedenen Schichten (nach oben oder unten).
  • Horizontale Mobilität: Bewegung innerhalb der gleichen Schicht.

Weitere soziologische Begriffe

  • Stereotype: Verzerrte und vereinfachte Sicht auf eine Gruppe.
  • Ethnische Gruppen: Minderheiten, charakterisiert durch kulturelle oder biologische Merkmale.
  • Community: Ethnische Gruppen verbunden durch Vertrautheit und Zugehörigkeit (mechanische Solidarität).
  • Firma: Organische Solidarität.
  • Soziale Kontrolle: Mechanismen, um Menschen zur Einhaltung von Normen zu bewegen.
  • Sozialer Zusammenhalt: Druck auf Individuen, etablierte Wege einzuhalten.
  • Abweichung: Non-Konformität zu akzeptierten Normen.

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