Grundbegriffe des Specialty Risk und Unfallprävention
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Grundbegriffe des Specialty Risk und Arbeitssicherheit
Grundbegriffe des Specialty Risk: Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Tätigkeit oder einem Zustand ein angegebener Verlust auftritt.
Hazard (Gefahr): Eine Bedingung oder Gewohnheit, bei der mit hinreichender Sicherheit erwartet werden kann, dass sie entweder die Ursache für einen körperlichen Schaden darstellt oder dazu beiträgt.
Incident (Vorfall): Ein unerwünschtes Ereignis, das einen Schaden verursacht oder die Effizienz des Betriebs beeinträchtigt.
Unfall: Ein Ereignis, das zu unerwünschten Ergebnissen wie physischen Schäden (Verletzungen oder Krankheiten) an einer Person oder zu Sachschäden führt.
Quasi-Unfall (Beinaheunfall): Ein unerwünschtes Ereignis, das unter etwas anderen Umständen zu einem körperlichen Schaden hätte führen können.
Betriebsstörung: Ein unerwünschtes Ereignis, das ohne körperliche Schäden an Personen oder Sachen die operativen Ergebnisse in Bezug auf Menge, Qualität und/oder Herstellungskosten verschlechtert.
Das GEMA-System: Die vier Subsysteme
Um ein besseres Verständnis der Ursachen ungewollter Unfälle zu erlangen, ist es hilfreich, das Unternehmen als ein System aus vier wichtigen Elementen oder Subsystemen zu betrachten. Diese vier Elemente müssen korrekt interagieren, da sie andernfalls Probleme mit Materialien verursachen und zu Unfällen führen können:
- PEOPLE (Menschen): Das Personal und die handelnden Personen im Betrieb.
- EQUIPMENT (Ausrüstung/Teams): Die eingesetzten Betriebsmittel und Werkzeuge.
- MATERIALS (Materialien): Die verarbeiteten Materialien und Rohstoffe.
- AMBIENTE (Umwelt): Die Umgebung, in der Menschen, Ausrüstung und Materialien agieren.
Definition und Folgen eines Unfalls
Ein Unfall wird definiert als ein Ereignis, welches körperliche Schäden (Verletzungen oder Krankheiten einer Person) oder Sachschäden verursacht. Er ist meist die Folge eines Kontakts mit einer Energiequelle, welche die Kapazitätsgrenze des Körpers oder der Struktur überschreitet. Die Verletzung ist dabei nur eine der möglichen Folgen; ein Unfall hat in der Regel eine ganze Reihe von Konsequenzen.
Unfallursachen und Multikausalität
Es gibt zwei Hauptursachen für Unfälle: Der Mensch und die Umwelt.
Gleichzeitigkeit der Ursachen (Multikausalität)
Bei einem Unfall ist es normal, dass nicht nur eine, sondern mehrere Ursachen gleichzeitig zusammenwirken.
Unsichere Handlungen und Bedingungen
- Unsichere Handlungen: Diese führen zu einem Unfall und werden definiert als jede Handlung (getane Dinge) oder Untätigkeit (nicht erledigte Dinge), die ein Risiko darstellt.
- Unsichere Bedingungen: Definiert als ein Zustand der Umwelt, der zu einem Unfall beitragen kann.
Analyse des Unfallgeschehens
- Source (Unfallquelle): Die Quelle des Ereignisses bzw. die Tätigkeit, welche die Person zum Zeitpunkt des Unfalls ausführte.
- Agent (Unfallverursacher): Das physische Element der Umwelt, das direkt an der Entstehung des Unfalls beteiligt ist (z. B. Materialien, Produktionsanlagen, Gebäude etc.).
- Art des Unfalls: Die Art und Weise des Kontakts zwischen der Person und dem Objekt in der Umwelt.
Risikoarten und Management-Methoden
- Reine Risiken (Risks pure): Hierbei kann man nie gewinnen; das Risiko führt ausschließlich zu Verlusten.
- Spekulative Risiken: Hierbei kann man gewinnen oder verlieren (finanzielles Risiko).
- Inhärentes Risiko: Das Risiko, das dem Stoff oder der Tätigkeit selbst innewohnt.
- Zugeordnetes Risiko (Technisches Risiko): Risiken, die als Ergebnis einer Kontrollmaßnahme dargestellt werden.
Methoden der Risikokontrolle
Zur Steuerung von Risiken (Rating und ID) werden folgende Ansätze genutzt:
- Beenden (Finish): Änderungen im Verfahren oder Austausch von Stoffen, um das Risiko zu eliminieren.
- Behandeln (Treat): Maßnahmen zur Verringerung des Risikos.
- Übertragen (Transfer): Eine dritte Partei für den Verlust bezahlen lassen (z. B. Versicherungen).
- Tolerieren (Tolerance): Akzeptanz des Restrisikos, beispielsweise durch Verwendung von PSA (persönliche Schutzausrüstung / EVP).