Grundlagen der Bewegungserziehung und Trainingslehre
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Die Bedeutung der Bewegung
Die Bewegung ist ein wesentliches Merkmal lebender Materie. Sie unterstreicht das Potenzial des Körpers und ermöglicht die Interaktion mit einer komplexen, flexiblen und funktionalen Umwelt. Bildungsprogramme im Bereich der nonverbalen Sprache umfassen Musik, Bild und die Bewegung des Körpers.
Förderung der individuellen Entwicklung
Die motorische Erziehung ist ein wesentlicher Teil der allgemeinen Bildung. Sie wird zur Leibeserziehung, wenn die Aktivitäten auf die harmonische Entfaltung der Persönlichkeit ausgerichtet sind. Die Persönlichkeit besteht aus vier miteinander verknüpften Bereichen:
- Morphologisch-funktionaler Bereich: Der Körper
- Kognitiv-intellektueller Bereich: Das Know-how
- Affektiver und sozialer Bereich: Emotionen und Interaktion
- Motorischer Bereich: Die Bewegung
Diese Aktivitäten fördern die biologische und psychologische Entwicklung, unterstützen akademische Lernprozesse sowie logisch-operative Fähigkeiten und verbessern die Sozialisation sowie das emotionale Engagement der Schüler.
Sportunterricht und Motorik
Sportunterricht ist eine Form der Erziehung durch Bewegung, die durch spezifische Ziele und Inhalte definiert ist. Er bezieht sich auf spontane Aktivitäten und die Befreiung des Körpers. Der Motor umfasst die Gesamtheit der Bewegungen des Bewegungsapparates unter Kontrolle der Sinnesorgane und des Nervensystems. Dies führt zu allgemeinem Wohlbefinden, verbessert die Ernährung des Gewebes und erhöht die Abwehrkräfte des Organismus.
Die Biomaschine Mensch
Das System Mensch wird oft als „Biomaschine“ (nach Fidelius) dargestellt. Es besteht aus:
- Bewegungssystem (Lokomotivsystem): Integriertes Muskel-Skelett-System.
- Nervensystem: Steuerung der willkürlichen Bewegungen.
- Versorgungssystem (Energiesystem): Atmung, Verdauung und Herz-Kreislauf-System.
Fitness und körperliche Verfassung
Fitness ist die objektive Bewertung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch spezifische Aktivitäten. Nach Clark ist der physische Zustand die Fähigkeit, tägliche Arbeit effizient zu verrichten, die Ermüdung zu verzögern und Verletzungen zu vermeiden.
Das Prinzip der Superkompensation
Körperliches Training ist ein wissenschaftlicher und pädagogischer Prozess. Ein Reiz führt zunächst zu einem Ungleichgewicht, worauf der Organismus mit einer „Überkompensation“ (Superkompensation) reagiert, um ein höheres Gleichgewichtsniveau zu erreichen.
Systeme der körperlichen Erziehung
Das kontinuierliche System
Die Belastung erfolgt ohne Erholungspausen. Varianten sind:
- Harmonisch: Gleichbleibende Intensität.
- Variabel: Wechselnde Intensität während der Belastung.
Das fraktionierte System
Die Arbeit wird durch Pausen unterbrochen. Varianten sind:
- Intervalltraining: Geplante unvollständige Erholung.
- Wiederholungsmethode: Nahezu vollständige Erholung (95–100 %).
Analytische Systeme und Zirkeltraining
Hierbei werden gezielt Muskelgruppen oder technische Ziele trainiert. Zirkeltraining (Circuits) kombiniert verschiedene Übungen zur Entwicklung physikalischer Eigenschaften. Das Total Training (nach Herbert) ist ein natürliches, dynamisches System, das alle Bewegungsarten integriert.
Belastungsfaktoren: Volumen und Intensität
Die physische Belastung ergibt sich aus:
- Volumen: Menge der Arbeit (Zeit, Distanz, Wiederholungen).
- Intensität: Qualität der Arbeit, gemessen am Verhältnis zur Maximalleistung oder über die Herzfrequenz.
Allgemeine Ausbildungskonzepte
Körperliche Aktivität ist ein Synonym für Bewegung und eine angeborene Fähigkeit. In einer sesshaften Gesellschaft ist sie entscheidend, um Atrophie vorzubeugen. Training zielt auf spezifische sportliche Leistungen oder den Erhalt der Gesundheit ab.
Fahreigenschaften und motorische Fähigkeiten
- Konditionelle Fähigkeiten: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Flexibilität (energetisch bedingt).
- Koordinative Fähigkeiten: Agilität, Präzision, Flüssigkeit (ZNS-gesteuert).
Regeneration und Müdigkeit
Die Erholung ist die Phase, in der sich der Körper regeneriert. Man unterscheidet zwischen passiver und aktiver Erholung. Müdigkeit ist ein vorübergehender Zustand reduzierter Leistungsfähigkeit, der der Superkompensation vorausgeht.
Biologische Gesetze und Trainingsprinzipien
- Selye-Gesetz (Allgemeines Anpassungssyndrom): Reaktion des Körpers auf Stressoren.
- Schultz-Arndt-Schwellenwertgesetz: Reize müssen eine bestimmte Schwelle überschreiten, um Anpassungen auszulösen.
- Prinzip der Progression: Schrittweise Erhöhung der Belastung.
- Prinzip der Kontinuität: Regelmäßiges Training für dauerhafte Erfolge.
Leistungsdiagnostik und Tests
Zur Bewertung der Fitness müssen Tests folgende Kriterien erfüllen:
- Validität: Misst der Test, was er messen soll?
- Objektivität: Unabhängigkeit vom Prüfer.
- Reliabilität: Zuverlässigkeit der Ergebnisse.
- Standardisierung: Vergleichbarkeit unter gleichen Bedingungen.
Beispiele: Cooper-Test (Ausdauer), Shuttle-Run (Leistung), Standweitsprung (Explosivkraft).
Sportarten am Beispiel Badminton
Badminton ist eine technisch anspruchsvolle Sportart. Wichtige Regeln:
- Netzhöhe: 1,55 m.
- Zählweise: Best-of-Three-Sätze. Sätze bis 15 (Herren) oder 11 (Damen), mit Verlängerungsoptionen.
- Techniken: Clear (Befreiungsschlag), Drop (Kurzball), Smash (Schmetterball), Drive (Flachschuss).
Rhythmische Erziehung und Ausdruck
Dies umfasst Aktivitäten wie Tanz, Ballett, Jazz-Dance und Aerobic. Der Körper dient hier als Ausdrucksmittel. Die Entwicklung reicht von prähistorischen Ritualen über das klassische Ballett bis hin zu modernen Formen wie dem Jazz-Tanz, der im 16. Jahrhundert seinen Ursprung fand.
Zusammenfassung der motorischen Qualitäten
Kraft: Fähigkeit, Widerstände zu überwinden (isometrisch, isotonisch, auxotonisch).
Ausdauer: Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung (aerob/anaerob).
Schnelligkeit: Reaktions- und Bewegungsgeschwindigkeit.
Flexibilität: Beweglichkeit der Gelenke und Dehnfähigkeit der Muskeln.