Grundlagen der Bodenkunde und Bodenbildung

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Was ist der Boden?

Der Boden ist die Schnittstelle zwischen Geosphäre, Biosphäre und Atmosphäre. Die wissenschaftliche Untersuchung des Bodens wird als Edaphologie bezeichnet.

Die drei Etappen der Bodenbildung

Etappe 1: Bildung des C-Horizonts

In dieser Phase findet die Verwitterung des Ausgangsgesteins statt:

  • Chemische und physikalische Verwitterung des Fundaments.
  • Entstehung des Mantels der Veränderung oder des C-Horizonts (mehr oder weniger verändert).

Etappe 2: Progressive Entwicklung des Lebens

Installation und Ausbildung des Lebenshorizonts:

  • Besiedlung durch Pioniere (Flechten, Moose).
  • Mikroorganismen sowie heterotrophe höhere Pflanzen und Tiere.
  • Beitrag zu organischen Substanzen im Boden (Humus).
  • Entstehung des A-Horizonts.

Etappe 3: Bildung des B-Horizonts

Aufgrund von Regenwasser entsteht eine Lösung von Salzen, die aus dem A-Horizont in tiefere Schichten gewaschen werden, was zur Bildung des B-Horizonts führt.

Physikalische und chemische Bodeneigenschaften

Physikalische Eigenschaften

  • Textur: Beschaffenheit in einem bestimmten Zeitraum.
  • Porosität: Verhältnis der Bodenporen zum Gesamtvolumen.
  • Farbe: Abhängig vom Anteil der verschiedenen Bodenkomponenten.

Chemische Eigenschaften

  • pH-Wert: Konzentration von H+-Ionen im Boden.
  • Nutzbare Reserve: Menge an Grundwasser, die von der Vegetation aufgenommen werden kann.
  • Ionenaustauschkapazität: Fähigkeit des Bodens, verschiedene Ionen durch Absorption zu halten.

Die drei Phasen der Bodenbeschaffenheit

Böden bestehen aus drei Phasen: der festen, der flüssigen und der gasförmigen Phase.

  • Feste Phase: Die stabilste Phase des Bodens und somit die repräsentativste und am besten untersuchte Komponente. Sie besteht aus Mineralien (90–99 %) und organischer Substanz (1–10 %).
    • Rohhumus: Organische Trümmer mit wenig oder keiner Zersetzung.
    • Humus: Produkt der vollständigen Zersetzung unter Beteiligung einer großen Zahl von Organismen.
  • Flüssige Phase: Besteht aus Bodenwasser und Bodenlösungen, die aus der Veränderung von Mineralien und organischen Stoffen resultieren.
  • Gasphase: Gase in den Bodenporen. Die zahlreichen Poren im Boden (bis zu 50 Vol.-%) können gefüllt sein mit:
    • Flüssigkeiten (Wasser mit gelösten Salzen).
    • Gasen (die atmosphärische Luft, angereichert mit CO2).

Ein guter Boden muss ausgewogen sein und alle diese Komponenten aufweisen.

Bodenschutz und Bodensanierung

Nachhaltige Landwirtschaft und Viehzucht erfordern:

  • Verwendung von organischen Düngemitteln.
  • Einhaltung von Brachezeiten (nachhaltige Bewirtschaftung).
  • Angemessene Lagerung.
  • Brandbekämpfung und rationale Nutzung der Wälder.
  • Schutz von Waldgebieten vor unkontrollierter Abholzung.
  • Maßnahmen zur Erosionsprävention, wie der Bau von Terrassen in Bergregionen.
  • Terrassen: Horizontale Flächen in steilem Gelände, geschaffen durch menschliche Arbeit, gestützt durch Wände oder Wälle, zur landwirtschaftlichen Nutzung.
  • Erschwerung von Erosionsprozessen.

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