Grundlagen der chemischen Bindungen und Reaktionen

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Chemische Bindungen und ihre Eigenschaften

Polarität

Wenn zwei Atome mit unterschiedlicher Elektronegativität eine Bindung eingehen, befinden sich die Elektronen in der Bindung näher am elektronegativeren Atom. Dadurch entsteht eine negative Ladungsdichte, während das andere Atom eine positive Ladungsdichte aufweist. In diesem Fall bildet sich ein Dipol, und die Bindung wird als polar oder heteropolar bezeichnet.

Metallische Bindung

Für die metallische Bindung existieren verschiedene Theorien. Die konsistenteste Theorie, welche die Eigenschaften dieser Stoffe (Härte, Festigkeit, Verformbarkeit etc.) am besten erklärt, besagt, dass die Bindung auf der starken Anziehung zwischen einer Elektronenwolke und den Atomkernen des Metalls beruht.

Wasserstoffbrückenbindung

Es handelt sich um eine Bindung zwischen dem Wasserstoffatom eines Wassermoleküls und einem freien Elektronenpaar eines Sauerstoffatoms eines benachbarten Moleküls. Diese Art der Bindung erklärt bestimmte spezifische Eigenschaften des Wassers.

Resonanz oder Mesomerie

Manche chemischen Verbindungen besitzen Eigenschaften, die nicht allein durch die Annahme einer einzigen Art der chemischen Bindung erklärt werden können. Es ist, als ob die Substanz eine Hybrid-Bindung besäße, die gleichzeitig in zwei verschiedenen Zuständen existiert, ohne jedoch in einem von ihnen spezifisch verankert zu sein.

Van-der-Waals-Kräfte

Zusätzlich zu den intramolekularen Kräften gibt es intermolekulare Kräfte, die Moleküle zusammenhalten. Diese haben ihren Ursprung in der elektrostatischen Anziehung zwischen dem Kern eines Atoms und den Elektronenwolken anderer Atome und umgekehrt. Diese Kohäsionskräfte treten sowohl zwischen Molekülen desselben Stoffes als auch zwischen Molekülen verschiedener Stoffe auf.

Chemische Reaktionen und Prozesse

Säure-Base-Reaktionen

  • Säure: Ein Stoff, der in wässriger Lösung H+-Ionen produziert.
  • Base: Eine Substanz, die in wässriger Lösung OH--Ionen produziert.

Indikatoren wie Phenolphthalein ermöglichen es uns festzustellen, ob eine Lösung sauren oder basischen Charakter hat. Eine Neutralisation ist die Reaktion zwischen einer Säure und einer Base in wässriger Lösung, bei der Salz und Wasser entstehen.

Oxidations-Reduktions-Reaktionen (Redox)

Oxidation: Die Abgabe von Elektronen durch ein chemisches Element (Erhöhung der Oxidationszahl).
Reduktion: Der Gewinn von Elektronen durch ein chemisches Element. Wenn zwei Stoffe reagieren, wobei einer oxidiert und der andere reduziert wird, nennt man diesen Prozess Redox-Reaktion (Oxidations-Reduktion).

Oxidationsmittel sind Substanzen, die andere oxidieren, während Reduktionsmittel jene Substanzen sind, die andere reduzieren.

Verbrennungsreaktionen

Die Verbrennung ist die chemische Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff. Dabei wird eine große Menge an Energie in Form von Wärme freigesetzt.

Reaktionsgeschwindigkeit

Die Reaktionsgeschwindigkeit ist die Variation der Konzentration der an einer chemischen Reaktion beteiligten Stoffe pro Zeiteinheit. Damit zwei Stoffe reagieren können, muss erstens eine Kollision zwischen den Molekülen stattfinden und zweitens dieser Stoß effektiv sein. Das bedeutet, die Moleküle müssen über genügend Energie verfügen, um bestehende Bindungen zu lösen und neue zu knüpfen.

Einflussfaktoren:

  • Konzentration der Reaktionspartner
  • Temperatur (T)
  • Druck (P) bei gasförmigen Stoffen
  • Katalysatoren
  • Oberfläche der festen Reagenzien

Vollständige und unvollständige Reaktionen

Eine Reaktion gilt als vollständig oder irreversibel, wenn sie endet, sobald einer der Reaktanten verbraucht ist.
Beispiel: S(s) + O2(g) → SO2(g)

Eine Reaktion ist unvollständig oder reversibel, wenn die gebildeten Produkte wieder miteinander reagieren können, um die ursprünglichen Ausgangsstoffe zu erzeugen.
Beispiel: H2(g) + I2(g) ↔ 2HI(g)

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