Grundlagen der christlichen Moral: Gewissen, Tugenden & Sünde

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Was sind Leidenschaften in der christlichen Moral?

Die Leidenschaften sind Gefühle, Emotionen oder Impulse der Sinnlichkeit, die ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Psychologie sind. Sie treiben uns dazu, zu handeln oder nicht zu handeln, unabhängig davon, ob das Wahrgenommene gut oder schlecht ist.

Die Schlüssel-Leidenschaften sind:

  • Liebe und Hass
  • Begierde und Furcht
  • Freude, Trauer und Wut

Die grundlegende Leidenschaft ist die Liebe, verursacht durch die Anziehungskraft auf das Gute (wirkliche oder scheinbare).

Definition: Was ist das Gewissen?

Das Gewissen ist tief in der Person verwurzelt. Es ist ein Urteil der Vernunft, das den Menschen zur gegebenen Zeit antreibt, Gutes zu tun und Böses zu meiden. Durch das Gewissen erkennt der Mensch die moralische Qualität einer Handlung (die er tun will oder bereits getan hat) und übernimmt die Verantwortung dafür. Wer auf das moralische Gewissen hört, kann die Stimme Gottes vernehmen.

Gewissensfreiheit: Grenzen und Folgen

Die Würde der menschlichen Person erfordert die Gerechtigkeit des sittlichen Bewusstseins, d. h., es muss im Einklang mit dem stehen, was nach der Vernunft und dem Gesetz Gottes recht und gut ist. Aufgrund dieser personalen Würde darf der Mensch nicht gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln.

Ebenso darf er nicht daran gehindert werden, seinem Gewissen gemäß zu handeln, insbesondere im religiösen Bereich, solange die Grenzen des Gemeinwohls gewahrt bleiben.

Die Goldene Regel: Der Goldstandard der Moral

Der sogenannte *Goldstandard* der christlichen Moral ist die Goldene Regel:

„Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen!“ (Mt 7, 12). Behandelt die anderen so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet.

Die vier Kardinaltugenden

Die wichtigsten menschlichen Tugenden werden Kardinaltugenden genannt. Sie gruppieren alle anderen Tugenden und bilden die Grundlage für ein tugendhaftes Leben. Sie sind:

  • Klugheit
  • Gerechtigkeit
  • Tapferkeit (oder Stärke)
  • Mäßigung

Was sind die theologischen Tugenden?

Die göttlichen (oder theologischen) Tugenden sind jene, die ihren Ursprung, ihr Motiv und ihren unmittelbaren Zweck in Gott selbst haben. Sie werden dem Menschen durch die heiligmachende Gnade eingeflößt und befähigen uns, heilig zu leben, in Beziehung zu Gott zu treten und das christliche moralische Handeln zu fördern, indem sie den menschlichen Tugenden Leben verleihen.

Sie sind die Garantie für die Gegenwart und das Wirken des Heiligen Geistes in den menschlichen Fähigkeiten. Die theologischen Tugenden sind:

  • Glaube
  • Hoffnung
  • Liebe (Nächstenliebe)

Sünde in der christlichen Moral: Definition

Die Sünde ist „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz“ (Augustinus). Sie ist eine Beleidigung Gottes, da sie der Liebe ungehorsam ist, anstatt auf sie zu reagieren. Sie verletzt die Natur des Menschen und die menschliche Solidarität. Christus offenbarte in seiner Passion den ganzen Ernst der Sünde und überwand sie durch seine Barmherzigkeit.

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