Grundlagen der Demokratie und Gewaltenteilung
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Die Gewaltenteilung der Französischen Revolution
Die durch die Französische Revolution entstandene Gewaltenteilung basiert auf dem Motto „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ (Liberté, Égalité, Fraternité). Sie dient dazu, die Staatsmacht zu beschränken und die Freiheit des Einzelnen zu sichern.
Die drei Staatsgewalten
- Legislative: Gesetzgebende Gewalt.
- Exekutive: Ausführende Gewalt (Regierung/Verwaltung).
- Judikative: Rechtsprechende Gewalt.
Die Grundprinzipien
- Freiheit: Das Recht des Einzelnen, eigene Entscheidungen zu treffen und das Leben ohne ungerechtfertigte staatliche Eingriffe zu gestalten. Dies umfasst Meinungs-, Religions- und Berufsfreiheit sowie den Schutz individueller Rechte.
- Gleichheit: Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich und haben gleiche Rechte und Pflichten. Dies beinhaltet den Schutz vor Diskriminierung und die Förderung sozialer Gerechtigkeit.
- Brüderlichkeit: Betont die Solidarität und das Zusammenwachsen innerhalb der Gesellschaft. Dies fördert das Gemeinschaftsgefühl und das kollektive Wohlergehen.
Wegbereiter des demokratischen Systems
John Locke (17. Jahrhundert)
Ein einflussreicher englischer Philosoph, bekannt für sein Eintreten für eine konstitutionelle Regierung und liberale Demokratie.
- Naturrecht: In seinen „Zwei Abhandlungen über die bürgerliche Regierung“ postuliert er, dass der Mensch natürliche Rechte wie Leben, Freiheit und Eigentum besitzt.
- Gesellschaftsvertrag: Individuen bilden eine Zivilgesellschaft und delegieren Rechte an die Regierung, um ihre natürlichen Rechte zu schützen.
Locke vertrat die Ansicht, dass die politische Macht beim Volk liegt und durch gewählte Vertreter ausgeübt wird, um Tyrannei zu vermeiden.
Thomas Hobbes (17. Jahrhundert)
Bedeutender englischer Philosoph, bekannt durch sein Werk „Leviathan“.
- Naturzustand: Ohne staatliche Ordnung ist das menschliche Leben „einsam, arm, hässlich, brutal und kurz“.
- Theorie des Gesellschaftsvertrags: Um Krieg und Chaos zu entkommen, schließen Menschen einen Vertrag, um eine Zivilgesellschaft zu gründen. Ein starker Staat ist erforderlich, um Frieden und Ordnung zu garantieren.
- Menschliche Natur: Da Menschen von Natur aus egoistisch sind, bedarf es einer souveränen Autorität, um gemeinsame Interessen zu verfolgen.
Hobbes erkennt an, dass der Souverän verpflichtet ist, die natürlichen Rechte der Bürger, wie Leben und Eigentum, zu schützen.
Montesquieu (18. Jahrhundert)
Französischer Philosoph und Hauptbegründer der modernen Gewaltenteilung.
- Gewaltenteilung: Die Aufteilung der Regierungsgewalt auf Legislative, Exekutive und Judikative verhindert Tyrannei.
- „Vom Geist der Gesetze“: Gesetze müssen an die Gewohnheiten und Merkmale einer Gesellschaft angepasst sein.
Er befürwortete eine konstitutionelle Monarchie mit einem System der Kontrolle und des Ausgleichs (Checks and Balances), was die Verfassungsstruktur vieler Länder, wie der USA und Frankreichs, maßgeblich beeinflusste.
Jean-Jacques Rousseau (18. Jahrhundert)
Schweizerisch-französischer Philosoph, der das Denken über direkte Demokratie und Volkssouveränität prägte.
- Gesellschaftsvertrag: Menschen geben individuelle Freiheiten auf, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen.
- Gemeinwille (Volonté générale): Der kollektive Wille des Volkes als Ganzes sollte die Grundlage der Regierung bilden.
- Volkssouveränität: Das Volk hat das Recht, sich selbst zu regieren und über sein Schicksal zu entscheiden.
Wichtige Begriffe
- Konstitutionelle Monarchie: Ein Regierungssystem, in dem die Macht zwischen einem Monarchen und Volksvertretern geteilt wird. Eine Verfassung legt die Befugnisse des Monarchen fest.
- Absolute Monarchie: Ein Regierungssystem, in dem der Monarch uneingeschränkte Macht besitzt und keine Regeln seine Handlungsmöglichkeiten begrenzen.