Grundlagen der Genetik: Mendelsche Regeln und Mutationen
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Grundbegriffe der Genetik
- Gen: Ein Gen ist die genetische Übertragungseinheit.
- Genotyp: Die Gesamtheit der Gene eines Individuums.
- Phänotyp: Die beobachtbaren Eigenschaften einer Person.
- Homozygot: Die zwei Allele eines Gens sind gleich.
- Heterozygot: Die zwei Allele eines Gens sind verschieden.
- Dominantes Allel: Das vorherrschende Allel.
- Rezessives Allel: Ein Allel, das sich nur manifestieren kann, wenn kein dominantes Allel vorhanden ist.
- Kodominanz: Wenn beide Allele die gleiche Kapazität zur Ausprägung haben.
Die Mendelschen Regeln
1. Mendelsche Regel: Uniformitätsregel
Homogenität von Hybriden der ersten Filialgeneration: Wenn zwei reinerbige Individuen gekreuzt werden, sind die Nachkommen sowohl im Genotyp als auch im Phänotyp gleich.
2. Mendelsche Regel: Spaltungsregel
Trennung der Merkmale in der zweiten Tochtergeneration: Wenn man zwei Individuen der ersten Filialgeneration (F1) untereinander kreuzt, erhält man in der zweiten Generation (F2) zwei Arten von Phänotypen.
3. Mendelsche Regel: Unabhängigkeitsregel
Unabhängigkeit der Merkmale: Wenn man zwei Individuen kreuzt, die sich in mehr als einem Merkmal unterscheiden, erfolgt die Übertragung jedes Merkmals unabhängig von den anderen.
Spezielle Vererbungsformen
- Multiple Allele: Es gibt mehr als zwei Allele für ein Merkmal.
- Letale Gene: Gene, die zum Tod des Individuums führen und das phänotypische sowie genotypische Verhältnis der Mendelschen Gesetze verändern.
- Quantitative Vererbung: Mehrere Genpaare (polygen), deren Effekte sich addieren.
Chromosomentheorie der Vererbung
- Die Gene liegen auf den Chromosomen. Ein bestimmtes Stück des DNA-Strangs, aus dem die Chromosomen bestehen, macht ein Gen aus.
- Jedes Gen befindet sich an einem bestimmten Ort (Locus). Die verschiedenen Gene sind linear entlang der Chromosomen angeordnet.
- Die zwei Allele, die ein Merkmal bestimmen, liegen auf zwei Chromosomen gleicher Größe und Aussehens, den sogenannten homologen Chromosomen.
Gekoppelte Gene
Alle Gene, die auf demselben Chromosom lokalisiert sind, sind miteinander verbunden und werden gemeinsam übertragen.
Chromosomenformen
- Metazentrisch: Die zwei Chromosomenarme sind gleich lang.
- Submetazentrisch: Die zwei Arme haben unterschiedliche Längen.
- Telozentrisch: Einer der Arme ist kaum sichtbar.
Chromosomale Geschlechtsbestimmung
Bei vielen Tieren gibt es unterschiedliche Chromosomen bei Männchen und Weibchen, die sogenannten Geschlechtschromosomen (Gonosomen). Chromosomen, die in beiden Geschlechtern gleich sind, nennt man Autosomen.
Systeme der Geschlechtsbestimmung
- System XX/XY: Das Weibchen hat zwei gleiche Geschlechtschromosomen (X). Das Männchen hat ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom.
- System ZZ/ZW: Individuen mit zwei gleichen Geschlechtschromosomen sind Männchen. Dieses System ist typisch für Vögel und Reptilien.
- System XX/X0: In diesem Fall gibt es nur X-Geschlechtschromosomen.
Geschlechtsgebundene Vererbung
Wenn ein Merkmal durch ein Gen auf dem X-Chromosom gesteuert wird, spricht man von X-chromosomaler Vererbung. Heterozygote Frauen sind Trägerinnen dieses Merkmals. Da Männer nur ein X-Allel besitzen, sind sie keine Träger, sondern prägen das Merkmal direkt aus.
Mutationen: Veränderungen des Erbguts
Mutationen sind Veränderungen des genetischen Materials.
Klassifizierung von Mutationen
- Nach betroffenen Zellen: Somatisch oder sexuell (Keimbahn).
- Nach Ursache: Spontan oder induziert.
- Nach Effekten: Positiv, neutral oder nachteilig.
- Nach Allel-Typ: Dominant oder rezessiv.
- Nach Umfang: Genmutationen (chemische Struktur), Chromosomenmutationen (Struktur der Chromosomen) und Genommutationen (Anzahl der Chromosomen).
Mutagene Agenzien
- Physikalische Mutagene: Strahlungen wie Röntgenstrahlen (X-rays) können Schäden am genetischen Material verursachen.
- Chemische Mutagene: Industrielle Farbstoffe, Pestizide oder Schadstoffe führen zu Veränderungen in den Genen.
- Biologische Mutagene: Einige Viren können die Häufigkeit von Genmutationen erhöhen.