Grundlagen der Histologie und Gewebelehre
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Einführung in die Histologie
Histologie: Die mikroskopische Untersuchung der biologischen Strukturen, die sowohl strukturell als auch funktionell miteinander in Zusammenhang stehen.
Cytoplasmamembran: Sie reguliert Wechselwirkungen zwischen den Zellen, stellt eine mechanische Barriere dar und bietet Transportwege für spezifische Moleküle.
Epithelgewebe
Epithelgewebe: Es handelt sich um eng verknüpfte Zellen, die fortlaufende Schichten bilden und den Körper auskleiden. Es gibt zwei Formen: Oberflächenepithel und Drüsenepithel.
Funktionen des Epithelgewebes
- Schutz
- Transport durch Zellen
- Sekretion und Absorption
- Selektive, semipermeable Kontrolle
Merkmale
Die Zellkomplexe sind durch Verbindungen verknüpft; es ist wenig extrazelluläre Matrix vorhanden. Das Gewebe ist avaskulär und wird durch die Basallamina ernährt.
Interzelluläre Verbindungen und Färbung
Interzelluläre Verbindungen:
- Occludens-Verbindungen (Tight Junctions): Verbindungen zwischen Zellen, die eine undurchdringliche Barriere bilden und den Durchgang von Substanzen verhindern.
- Adhäsionsverbindungen (Anchorage-Union): Form der Verbindung zwischen Zellen sowie mit der Basallamina.
- Gap Junctions: Ermöglichen den Durchgang von Ionen oder Molekülen zwischen den Zellen.
Hämatoxylin: Färbt Zellkerne violett (reagiert mit sauren Strukturen).
Eosin: Rosa Färbung des Zytoplasmas (reagiert mit basischen Strukturen).
Drüsen und Sekretionsformen
Drüsen: Werden von Epithelzellen gebildet, die die Oberfläche verlassen, in das Bindegewebe eindringen und um sich herum eine Basallamina entwickeln.
- Endokrine Drüsen: Geben ihre Produkte direkt in die Blut- oder Lymphgefäße ab.
- Exokrine Drüsen: Geben ihre Produkte an äußere oder innere Oberflächen ab.
Es gibt drei Formen der Sekretion:
- Holokrine Sekretion: Die Zelle zerfällt bei der Sekretion, um ihren Inhalt als Ausscheidungsprodukt freizusetzen.
- Merokrine Sekretion: Die Zelle bleibt bei ihrer Sekretion intakt.
- Apokrine Sekretion: Die Zelle gibt nur kleine Teile ihrer selbst als Produkte frei.
Spezialisierte Zellstrukturen
Mikrovilli (Microbellosidades): Fingerförmige zytoplasmatische Projektionen, die aus der freien Oberfläche der Zelle hervorgehen und der Absorption dienen.
Zilien (Cilia): Lange, haarähnliche Strukturen, die aus der apikalen Oberfläche der Zelle hervorgehen. Sie bestehen im Kern aus einem Axonem und dienen dem Transport von Stoffen.
Makrophagen: Dies sind Monozyten, die eine phagozytäre Funktion übernommen haben.
Bindegewebe
Das Bindegewebe unterteilt sich in das allgemeine Bindegewebe (lockeres, straffes/dichtes – regulär oder unregelmäßig –, retikuläres Bindegewebe und Fettgewebe) sowie spezialisiertes Bindegewebe (Knorpel, Knochen, Blut).
Funktionen des Bindegewebes
Es bietet strukturelle Unterstützung, dient als Medium für den Stoffaustausch, unterstützt die Abwehr und den Schutz des Körpers und dient als Fettdepot.
- Lockeres Bindegewebe (Lax): Dient als erste Barriere gegen Krankheitserreger; es liegt meist unter dem Epithelgewebe (z. B. in den Atemwegen und im Verdauungstrakt).
- Straffes Bindegewebe (Denso): Dieses Gewebe enthält mehr Fasern im Vergleich zu den Zellen; seine Funktion ist die Aufnahme von Zugkraft und Dehnung.
- Retikuläres Bindegewebe: Besteht aus Kollagen Typ III oder retikulären Fasern; es dient als Skelett und zur Bildung des Parenchyms.
Fettgewebe
Fettgewebe bietet Wärme und speichert Triglyzeride.
- Lipogenese: Bildung von Triglyzeriden.
- Lipolyse: Abbau oder Nutzung von Fett.
- Weißes Fettgewebe (univakuolär): Beim Menschen weit entwickelt; seine Funktion ist die Bereitstellung von Nährstoffen oder Energiereserven.
- Braunes Fettgewebe (multivakuolär): Vorhanden bei Neugeborenen (z. B. im Halsbereich); es ist avaskulär und dient der Wärmeproduktion.
Extrazelluläre Matrix und Makrophagen
Extrazelluläre Matrix: Besteht aus der Grundsubstanz und Fasern; sie widersteht Kompressionskräften und Dehnung.
Grundsubstanz: Ein gelartiges, amorphes Material bestehend aus Glykosaminoglykanen, Proteoglykanen und Glykoproteinen.
Makrophagen: Gehören zum mononukleären Phagozytensystem. Sie phagozytieren Fremdstoffe sowie alte oder beschädigte Zellen und tragen zum Beginn der Immunreaktion bei.
Nervengewebe
Die Zellen des Nervensystems werden in zwei Kategorien eingeteilt: Neuronen und Gliazellen.
Gliazellen: Ihre Funktion ist die physische und metabolische Unterstützung von Neuronen.
Schichten der Hirnrinde und Meningen
Die Aufgabe der Hirnrinde ist es, motorische Handlungen zu koordinieren. Zu den Zelltypen gehören Pyramidenzellen, Purkinje-Zellen und Granulazellen.
Meningen (Hirnhäute): Die drei Bindegewebsschichten des Gehirns und des Rückenmarks:
- Dura Mater: Dichte äußere Schicht der Meningen.
- Arachnoidea: Mittlere Schicht der Meningen mit dem Subarachnoidalraum (enthält Liquor/LCR).
- Pia Mater: Innerste, dünne und gefäßreiche Schicht.
Spezifische Gliazellen
- Oligodendrozyten: Myelinisieren Axone.
- Mikroglia: Besitzen eine phagozytäre Wirkung.
- Astrozyten: Unterstützer der Neuronen.