Grundlagen der IT-Systementwicklung und Prozessoptimierung

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1. Arten organisatorischer Veränderungen durch IT

Automation: Eine der ersten Anwendungen der Informationstechnologie, um Mitarbeiter bei der effizienteren Erledigung ihrer Arbeit zu unterstützen. Beispiele sind die Lohnbuchhaltung, der Zugriff auf Kundendaten oder Flugreservierungssysteme.

Verfahrensstrukturierung: Automatisierung deckt oft neue Engpässe auf und macht bestehende Strukturen umständlich. Dies führt zur Straffung von Abläufen in Standard Operating Procedures (SOPs).

Business Process Reengineering (BPR): Ein mächtiges Instrument, das Geschäftsprozesse analysiert und radikal vereinfacht. Es reorganisiert Workflows, um Verluste zu minimieren und papierintensive, repetitive Aufgaben zu eliminieren.

Paradigmenwechsel: Dies beinhaltet ein grundlegendes Überdenken des Geschäftsmodells und des Wesens der Organisation. Obwohl riskant, bieten Paradigmenwechsel und Reengineering bei Erfolg enorme Ertragssteigerungen.

2. Business Process Reengineering (BPR)

BPR zielt auf die radikale Neuausrichtung von Geschäftsprozessen vor der Implementierung von Informationssystemen ab. Der Prozess der Rationalisierung wird oft als Workflow-Management bezeichnet.

Wichtige Schritte für effektives BPR:

  • Strategische Analyse der wichtigsten Geschäftsprozesse.
  • Analyse von Schwachstellen (Prozesse mit den meisten Beschwerden).
  • Identifikation von Ein- und Ausgängen sowie Waren- und Informationsflüssen.
  • Analyse von Ressourcen, Prozesskosten, Zeitaufwand und Qualität.
  • Optimierung durch parallele Schritte, Informationsaustausch und Automatisierung.

Im Gegensatz zum BPR zielen Business Process Management (BPM) und Qualitätsverbesserung auf inkrementelle, kontinuierliche Verbesserungen ab.

3. Informationssysteme und TQM

Total Quality Management (TQM) und Six Sigma setzen auf kontinuierliche Verbesserung. Informationssysteme unterstützen diese Ziele durch Prozessvereinfachung, Verkürzung von Durchlaufzeiten und Benchmarking – dem Vergleich der eigenen Leistung mit strengen Standards.

4. Systemanalyse vs. Systemdesign

Die Systemanalyse definiert, was ein System leisten muss, um den Informationsbedarf zu decken. Das Systemdesign zeigt auf, wie das System diese Ziele technisch erreicht.

5. Definition von Informationsanforderungen

Dies umfasst die Ermittlung, welche Informationen wann, wo und wie benötigt werden. Eine fehlerhafte Bedarfsanalyse ist die Hauptursache für das Scheitern von IT-Projekten.

6. Testphasen der Systementwicklung

Gründliche Tests sind essenziell, um korrekte Ergebnisse sicherzustellen:

  • Unit Testing: Prüfung einzelner Programmmodule.
  • Systemtest: Prüfung des gesamten Systems im Betrieb.
  • Abnahmeprüfung: Zertifizierung der Einsatzbereitschaft in der Produktionsumgebung.

7. Phasen der Systementwicklung

  • Programmierung: Übersetzung des Designs in ausführbaren Code.
  • Umwandlung: Prozess der Ablösung des alten Systems durch das neue (z. B. parallel oder direkt).
  • Produktion: Überprüfung der Zielerreichung im laufenden Betrieb.
  • Wartung: Korrektur von Fehlern und Anpassung an neue Anforderungen.

8. Objektorientierte vs. strukturierte Methoden

Strukturierte Methoden trennen Daten und Prozesse logisch, was oft unnatürlich wirkt. Die objektorientierte Entwicklung vereint Daten und Prozesse in Objekten, was eine natürlichere Modellierung ermöglicht.

9. Traditioneller Systemlebenszyklus

Dies ist die älteste Methode mit einer formalen Aufteilung zwischen Spezialisten und Endbenutzern. Sie eignet sich für große, komplexe Systeme, ist jedoch oft teuer, langsam und unflexibel.

10. Prototyping

Prototyping dient der schnellen und wirtschaftlichen Erstellung eines experimentellen Modells zur Nutzerbewertung. Schritte: 1. Anforderungsanalyse, 2. Erstellung des Prototyps, 3. Nutzung, 4. Überprüfung und Verbesserung.

11. Anwendungs-Softwarepakete

Vorgefertigte Softwarelösungen für Standardaufgaben (z. B. Lohnbuchhaltung). Vorteile: Zeitersparnis. Nachteile: Weniger Kontrolle über das Systemdesign.

12. Endbenutzerentwicklung

Systeme werden direkt durch Anwender ohne IT-Spezialisten erstellt. Dies ist schneller, birgt jedoch organisatorische Risiken, die durch klare Standards und Managementkontrollen minimiert werden müssen.

13. Einsatz von Subunternehmern

Wenn interne Ressourcen fehlen oder spezialisiertes Know-how extern effizienter eingekauft werden kann, ist Outsourcing eine sinnvolle Option.

14. Rapid Application Development (RAD)

RAD beschreibt Methoden zur schnellen Erstellung funktionaler Systeme durch den Einsatz von Prototyping, objektorientierten Tools und Software der vierten Generation.

15. Komponentenbasierte Entwicklung und Web-Services

Durch die Kombination standardisierter Softwarekomponenten und Web-Services können Unternehmen ihre Systeme schneller und kostengünstiger aufbauen und die Zusammenarbeit mit Partnern verbessern.

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