Grundlagen und Kernelemente des Marxismus
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,19 KB
Die Entstehung des wissenschaftlichen Sozialismus
Die Entwicklung des wissenschaftlichen Sozialismus durch Karl Marx (1818–1883) erscheint stets untrennbar mit der von Friedrich Engels (1820–1895) verbunden. Ihre Zusammenarbeit war langjährig, und ein Großteil ihrer literarischen Produktion ist das Ergebnis dieser Kooperation, wobei Engels stets die Bedeutung von Karl Marx anerkannte, dessen theoretische Ansätze er als überlegen betrachtete.
Die Zusammenarbeit von Marx und Engels
Sie realisierten Kooperationen wie die Erarbeitung und Veröffentlichung des Kommunistischen Manifests (1848), bezogen auf die revolutionären Ereignisse von 1848. Dieses basiert auf dem Konzept, dass alle Gesellschaften Klassenkämpfe austragen, was sich aktuell im Konflikt zwischen dem Proletariat und der neuen Bourgeoisie zeigt. Engels unterstützte Marx zudem finanziell bei der Erstellung seines Hauptwerkes Das Kapital (1867), in dem er die Produktionsweise analysiert und seine ökonomische Theorie präsentiert.
Kernelemente der marxistischen Theorie
Das marxistische Denken umfasst eine Reihe von Kernelementen:
- Materialismus: Von Beginn an widersetzte sich Marx dem Idealismus. Bereits in seinen frühen Schriften setzte er sich mit den Junghegelianern auseinander, die er als Idealisten betrachtete. Er wandte sich auch gegen den utopischen Sozialismus, da dieser idealistisch sei und daran glaube, dass revolutionäre Vorschläge in der Praxis nie umgesetzt würden. Sein wissenschaftlicher Sozialismus argumentiert, dass alle sozialen Phänomene auf materielle Ursachen zurückzuführen sind und sich nur durch diese materiellen Motivationen erklären lassen.
- Dialektik: Sie ist seine Methode, die Welt zu verstehen, zu erklären und zu verändern sowie die Entwicklung historischer Ereignisse zu deuten. Die Dialektik ist eine Bewegung der Gegensätze, in der gegensätzliche Kräfte zum Aufbau von etwas Neuem führen.
- Der Lauf der Geschichte: Dieser wird durch die entschlossenen Zusammenstöße zwischen sozialen Gruppen bestimmt. Eine Klasse besteht aus Menschen mit ähnlichen Bedingungen und spielt eine besondere Rolle innerhalb des Produktionssystems.
- Diktatur des Proletariats: Marx verband den kapitalistischen Staat mit der Diktatur der Bourgeoisie. Daher sei ein Übergang zum kommunistischen Staat notwendig, der durch die Unterdrückung der sozialen Klassen mittels der Diktatur des Proletariats erreicht wird. Marx schlägt für diese Transformation das Prinzip vor: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“.
- Ökonomische Theorie und Mehrwert: Ein Teil dieser Theorie ist der Mehrwert. Der Wert und der Preis eines Produkts auf dem Markt basieren auf dem Energieaufwand der Arbeiter. Das Problem besteht darin, dass der Kapitalist diese Arbeitskraft nicht angemessen bezahlt, sondern sie ausbeutet und nur das Existenzminimum zahlt. Die Differenz zwischen dem Wert der geleisteten Arbeit und dem Lohn, den die Arbeiter erhalten, ist der Mehrwert.