Grundlagen der Kommunikationstheorie: Shannon, Berlo & Systemtheorie
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Theorie der Information (Shannon und Weaver)
Wir unterscheiden drei Ebenen der Kommunikation:
- 1. Technische Ebene: Beschreibt die Probleme bei der Übertragungstreue von Informationen.
- 2. Semantische Ebene: Bezieht sich auf die Bedeutung der Nachricht.
- 3. Pragmatische Ebene: Bezieht sich auf die Wirkung der Kommunikation.
Modell der Kommunikation (Shannon und Weaver)
- Informationsquelle: Erzeugt die Nachricht.
- Sender: Bereitet die Nachricht auf.
- Kanal: Übertragungsmedium (anfällig für Rauschen).
- Empfänger (Rezeptor): Wandelt das Signal zurück.
- Ziel (Destinatario): Der Empfänger der Nachricht.
Information wird hier als Freiheitsgrad definiert, um aus einer Menge möglicher Meldungen zu wählen. Der Begriff setzt Unsicherheit voraus: Es gibt mehrere Alternativen, aus denen gewählt werden muss. Zeichen (Buchstaben, Zahlen) werden genutzt, um diese Unsicherheit beim Empfänger zu reduzieren.
Ein Ziel dieser Theorie ist die Berechnung der Informationsmenge basierend auf der Wahrscheinlichkeit des Sendens einer Nachricht.
Redundanz (stochastische Prozesse): Sie spart Zeit bei der Entschlüsselung. Wenn ein Teil der Nachricht verloren geht, kann man sie durch Redundanz vervollständigen (Beispiel: ESF ST CMPLT).
Kommunikationsmodell nach Berlo
Nach Berlo ist das Ziel der Kommunikation, den Menschen zu einem effektiven Akteur zu machen, der die Beziehung zwischen Organismen und ihrer Umwelt verändern kann.
Fehler in der Kommunikation
- Fehlender Zweck: Kommunikation aus reiner Routine.
- Falsche Interpretation: Unerwartete Reaktionen des Empfängers (beabsichtigt vs. unbeabsichtigt).
Unvereinbarkeit von Quellen- und Empfängerzielen
- Konsumatorische Zwecke: Die Kommunikation dient nur dem Austausch der Botschaft selbst.
- Instrumentelle Zwecke: Die Antwort auf die Nachricht dient dazu, weitere Reaktionen zu erzeugen.
Prozessmodell der Kommunikation (Berlo)
- Quelle
- Encoder (kodiert Ideen)
- Botschaft
- Kanal
- Decoder
- Rezeptor
Fidelity (Treue): Das Ausmaß, in dem der Kommunikator den Empfänger beeinflussen konnte.
Interaktioneller Ansatz und Systemtheorie
Probleme der Kommunikation (Bateson)
Die Theorie der Doppelbindung (Double Bind) und die Familien-Interaktion basieren auf den Prinzipien der Kybernetik. Sie fokussieren sich auf die pragmatische Ebene und die verhaltensbezogenen Auswirkungen.
Allgemeine Systemtheorie (Bertalanffy)
Wichtige Konzepte: Feedback, Identität und Subsysteme.
Logik-Theorie (Russell und Whitehead)
Ein Lösungsansatz für Paradoxien in Systemen. Ein Paradoxon ist ein Widerspruch, der aus einer korrekten Ableitung resultiert.
Gruppentheorie (Watzlawick)
Dient als Analogie für Situationen, in denen trotz Änderungsversuchen der Zustand gleich bleibt. Wichtige Begriffe: Invarianz, Kombination, Identität und Inverses.