Grundlagen des Lernens: Definitionen, Arten und Störungen

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Was ist Lernen?

Lernen ist eine relativ dauerhafte Veränderung im Verhalten, die durch Erfahrung entsteht. Es umfasst den Erwerb von Kenntnissen oder Fähigkeiten durch Praxis, Forschung, Ausbildung oder Beobachtung. Lernen ist nicht nur mit dem Erwerb neuer Verhaltensweisen verbunden, sondern kann auch zu einer Abnahme oder dem Verlust von Verhaltensweisen führen.

Einflussfaktoren auf das Verhalten

  • Müdigkeit: Erzeugt nur kurzzeitige Verhaltensänderungen. Lernen erfordert stabilere Bedingungen.
  • Reifung: Bezieht sich auf Verhaltensweisen, die von der Entwicklung bestimmter Organisationsstrukturen und des Nervensystems abhängen.
  • Physiologischer Zustand: Der Körperzustand ist eine weitere Quelle vorübergehender Verhaltensänderungen.

Angeborene Verhaltensweisen

Sowohl Tiere als auch Menschen besitzen angeborene Verhaltensweisen, die ihre Anpassung an die Umwelt verbessern:

  • Reflexe: Eine angeborene, automatische und unwillkürliche Reaktion auf einen spezifischen Reiz (z. B. Speichelfluss, Kniesehnenreflex oder Schreckreaktion bei Geräuschen).
  • Feste Handlungsmuster: Komplexe Funktionen, die bei der Entstehung der Art angelegt wurden.
  • Habituation und Sensibilisierung: Habituation beschreibt die Gewöhnung an wiederholte Reize, während Sensibilisierung eine Zunahme der Reaktion auf Umweltereignisse darstellt.

Arten des Lernens

Soziales Lernen

Der Psychologe Albert Bandura vertrat die Ansicht, dass Lernen nicht nur durch direkte Erfahrung geschieht, sondern auch durch das Beobachten oder Imitieren anderer. Beobachtungslernen tritt auf, wenn das Verhalten eines Modells beobachtet wird.

Kognitives Lernen

Befürworter des kognitiven Lernens betonen, dass Wissen durch die Interpretation neuer Informationen auf Basis bereits vorhandenen Wissens konstruiert wird. Ein bekannter Vertreter ist David Ausubel.

Lernstörungen

Lernstörungen beeinflussen, wie ein Mensch Informationen versteht, speichert und darauf reagiert. Oft bleiben sie bis zum Schulalter unbemerkt.

  • Asperger-Syndrom: Eine Störung, die Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation verursacht. Betroffene haben oft eine normale oder überdurchschnittliche Intelligenz, zeigen jedoch Defizite beim Erkennen nonverbaler Hinweise, was ihr Sozialverhalten oft „eigenartig“ wirken lässt.
  • Legasthenie: Eine Lesestörung, die das korrekte Verständnis von Texten erschwert. Sie wird als Diskrepanz zwischen Lernpotenzial und Leistungsniveau definiert, ohne dass sensorische oder körperliche Beeinträchtigungen vorliegen. Erbliche Faktoren spielen hierbei eine Rolle.
  • Autismus: Eine Entwicklungsstörung, die die soziale Gegenseitigkeit, Kommunikation, Phantasie und emotionale Planung betrifft. Symptome sind soziale Isolation und Stereotypien. Angst und Depression treten häufig bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus auf. Bisher gibt es keine Behandlung, die Autismus vollständig heilt.

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