Grundlagen der Lexikologie: Semantik, Wortstruktur und Klassifikation

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Grundlagen der Lexikologie und Semantik

Die Lexikologie sieht ihren wissenschaftlichen Gegenstand im Inventar lexikalischer Zeichen, im Aufbau des Wortschatzes und im Regelsystem, das Wortgebrauch und Verstehen bestimmt.

Definition und Schlüsselbegriff der Semantik

Die Semantik wird als die Wissenschaft definiert, die sich mit den Bedeutungen von sprachlichen Ausdrücken beschäftigt. Der Schlüsselbegriff aller Semantiktheorien ist somit die Bedeutung.

Die Satzsemantik

Die Satzsemantik beschäftigt sich mit der Frage, wie wir Sätze verstehen, d. h., wie wir aus den einzelnen Wortbedeutungen und ihren Relationen im Satz die Satzbedeutung erfassen. Die Semantik beschreibt auch, weshalb wir in der Lage sind, Sätze auf ihren Sinngehalt bzw. ihre semantische Akzeptabilität hin beurteilen zu können.

Beispiel zur semantischen Akzeptabilität

  • Der Mensch bellt. (Semantisch inakzeptabel)

Sprache als Zeichensystem und Kommunikationselemente

Die Sprache ist ein System von Zeichen, die Ideen ausdrücken und insofern mit der Schrift, dem Fingeralphabet, symbolischen Riten, Höflichkeitsformen, militärischen Signalen usw. vergleichbar ist.

Unterschiedliche Elemente der Kommunikation

  • Symbol: Basiert auf sozialen Konventionen ohne Ähnlichkeit zwischen dem Gesagten und dem Gezeigten. (Bsp.: Kreuz, Davidsterne)
  • Anzeichen (Indicium): Zeigt einen Bezug auf das Denotat. Es besteht keine physische Ähnlichkeit, aber eine Beziehung dazu. (Bsp.: Tränen als Anzeichen von Traurigkeit)
  • Signal: Besteht eine Ähnlichkeit zwischen Denotat und Denotatum. (Bsp.: Piktogramme)

Klassifikation der Worttypen

Vollwörter (Autosemantika)
Wörter mit begrifflicher, physischer Bedeutung (Substantive, Adjektive, Verben etc.).
Funktionswörter (Synsemantika)
Elemente mit grammatischer Bedeutung (Präpositionen, Artikel, Hilfsverben, Pronomina etc.).

Sonderfall: Präpositionen

Bei Präpositionen besteht Uneinigkeit darüber, ob sie Vollwörter sind, da sie eine begriffliche Bedeutung haben. Einige Linguisten sehen sie daher in einer Übergangsphase (z. B. auf, hinter).

Varietäten und Wandel der Wortbedeutung

Wortbedeutungen weisen soziale, diatopische und lokale Varietäten auf. Sie besitzen auch historische Eigenschaften, die im Laufe der Zeit zu einem Bedeutungswandel führen können.

Das Wort aus linguistischer Perspektive

Das phonetisch-phonologische Wort

Wörter können in Laute und Akzente zerlegt werden. Dies führt manchmal zu verschiedenen Lautformen und somit zu verschiedenen Bedeutungen.

Das graphische Wort

Beim graphischen Wort ist die Schreibweise entscheidend. Die Groß- und Kleinschreibung ist in der deutschen Sprache oft problematisch und führt zu orthografischen Fehlern.

Differenzierung des graphischen Wortes

Ein weiteres Problem sind die Pausen/Lücken, durch die Wörter erkannt oder differenziert werden. Zwei wichtige Eigenschaften zur Differenzierung sind:

  • Steigerungsmöglichkeit: (z. B. Tango tanzen)
  • Erweiterungsmöglichkeit: (z. B. Schlafwandeln)

Das morphologische Wort (Morpheme)

Beim morphologischen Wort stehen die Morpheme (kleine Einheiten) im Fokus. Morphologische Wörter lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen:

  1. Nach Morphemstruktur:
    • Wurzelwörter (Simplicia/kein Morphem): Wörter, die nur aus einem Wort bestehen und nicht dekomponiert werden können (z. B. Stuhl, Haus).
    • Wortbildungswörter (mit Morphem): Wörter, die andere Morpheme tragen und durch Komposition oder Derivation hergestellt werden (z. B. Lehr-er).
  2. Nach Flexions- und Konjugationsfähigkeit:
    • Substantive
    • Verben
    • Pronomen
    • Adjektive

Das syntaktische Wort

Das syntaktische Wort ist jede grammatische Ausprägung eines Wortes. Hierbei werden zwei Arten von Grammatik unterschieden:

  1. Valenzgrammatik (Dependenzgrammatik): Das Verb steht im Zentrum.
  2. Konstituentengrammatik: Jedes Wort, das Kopf eines Syntagmas sein kann, ist ein syntaktisches Wort (außer Hilfsverben etc.). Dies stimmt mit der Definition der Vollwörter überein.

Das semantische Wort

Beim semantischen Wort ist die Bedeutung (Inhalt) wichtig. Die Bedeutung definiert die Eigenheit eines Wortes.

Beispiele für semantische Eigenschaften

  • Grün: [Farbbezeichnung]
  • Tisch: [Gegenstand]

Weitere Klassifizierung der Wörter

  1. Eigennamen vs. Gattungsnamen
  2. Deiktika: Wörter, die auf andere Wörter oder Kontexte verweisen (z. B. dort, da).
  3. Funktionswörter (Synsemantika): Wörter ohne eigene lexikalische Bedeutung.
  4. Rektion (Transitivität): Beschreibt die Fähigkeit eines Verbs, Kasus zu fordern. (Bsp.: Ich habe einen Hund / Ich bin stolz auf dich)
  5. Idiome und Phraseologismen: Ausdrücke, die eine metaphorische Gesamtbedeutung besitzen.

Merkmale des prototypischen Wortes

  • Seine Isolierbarkeit in Rede und Schrift
  • Sein selbstständiger Bedeutungscharakter
  • Seine Morphemstruktur
  • Seine Fähigkeit, Phrasemkopf zu sein
  • Sein kommunikativer Charakter

Onomatopoetika (Lautmalerei)

Onomatopoetika sind nicht bilateral und arbiträr, da sie eine direkte Relation zwischen Formativ und Bedeutung aufweisen. Sie bilden eine Nachahmung der Wirklichkeit.

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