Grundlagen der Linguistik: Sprechakte, Kompetenz und Phonetik

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Die Stärke der Sprache und ihre Verbreitung

Die Stärke der Sprache liegt in ihrer universellen kulturellen Bedeutung, die durch ihre Geschichte und Literatur geprägt ist. Sie ist offizielle Sprache in 21 Ländern und zeichnet sich durch eine kompakte Verbreitung und eine stetig wachsende Bevölkerung von Sprechern aus.

Pragmatik und die Theorie der Sprechakte

Die Theorie der Sprechakte untersucht, wie Sprache zur Kommunikation genutzt wird. Die Rolle der Rezipienten/Interpreten ist es, die Nachricht zu entschlüsseln und zu interpretieren. Die pragmatische Auslegung ist das Studium der Sprache im Gebrauch (language in use).

Komponenten der Kommunikativen Kompetenz

Die kommunikative Kompetenz setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen:

  1. Fähigkeit zu kommunizieren.
  2. Linguistische Kompetenz.
  3. Pragmatische Kompetenz.
  4. Weltwissen (Kompetenz der Welt).

Sprachkenntnisse: Beziehen sich auf das Wissen über den Code (die Regeln), ob dieser angewendet wird oder nicht, sowie über andere Codes.

Pragmatische Kompetenz und Interpretation

Die pragmatische Kompetenz erfasst den Unterschied zwischen dem, was wörtlich gesagt wird, und dem, was tatsächlich kommuniziert wird. Die Interpretation basiert auf dem Kenntnisstand des Dolmetschers/Interpreten über die Welt. Man kann mehr kommunizieren und interpretieren, als nur das, was wörtlich gesagt wird, basierend auf dem Vorwissen. Der Sender muss den Kenntnisstand des Empfängers berücksichtigen, da sonst Missverständnisse entstehen können (oftmals drei Hauptursachen).

Spracherwerb vs. Sprachlernen

Spracherwerb findet in einem bestimmten Alter statt (Mädchen ca. 7, Jungen ca. 10). Nach diesem Erwerbszeitraum spricht man von Sprachlernen.

Linguistische Analyseebenen und Theoretiker

Die Analyse der Sprache umfasst verschiedene Ebenen: Phonetik/Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und die Untersuchung der Intonation. Die pragmatische Kompetenz ist entscheidend, um die Sprache anderer vollständig zu verstehen.

Schlüsseltheoretiker der Pragmatik

  • Austin: Begründer der pragmatischen Bedeutungstheorie (Titel seines Werks: „How to Do Things with Words?“ – Wie man mit Worten Dinge tut).
  • Searle: Baut auf Austins Theorie der Sprechakte auf und verlagert die Analyseebene hin zur Pragmatik.
  • Grice: Theorie der Kommunikation, basierend auf vier Maximen: kurz, aufrichtig, informativ und relevant.
  • Lakoff: Linguistiktheoretiker, bekannt für seine Arbeit über Denkmuster.

Die pragmatische Analyse betrachtet die Intention (Intonation, Kontext), die eine bestimmte Wirkung beim Interpreten hervorruft.

Das Prinzip der Doppelten Artikulation

Die menschliche Sprache zeichnet sich durch die doppelte Artikulation aus, die zwei Ebenen umfasst:

Erste Ebene: Phoneme

Die erste Ebene besteht aus Elementen ohne Bedeutung (Phoneme, ca. 25–30). Ein Phonem ist ein Klangelement ohne eigene Bedeutung. Diese Ebene ist finit (endlich).

Zweite Ebene: Wörter

Durch die Kombination der Phoneme entstehen Wörter (zweite Ebene), die Bedeutung tragen. Diese Ebene ist unendlich.

Die doppelte Artikulation beschreibt den Übergang von bedeutungslosen Phonemen zu bedeutungstragenden Wörtern. Die Sprache ist durch diese beiden Ebenen strukturiert.

Phonologie vs. Phonetik

  • Die Phonologie (Teil der Philologie) untersucht Phonemveränderungen, die zu Bedeutungsunterschieden führen.
  • Die Phonetik untersucht den physikalischen Teil des Klangs, wie die Frequenz der Phoneme.

Hörstörungen im Kontext der Phonetik

  • Presbyakusis: Altersschwerhörigkeit (Ermüdung des Ohrs).
  • Tinnitus: Wahrnehmung von Geräuschen, die objektiv nicht vorhanden sind.

Das Phonologische System

Vokale und Konsonanten

Vokale: Werden nach dem Öffnungsgrad des Mundes unterschieden (geschlossen, halbgeschlossen, offen).

Konsonanten: Werden nach dem Artikulationsort unterschieden, an dem die Luftströmung kontrolliert wird (z. B. Lippen, Zähne, Gaumen, Velum).

Artikulationsmodus und Stimmbänder

Der Artikulationsmodus beschreibt, wie die Barriere gebildet wird. Die Vibration der Stimmbänder (stimmhaft oder stimmlos) bestimmt, wie die Luft entweicht.

Probleme der Stimmbänder

Überbeanspruchung kann zu Entzündungen führen:

  • Knoten (Knötchen): Entstehen oft durch Überbeanspruchung, z. B. bei Erkältung.
  • Polypen: Größere Wucherungen, die verhindern, dass die Stimmbänder vollständig schließen. Dies führt zu Heiserkeit und einer rauen Stimme, da der Rand der Stimmbänder verhärtet.

Suprasegmentale Merkmale

Zu den suprasegmentalen Merkmalen gehören Tonhöhe und Akzent.

Akzent (Betonung)

Der Akzent ist die Intensität, mit der eine Vokalsilbe hervorgehoben wird (tonisch/atonisch).

Intonation

Die Intonation ist der Melodieverlauf, der zur Konsolidierung und zur Änderung der Bedeutung je nach Kontext dient:

  • Fallend: Schließt Aussagesätze und Ausrufe ab.
  • Steigend: Kennzeichnet den ersten Teil von Aussagesätzen oder den Abschluss von Fragen.
  • Schwebend (Suspension): Wird bei Imperativsätzen, Aufforderungen oder untergeordneten Satzteilen verwendet.

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