Grundlagen der Metaphysik: Platon und Descartes erklärt

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Platons Dualismus: Ideenwelt vs. Sinneswelt

Platon vertrat einen Dualismus. Alles, was wir in der Natur berühren und fühlen können, fließt. Alles, was zur Welt der Sinne gehört, besteht aus einem Material, das sich mit der Zeit zersetzt. Gleichzeitig ist alles nach einer ewigen und unveränderlichen Form gemacht. Für Platon sind dies abstrakte Modelle, nach deren Bild alles geformt ist. Diese Formen nannte Platon Ideen. Er glaubte, dass es eine Realität hinter der Welt der Sinne gibt, die er die Welt der Ideen nannte. Sicheres Wissen können wir nur über das erlangen, was wir mit der Vernunft erkennen. Platon war ein Dualist: Für ihn ist der Körper das Gefängnis der Seele. Die Welt der Ideen kann nicht mit den Sinnen erkannt werden. Die Sinne sind an den Körper gebunden, aber wir haben eine unsterbliche Seele, die der Sitz der Vernunft ist. Deshalb kann die Seele die Welt der Ideen erkennen. Alle Erscheinungen in der Natur sind für Platon nur Schatten oder Kopien der ewigen Ideen.

Descartes' Dualismus: Geist und Materie

Descartes war sehr besorgt über die Möglichkeit menschlichen Wissens und führte eine neue Methode ein, den sogenannten "methodischen Zweifel". Dieser Zweifel gilt für alles, außer für die persönliche Überzeugung, dass ich denke. Auf dieser Grundlage analysiert er die Beziehung zwischen dem denkenden Geist und der Welt um ihn herum. Er geht von zwei verschiedenen Arten von Realitäten aus: res extensa (alles Materielle) und res cogitans (das Immaterielle).

  • Zur ersten Gruppe gehört der Körper, der denselben mechanischen Gesetzen wie das Universum unterliegt und somit eine Maschine ist.
  • Zur zweiten Gruppe gehört die Seele, aber auch Gefühle und der Wille.

Er vertritt eine dualistische Vision: Seele und Körper sind unabhängige Realitäten, die durch die Zirbeldrüse im Gehirn verbunden sind. Descartes unterscheidet zwischen drei Substanzen: der unendlichen Substanz (Gott), der denkenden Substanz (Seele) und der ausgedehnten Substanz (Materie). Als Rationalist geht er davon aus, dass wahre und unveränderliche Prinzipien existieren, die er angeborene Ideen nennt.

Einführung in die Metaphysik

Schon vor Aristoteles stellten die ersten Denker die Frage nach dem Sein. Dies ist die erste und wichtigste Aufgabe der Metaphysik.

Etymologischer Ursprung

Der Begriff stammt von Andronikus von Rhodos (1. Jahrhundert v. Chr.), der die Werke des Aristoteles ordnete. Er beließ eine Gruppe von Schriften, die keinen direkten Bezug zur Physik hatten, ohne Titel. Daher der Name: „meta ta physika“ (was nach der Physik kommt). Die Metaphysik hat verschiedene Bedeutungen:

  • Erste Philosophie: Die Lehre von den allgemeinsten Strukturen des Seins.
  • Theologie: Das Studium einer höheren und transzendenten Wirklichkeit.
  • Ontologie: Die Lehre vom Seienden als solchem.

Die Metaphysik ist ein radikal offenes Wissen über die vermeintliche Realität und das Denken.

Grundbegriffe der Metaphysik

  • Wesen vs. Erscheinung:
    • Wesen (Essenz): Das, was sich an den Dingen nicht ändert und sie zu dem macht, was sie sind. Es bildet die wahre Wirklichkeit.
    • Erscheinung: Die sinnlich wahrnehmbaren und veränderlichen Qualitäten einer Sache.
  • Permanenz vs. Veränderung: Die Griechen neigten dazu, das Wahre mit dem Beständigen gleichzusetzen. Was wir als Veränderung erfahren, wäre demnach nicht wirklich real. Das Permanente ist jedoch nicht statisch.
  • Substanz vs. Akzidenz:
    • Substanz: Das, was ein Ding an sich ist und für sich selbst existiert. Für Aristoteles drückt die Substanz die grundlegende Struktur und Wirklichkeit aus.
    • Akzidenz: Eigenschaften, die erworben oder verloren werden können, während die Substanz identisch bleibt. Aristoteles unterscheidet zwischen akzidenteller Veränderung (Änderung einer Eigenschaft) und substanzieller Veränderung (Änderung des Wesens).
  • Potenz vs. Akt:
    • Potenz (Möglichkeit): Das, was etwas sein kann.
    • Akt (Wirklichkeit): Das, was etwas in einem bestimmten Moment tatsächlich ist.

Spirituelle Metaphysik

Sie erklärt die Erkenntnis und die Grundlage der Wirklichkeit aus dem Denken. Das Denken ist das Einzige, das in der Lage ist, die Wahrheit zu erkennen.

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