Grundlagen der Motorik: Spiel, Koordination und Bewegung

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Das Spiel als pädagogisches Werkzeug

Das Spiel ist keine rein menschliche Tätigkeit, sondern findet sich bei allen höheren Tierarten. Es ist eine freiwillige und kostenlose Betätigung, die Körper und Geist einbezieht.

Ziele des Spiels

  • Physiologische Ziele: Biologische Aktivität zur Energiefreisetzung, Förderung der nervlichen Reifung und Unterstützung des somatischen Wachstums.
  • Psychische Ziele: Eine befreiende, selbstlose und angenehme Aktivität als Ausgleich zu den Anforderungen des Alltags.

Im Bildungsbereich (Kindergarten und Grundschule) ist das Spiel das wichtigste pädagogische Werkzeug. Es dient als natürliche Aktivität und motivierende Lernumgebung, die kognitive, motorische, affektive und soziale Aspekte fördert.

Koordination: Konzept und Klassifikation

Koordination ist ein komplexer, multifaktorieller Prozess, der alle Wahrnehmungs- und Motorikfaktoren integriert. Nach Jean Le Boulch unterscheidet man:

  • Allgemeine dynamische Koordination: Beherrschung des gesamten Körpers und Anpassung an die Umgebung.
  • Spezifische dynamische Koordination: Beziehung zwischen visueller Wahrnehmung und Körperteilen.

Fortbewegung: Konzepte und Klassifikationen

Fortbewegung ist die grundlegende Fähigkeit, den Körper von einem Punkt zum anderen im Raum zu bewegen. Man unterscheidet nach dem Grad der Beteiligung:

  • Aktive Fortbewegung: Das Individuum ist selbst verantwortlich (z. B. Gehen, Laufen, Springen, Klettern).
  • Passive Fortbewegung: Die Fortbewegung erfolgt ohne eigene aktive Veränderung der Position (z. B. Transport, Gleiten).

Gleichgewicht und koordinative Fähigkeiten

Das Gleichgewicht ist die Fähigkeit, einen stabilen Zustand zu halten, indem der Schwerpunkt über der Unterstützungsfläche kontrolliert wird. Man unterscheidet zwischen statischem und dynamischem Gleichgewicht.

Koordinative Fähigkeiten

Die Koordination erfordert das Zusammenspiel von zentralem Nervensystem und Bewegungsapparat. Wichtige Formen sind die allgemeine, intermuskuläre und intramuskuläre Koordination.

Grundlegende motorische Muster

Diese Muster entwickeln sich in den ersten fünf Lebensjahren und sind eng mit der neuromuskulären Reifung verknüpft. Sie zeichnen sich durch Universalität (gemeinsame Merkmale bei allen Menschen) und Phylogenese (evolutionäre Entwicklung) aus.

Wichtige Bewegungsformen

  • Gehen: Fortbewegung ohne Flugphase.
  • Laufen: Abfolge von Stützphasen der unteren Extremitäten.
  • Vieren: Fortbewegung mit mehr als zwei Stützpunkten.
  • Kriechen: Fortbewegung mit vollständigem oder teilweisem Kontakt des Rumpfes zur Oberfläche.

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