Grundlagen der Palpation und Muskelkraftprüfung
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Kurzfragen zur Palpation und Muskelprüfung
1. Ziele der Palpation nach Philip Greenman
Die Ziele der Palpation nach Philip Greenman sind:
- Erkennung einer normalen oder abnormalen Gewebebeschaffenheit.
- Prüfung der Symmetrie von Strukturen.
- Erkennung und Beurteilung von Veränderungen der Bewegungsqualität.
- Erfassung der Position von Strukturen im Raum.
- Erkennung und Bewertung von Veränderungen.
2. Definition der taktilen Diskriminierung und Bereiche mit hoher Kapazität
Die taktile Diskriminierung (Zwei-Punkt-Diskrimination) ist der minimale Abstand zwischen zwei wahrnehmbaren taktilen Reizen.
Die Bereiche des Körpers mit der größten Diskriminationsfähigkeit (hohe Kapazität: 1–3 mm) sind die Zunge, die Lippen und die Fingerspitzen.
3. Arten von Rezeptoren und erfasste Stimuli
- Mechanorezeptoren: Erfassen mechanische Verformung.
- Propriozeptoren: Geben die Position des Körpers an.
- Nozizeptoren: Reagieren auf schmerzhafte Reize.
- Thermorezeptoren: Erfassen Temperaturschwankungen.
4. Die Daniels Skala zur Muskelkraftprüfung
Die Daniels Skala umfasst sechs Grade (0–5) zur Beurteilung der Muskelkraft:
- Grad 0: Keine Muskelkontraktion.
- Grad 1: Kontraktion ist spürbar, aber es erfolgt keine Bewegung.
- Grad 2: Volle Bewegungsamplitude in schwerkraftminimierter Position (horizontal).
- Grad 3: Hält die Position gegen die Schwerkraft, ohne manuellen Druck.
- Grad 4: Hält die Position gegen die Schwerkraft und gegen mäßigen manuellen Druck.
- Grad 5: Hält die Position gegen die Schwerkraft und gegen starken manuellen Druck.
5. Der Halteversuch (Break Test)
Der Halteversuch wird nach der vollständigen aktiven oder passiven Bewegungsausführung des Gelenks angewendet. Er besteht aus der Anwendung eines manuellen Widerstands, wobei der Patient versucht, die Position zu halten, während der Therapeut versucht, die Haltung zu „brechen“ (isometrische Kontraktion).
Dieser Test wird verwendet, um festzustellen, ob der Patient Grad 4 oder Grad 5 auf der Daniels Skala erreicht.
6. Test des aktiven Widerstands (Konzentrischer Test)
Der Patient führt eine aktive Bewegung gegen die Schwerkraft aus, während der Therapeut von Beginn der Bewegung an einen standardisierten und progressiven manuellen Widerstand anwendet, bis die Bewegung durch die Kontraktion zum Stillstand kommt (konzentrische isotonische Kontraktion).
Dieser Test dient ebenfalls zur Beurteilung, ob der Patient Grad 4 oder Grad 5 auf der Daniels Skala erreicht.
7. Aktive Funktionseinschränkung
Eine aktive Funktionseinschränkung liegt vor, wenn der Agonist (der ausführende Muskel) ein Problem aufweist (z. B. Dysfunktion oder Schwäche) und dadurch die Bewegung limitiert wird.
8. Passive Funktionseinschränkung
Eine passive Funktionseinschränkung liegt vor, wenn der Antagonist (der die Bewegung regulierende Muskel) verkürzt ist und dadurch die Bewegung limitiert wird.