Grundlagen der Semiotik, Morpheme und Verbalperiphrasen

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Das Linguistische Zeichen und seine Komponenten

Ein Zeichen ist eine materielle Einheit, die einem anderen Element der Realität entspricht. Wir können dabei unterscheiden zwischen:

  • Bedeutung (Signifikat): Das Konzept oder die Vorstellung, auf die wir uns beziehen.
  • Ausdruck (Signifikant): Die physische Realität (z. B. Lautbild oder Schrift), die wir verwenden, um das Konzept darzustellen.
  • Referent (Bezugsobjekt): Die konkrete Wirklichkeit, auf die sich das Zeichen bezieht.

Zeichentypen und ihre Referenzbeziehung

Hinsichtlich der Beziehung zum Referenten unterscheiden wir:

  • Ikonen (Ähnlichkeitszeichen): Zeichen, die eine Ähnlichkeitsbeziehung zu ihrem Referenten aufweisen. (Beispiel: Weltkarte)
  • Indizes (Anzeichen): Zeichen, die eine physische oder kausale Beziehung zu ihrem Referenten haben. (Beispiel: Ursache-Wirkung)
  • Symbole (Willkürliche Zeichen): Zeichen, deren Beziehung zum Referenten willkürlich ist, da sie eine Realität darstellen, ohne ihr ähnlich zu sein. (Beispiel: Logos von politischen Parteien)

UNIT 2: Struktur des Wortes

Das Morphem

Das Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache.

Typen von Morphemen (Moneme)

Morpheme tragen nicht alle die gleiche Art von Bedeutung. Man unterscheidet zwei Haupttypen:

  • Lexeme (Wortstamm): Tragen die grundlegende, lexikalische Bedeutung.
  • Grammatische Morpheme: Ergänzen und erweitern die Bedeutung der Lexeme.

Grammatische Morpheme werden weiter unterteilt:

  • Flexionsmorpheme: Sie bringen grammatische Begriffe wie Genus, Numerus, Person, Zeit etc. zum Ausdruck. (Beispiel: Konjugationsmorphem = Null (O)).
  • Derivationsmorpheme: Sie verändern die Bedeutung des Lexems.
    • Wenn sie vorangestellt werden, heißen sie Präfixe.
    • Wenn sie nachgestellt werden, heißen sie Suffixe.

TOP 3: Die Verbale Umschreibung (Verbalperiphrase)

Der Sprecher drückt Nuancen wie Verpflichtung, Möglichkeit, Zweifel etc. aus. Dazu greift er auf Verbalkombinationen zurück.

Diese bestehen aus einem Hilfsverb, das seine ursprüngliche Bedeutung ganz oder teilweise verloren hat, gefolgt von einem Infinitiv, einem Gerundium oder einem Partizip, welche die Grundbedeutung der Umschreibung liefern.

1. Modalperiphrasen

Diese Umschreibungen verwenden den Infinitiv und drücken aus:

Verpflichtung

Der Sprecher betont die Notwendigkeit oder Verpflichtung der Handlung.

  • Haben + zu + Infinitiv (Beispiel: Wir haben dies zu prüfen)
  • Müssen + Infinitiv (Beispiel: Sie müssen vorsichtiger sein)
  • Sollen + Infinitiv

Möglichkeit oder Zweifel

Der Sprecher hat keine oder nur vermeintliche Sicherheit (Vermutung).

  • Sollen/Müssen + Infinitiv (Vermutung)
  • Kommen + zu + Infinitiv (Beispiel: Diese Schuhe kommen zu 100 Euro kosten)
  • Können + Infinitiv (Beispiel: Es kann heute regnen)
  • Wollen + Infinitiv

2. Aspektuelle Periphrasen

Inchoativ (Beginn der Handlung)

Betont den Moment, in dem die Handlung beginnt.

  • Sich legen + zu + Infinitiv (Beispiel: Er legte sich zu rennen)
  • Anfangen + zu + Infinitiv (Beispiel: Er fing an zu singen)
  • Sich stellen + zu + Infinitiv
  • Ausbrechen + zu + Infinitiv

Prospektiv (Unmittelbarer Beginn)

Die Aktion wird in Kürze beginnen.

  • Gehen + zu + Infinitiv (Beispiel: Es geht zur Sintflut)
  • Passieren + zu + Infinitiv
  • Im Begriff sein + zu + Infinitiv (Beispiel: Ich war im Begriff zu gehen)

Durativ (Andauernde Handlung)

Die Handlung befindet sich in einem laufenden Entwicklungsprozess.

  • Sein + Partizip I/Gerundium (Beispiel: Er ist Kleidung sammelnd)
  • Weiterhin + Gerundium (Beispiel: Es regnet weiterhin)
  • Gehen + Gerundium

Resultativ (Abgeschlossene Handlung/Ergebnis)

Die Aktion ist beendet oder das Ergebnis einer vorherigen Aktion.

  • Sein + Partizip II (Beispiel: Die Entscheidung ist getroffen)
  • Bringen + Partizip II
  • Lassen + Partizip II (Beispiel: Ich habe gesagt, was ich gewollt hätte)
  • Haben + Partizip II

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