Grundlagen der Sozialforschung und Soziologie
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 5,38 KB
Die Umfrage in der Sozialforschung
Erhebungsarten und Daten
- Umfang der Erhebung: Umfragen können exhaustiv sein (beziehen sich auf die gesamte statistische Grundgesamtheit bzw. Population) oder als Teilerhebung durchgeführt werden.
- Art der Daten: Die gewonnenen Daten können direkt (die statistische Einheit ist das Forschungsobjekt) oder indirekt (quantitative Daten, die nicht direkt dem Ziel entsprechen) sein.
Klassifizierung nach Inhalt und Antworten
- Nach Inhalt: Man unterscheidet zwischen Meinungsumfragen (was Personen über eine Hypothese denken) und Tatsachenumfragen (Erhebung von Fakten).
- Nach Antwortformat: Fragen können geschlossen (mit vorgegebenen Antwortoptionen) oder offen sein.
Fragetypen nach Inhalt
- Faktenfragen: Ermittlung von Tatsachen.
- Handlungsfragen: Erfragen von Aktivitäten der Befragten.
- Wissensfragen: Überprüfung des Wissens der Befragten.
- Absichtsfragen: Erfragen von Intentionen der Befragten.
- Meinungsfragen: Erfragen von Meinungen und Einstellungen.
Funktionen von Fragen im Fragebogen
- Filterfragen: Dienen dazu, unzutreffende Folgefragen für bestimmte Befragte zu überspringen.
- Kontroll- oder Fangfragen: Überprüfen die Aufrichtigkeit der Antworten.
- Eisbrecher- oder Einführungsfragen: Dienen dem Einstieg in das Thema.
- Pufferfragen: Werden vor oder nach heiklen Themen platziert.
- Fragebatterien: Eine Reihe von zusammenhängenden Fragen.
- Trichterfragen: Beginnen mit allgemeinen Fragen und führen zu spezifischeren, kritischen Punkten.
Das Interview als Forschungsmethode
Ein Interview ist ein Dialog zwischen zwei oder mehr Personen.
Arten von Interviews
- Nach Zielsetzung: Nachrichteninterviews (der Befragte gibt Informationen) und Persönlichkeitsinterviews (Fokus auf die Person des Interviewten).
- Nach Kanal: Persönlich (am effektivsten), telefonisch oder terminiert (zu einer vereinbarten Zeit).
- Nach Anzahl der Befragten: Einzel-, Gruppen- oder Kollektivinterviews.
- Nach Strukturierungsgrad:
- Strukturiert/Formell: Basiert auf einem vorab erstellten Fragebogen.
- Unstrukturiert: Ohne festen Leitfaden.
- Fokussiert: Erfordert viel Erfahrung und Taktgefühl. Es konzentriert sich auf ein spezifisches Problem ohne formale Struktur und verlangt Flexibilität vom Interviewer, um die benötigten Daten zu erhalten.
- Nicht-direktiv: Gibt dem Interviewten maximale Freiheit in seinen Ausführungen.
Durchführung eines Interviews
Die Vorbereitung und Durchführung umfassen folgende Schritte:
- Thema und Informationsziel festlegen.
- Einen Fragebogen oder Leitfaden gestalten.
- Einen Termin mit dem Interviewpartner vereinbaren.
- Den passenden Kanal auswählen.
- Das Gespräch vorbereiten.
- Fragen in einer freundlichen Atmosphäre stellen.
- Die Reaktionen sorgfältig aufzeichnen.
Verhalten des Interviewers
Während des gesamten Interviews sollte der Interviewer:
- Stets Interesse am Interviewpartner und dessen Antworten zeigen.
- Nicht vom Thema abweichen.
- Unparteiisch bleiben und die Antworten des Befragten nicht werten.
Grundbegriffe der Soziologie
Konflikt
Ein Konflikt bezeichnet ein vorübergehendes Ungleichgewicht im Zusammenhalt eines sozialen Systems. Er zeigt Dissens zwischen Elementen oder Kräften (intern oder extern) auf, die darauf abzielen, ein neues Gleichgewicht auf einer neuen Grundlage herzustellen.
Familie und Ehe
- Familie: Eine Gruppe von Personen, die durch Verwandtschaftsbande verbunden sind, wobei die erwachsenen Mitglieder für die Pflege der Kinder verantwortlich sind.
- Ehe: Eine gesellschaftlich anerkannte und akzeptierte sexuelle Vereinigung zwischen zwei Individuen.
- Kernfamilie: Besteht aus zwei Erwachsenen und ihren leiblichen oder adoptierten Kindern.
- Monogamie: Die Ehe mit nur einer Person zur gleichen Zeit.
- Polygamie: Die Ehe mit mehr als einer Person zur gleichen Zeit.
Wandel der Familienstrukturen
Globale Tendenzen
- Die Rechte der Frauen werden zunehmend anerkannt.
- Arrangierte Ehen werden seltener.
- Es gibt eine Tendenz zur Erweiterung der Kinderrechte.
Merkmale der westlichen Welt
- Serielle Monogamie: Aufeinanderfolgende monogame Ehen.
- Romantische Liebe: Als Grundlage der Partnerschaft.
- Affektiver Individualismus: Betonung der emotionalen Bindung.
- Neolokalität: Das Ehepaar gründet einen eigenen Haushalt.