Grundlagen der Soziologie: Institutionen und Rollen

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Beziehung zwischen Institutionen und Rollen

9. Welche Beziehung besteht zwischen den Institutionen und Rollen? Das soziale Geflecht entsteht, bevor Personen durch Institutionen (Familie, Schule, Krankenhaus ...) geprägt werden. Die Integration in das gesellschaftliche Leben ist ein Prozess der kontinuierlichen Institutionalisierung. In institutionalisierten Mustern agieren aktive Subjekte, die klassifiziert und standardisiert werden; diese werden als „soziale Rollen“ oder „Rollen“ bezeichnet. Aus der Sicht der institutionellen Ordnung betrachtet, erscheinen die „Rollen“ als Darstellungen und Äußerungen eines strukturierten sozialen Lebens.

Definition der sozialen Rollen

10. Was sind die „Rollen“? Die Gesellschaft ist ein komplexes Netz von Beziehungen, in denen ein Individuum viele Rollen spielt. Jede dieser Funktionen wird als „Rolle“ bezeichnet, die wir wie Schauspieler in verschiedenen Szenen des sozialen Theaters spielen, dem wir angehören. So spielt beispielsweise ein Elternteil die Rolle des Ehepartners, Mitarbeiters, Nachbarn, Spielers oder Dirigenten, je nach den Tätigkeiten in der Gesellschaft.

Der Funktionalismus als soziale Theorie

11. Was sagt uns der Funktionalismus als soziale Theorie über die Dynamik des gesellschaftlichen Lebens? Wenn wir die wichtigsten Institutionen der Gesellschaft verstehen und das Verhalten ihrer Mitglieder erklären wollen, müssen wir die Gesellschaft als Ganzes betrachten. Das soziale Leben ist kein bloßes Organ, sondern eine Gesamtfunktion. Eine soziale Institution zu untersuchen bedeutet, den Beitrag zu analysieren, den diese Institution für die Gemeinschaft der Gesellschaft als Ganzes leistet.

Zusammenarbeit im gesellschaftlichen Leben

12. Was bedeutet es zu sagen, dass Zusammenarbeit die wichtigste Erklärung des gesellschaftlichen Lebens ist? Die wichtigste Erklärung des gesellschaftlichen Lebens liegt in der gegenseitigen Hilfe, Zusammenarbeit und im Vertrauen. Das soziale Leben ist nicht möglich ohne die stabile Zusammenarbeit zwischen den Individuen: In der Tat wäre die ideale Gesellschaft ein System der Zusammenarbeit.

Der Strukturalismus als soziale Theorie

12. Was sagt der Strukturalismus als soziale Theorie über die Dynamik des gesellschaftlichen Lebens? Wenn wir die Institutionen verstehen und das Verhalten der Mitglieder erklären wollen, müssen wir soziale Strukturen identifizieren. Auf die gleiche Weise, wie wir die Strukturen einer Sprache kennen müssen, um uns richtig auszudrücken, müssen wir die Strukturen erklären, die soziale Tatsachen erzeugen, um deren Bedeutung zu verstehen.

Das Modell „Homo homini lupus“

13. Welche Theorie stellt „Homo homini lupus“ als Modell für das gesellschaftliche Leben dar? Dieses Modell basiert auf einem radikalen Misstrauen der Menschen untereinander. Die Beziehungen zwischen den Menschen ähneln denen unter Tieren; sie werden durch das Gesetz des Überlebens und gegenseitiges Misstrauen beherrscht, als ob jeder von uns ein Wolf für seine Mitmenschen wäre (Thomas Hobbes).

Das Modell „Homo homini socius“

14. Welche Theorie stellt „Homo homini socius“ als Modell für das gesellschaftliche Leben dar? Dieses Modell basiert auf dem Grundvertrauen der Menschen untereinander. Die Beziehungen zwischen den Menschen sind vergleichbar mit denen zwischen Partnern oder Verbündeten, geprägt von gegenseitiger Glaubwürdigkeit. Die Partner kooperieren miteinander, um ein gemeinsames Gut zu verfolgen.

Der Konflikt als Erklärung des sozialen Lebens

15. Was bedeutet es zu sagen, dass der Konflikt die wichtigste Erklärung des gesellschaftlichen Lebens ist? Das gesamte soziale Leben sei ein Konflikt, welcher die Entwicklung der Gesellschaft erklären würde. Denker des 19. Jahrhunderts wie Darwin, Marx und Nietzsche beriefen sich auf diese Dynamik des Konflikts. Marx bezeichnete dies als „Klassenkampf“ und Nietzsche als „Wille zur Macht“.

Der Sinn der Zivilgesellschaft

17. Im Sinne der Zivilgesellschaft: Die bürgerliche Gesellschaft ist eine Reihe von Verbänden, die ihre Wurzeln in verschiedenen kulturellen und pluralen Projekten haben. Aus diesem Grund sind Organisationen der Zivilgesellschaft keine wirtschaftlichen oder kommerziellen Akteure (wie Banken), sondern sehr unterschiedliche Assoziationen von Menschen, die sich mit vielfältigen Motivationen organisieren:

  • Solidarität
  • Sport
  • Kultur
  • Religion
  • Freizeit

Der Begriff „Zivilgesellschaft“ beschreibt die assoziative Struktur dieser Organisationen. Die Zivilgesellschaft soll ein Netz der Netze oder ein gemeinsames Projekt sein.

Die aktuelle Situation der Familie

18. Was ist die aktuelle Situation der Familie als Verband oder soziale Einrichtung? Die Familie ist der größte freiwillige Zusammenschluss der Zivilgesellschaft. Sie ist abhängig von den kulturellen Veränderungen moderner Gesellschaften. Bestimmte Verhaltensweisen im Familienleben, die einst als „soziale Devianz“ galten, sind heute öffentlich akzeptiert. Die Starrheit der traditionellen Familie wurde durch flexible Formen ersetzt, was einen neuen Weg zum Verständnis der Familie eröffnet.

Die Familie als soziale Institution

19. Wie ist die Familie als soziale Institution zu verstehen? Sie ist eine Institution in dem Sinne, dass sie eine kulturelle Struktur von Normen und Werten darstellt, die permanent von der Gesellschaft organisiert wird, um kollektives Handeln um bestimmte Grundbedürfnisse zu ermöglichen:

  • Zeugung und Regulation von Sexualität
  • Adoption und emotionale Sicherheit
  • Bildung von Kleinkindern
  • Grundlegende Produktion und Konsum von wirtschaftlichen Gütern

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