Grundlagen der Soziologie: Marx, Durkheim, Weber und Methodik
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Soziologie als Wissenschaft: Definition und Gegenstand
Die Soziologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Studium der Gesellschaft und der sozialen Beziehungen befasst. Dies umfasst sowohl die Analyse der Funktionsweise und des Gefüges der sozialen Struktur (große soziale Institutionen und Gruppen) als auch das soziale Handeln, das von Individuen innerhalb dieser Struktur entwickelt wird.
Grundlagen des Marxschen Paradigmas (Dialektischer Materialismus)
Das marxistische Paradigma basiert auf folgenden dialektischen Gesetzen:
Gesetz der allgemeinen Wechselwirkung (Interaktion)
Alles ist durch Beziehungen miteinander verbunden. Die Elemente der Gesellschaft stehen in ständigem Zusammenhang.
Gesetz der Einheit und des Kampfes der Gegensätze
Alles wird permanent generiert und transformiert. Die Gesellschaft wird durch Phänomene des Konflikts, des Moments und des sozialen Kontextes bestimmt.
Gesetz der spiralförmigen Entwicklung (Negation der Negation)
Das Neue überwindet das Alte, nimmt es auf und vervollkommnet es, ohne es vollständig zu zerstören.
Herausforderungen bei der Abgrenzung des Studienobjekts
Die Untersuchung der Soziologie ist mit spezifischen Schwierigkeiten verbunden:
Reflexivität
Wir sind selbst Gegenstand der Untersuchung. Das Subjekt (Forschender) fällt mit dem Objekt (Erforschtes) zusammen. Es ist methodisch schwierig, zwischen dem untersuchten Objekt, dem Ziel und der subjektiven, willkürlichen Perspektive zu unterscheiden.
Pluralität der Ansätze
Aufgrund unterschiedlicher methodischer Anwendungen existieren mehrere Interpretationen der gesellschaftlichen Realität. Da das Untersuchungsobjekt der Soziologie komplex ist, kann die Analyse nicht einfach sein.
Dualität: Makro- vs. Mikroebene
Es gibt zwei Hauptmöglichkeiten, soziale Beziehungen zu verstehen:
Ganzheitlicher Ansatz (Makrosoziologie)
Global und makrosoziologisch. Das Studienobjekt der Soziologie muss die Gesellschaft als Ganzes, d.h. die großen Strukturen, sein.
Interaktionistischer Ansatz (Mikrosoziologie)
Konkret und mikrosoziologisch. Dieser Ansatz analysiert soziale Interaktionen in kleinen Gruppen und Beziehungen und ergänzt die makrosoziologische Sichtweise.
Soziale Tatsachen nach Émile Durkheim
Soziale Tatsachen sind Handlungs-, Denk- und Gefühlsweisen, die extern zum Individuum existieren und eine Zwangsgewalt auf dieses ausüben.
Dynamische Dichte (Durkheim)
Bezieht sich auf die Anzahl der Personen und den Grad der Interaktion, die in einer bestimmten Gesellschaft stattfindet. Die Anzahl der Komponenten charakterisiert nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Art der Interaktion.
Soziales Handeln nach Max Weber
Soziales Handeln ist ein Handeln, das mit einem subjektiven Sinn ausgestattet ist und sich auf das Verhalten anderer bezieht oder daran orientiert ist.
Die vier Typen des Sozialen Handelns (Weber)
Zweckrational
Das Handeln ist rational auf die Suche und Erreichung von Zielen ausgerichtet (Mittel-Zweck-Rationalität).
Wertrational
Das Verhalten wird durch den bewussten Glauben an ethische, ästhetische oder religiöse Werte bestimmt, unabhängig vom Erfolg.
Affektuell
Das Handeln wird durch aktuelle Gefühlszustände oder Emotionen bestimmt.
Traditionell
Das Handeln wird durch tief verwurzelte Gewohnheiten oder Traditionen bestimmt.