Grundlagen der Sportphysiologie und Trainingslehre

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1. Kondition

Die Gesamtheit der Eigenschaften und Bedingungen, die körperliche Anstrengungen bei der Arbeit, im Alltag und im Sport ermöglichen.

Komponenten:

  • Anatomischer Zustand: Körperliche Voraussetzungen wie Größe und Gewicht.
  • Allgemeine Fähigkeiten: Reflexionsvermögen und Nutzung der mechanischen Möglichkeiten des Körpers.
  • Physiologischer Zustand: Reibungslose Funktion der Körpersysteme (z. B. Einfluss von Ernährung und Genussmitteln).
  • Nervöser Zustand: Feinabstimmung des Nervensystems bei Bewegungsabläufen.
  • Motorischer Status: Physische Eigenschaften wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Flexibilität.

2. Kraft

Die Fähigkeit, durch Muskelanspannung Widerstände zu überwinden.

  • Maximale Kraft: Fähigkeit, eine maximale Last zu überwinden (z. B. Gewichtheben).
  • Schnellkraft: Fähigkeit, einen Widerstand mit hoher Geschwindigkeit zu überwinden (z. B. Hochsprung).
  • Kraftausdauer: Fähigkeit, einen Widerstand bei wiederholter Belastung kontinuierlich zu überwinden (z. B. Kanusport).

3. Schnelligkeit

Die Fähigkeit, Bewegungen in kürzester Zeit auszuführen.

  • Reaktionsgeschwindigkeit: Schnelle Reaktion auf einen Reiz (z. B. Startschuss).
  • Azyklische Schnelligkeit: Ausführung einzelner Bewegungen in kürzester Zeit (z. B. Boxschlag).
  • Zyklische Schnelligkeit: Wiederholte Bewegungszyklen über eine Distanz in kürzester Zeit (z. B. Schwimmen).

4. Ausdauer

Die Fähigkeit, körperliche Belastungen über einen langen Zeitraum unter Beibehaltung der Effizienz zu ertragen.

  • Aerob: Sauerstoffzufuhr deckt den Bedarf der Übung (Herzfrequenz 120–160 S/min).
  • Anaerob: Sauerstoffzufuhr ist geringer als der Bedarf (Herzfrequenz über 170 S/min, intensive, kurzzeitige Belastung).

5. Auswirkungen von Bewegungsmangel auf das Herz-Kreislauf-System

  • Schwächung des Herzmuskels und Abnahme der Kapazität.
  • Anhäufung von Fett in den Arterien.
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Bluthochdruck).
  • Verringerte Belastbarkeit.

6. Auswirkungen von Bewegungsmangel auf den Bewegungsapparat

  • Verlust der Knochendichte und Schwächung der Knochen.
  • Muskelatrophie.
  • Verlust der Gelenkbeweglichkeit.
  • Entstehung von Wirbelsäulenerkrankungen (z. B. Lumbalgie) und Haltungsschäden.
  • Schwäche und Müdigkeit im Alltag.

7. Auswirkungen von Ausdauertraining (Aerob)

  • Vergrößerung und Leistungssteigerung des Herzens.
  • Erhöhte Kapillardichte.
  • Anstieg der roten Blutkörperchen und des Hämoglobins.
  • Zunahme der Mitochondrien in der Muskulatur.
  • Verbesserter venöser Rückfluss.
  • Optimierter Sauerstofftransport und schnellere Erholung.
  • Absinken der Herzfrequenz in Ruhe und unter Belastung.

8. Training

Ein wissenschaftlich fundierter Prozess (Anatomie, Physiologie, Physik, Pädagogik), der durch gezielte Reize die Leistungsfähigkeit des Körpers schrittweise steigert.

9. Prinzip der Kontinuität

Regelmäßiges Training ist notwendig, um Anpassungen und Überkompensation zu erreichen. Zu lange Pausen führen zum Leistungsverlust, zu kurze Pausen ohne Erholung können zu Übermüdung führen.

10. Prinzip des Fortschritts

Die Trainingsbelastung sollte stetig und langsam gesteigert werden, um den Körper anzupassen. Zuerst wird das Volumen, dann die Intensität erhöht.

11. Prinzip der Individualität

Jeder Mensch hat ein anderes Leistungsniveau. Trainingsbelastungen müssen individuell angepasst werden, da die gleiche Belastung bei verschiedenen Personen unterschiedliche Wirkungen zeigt.

12. Prinzip der Anpassung

Die zeitliche Abfolge vieler Überkompensationen führt langfristig zu einer dauerhaften Anpassung der Körpersysteme und Leistungssteigerung.

13. Körperliche Reaktion auf Belastung

Bei Ermüdung sinkt das Homöostase-Niveau (Gleichgewicht). Die Reaktion erfolgt in drei Phasen:

  • Belastungsphase: Absinken des Gleichgewichts durch Ermüdung.
  • Erholungsphase: Wiederherstellung der physiologischen Funktionen.
  • Überkompensation: Das Gleichgewicht erreicht ein höheres Niveau als vor der Belastung.

14. Energie und Ernährung

Der Energiebedarf wird in Kilokalorien (kcal) gemessen. Die Energiegewinnung erfolgt durch:

  1. 1g Kohlenhydrate = 4 kcal
  2. 1g Fett = 9 kcal
  3. 1g Eiweiß = 4 kcal

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