Grundlagen der Textlinguistik: Merkmale und Typologien

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Definition und Eigenschaften eines Textes

Ein Text ist die gesamte Einheit mündlicher oder schriftlicher Kommunikation, die von einem Emittenten unter bestimmten Umständen geäußert wird.

Die drei Haupteigenschaften

  • Absicht: Es ist ein Akt, in dem der Absender eine Absicht ausdrückt.
  • Situation: Er tritt in einer Situation auf, in die er passen muss, da er sonst sinnlos ist.
  • Struktur: Er hat eine Struktur, welche die Elemente in Beziehung setzt und ihm Kohärenz sowie Einheit verleiht.

Wichtige Textmerkmale

Angemessenheit: Dies ist die Eigenschaft, welche die Auswahl der am besten geeigneten Sprache für die jeweilige Kommunikationssituation aus allen Möglichkeiten beinhaltet.

Konsistenz (Kohärenz): Dies ist die Eigenschaft des Textes, die dafür sorgt, dass seine Bedeutung als eine globale Informationseinheit interpretiert wird.

Struktur: Die Organisation von Informationen, durch die das Thema ausgedrückt wird.

Zusammenhalt (Kohäsion): Dies ist die Eigenschaft, welche die Beziehungen zwischen den Texteinheiten herstellt.

Grammatische Prozesse

  1. Deixis: Der Mechanismus, durch den sich der Text auf außersprachliche Elemente der Situation bezieht.
  2. Anapher: Die Beziehung zwischen einem vorangegangenen Element und einem Element, das danach als Ersatz erscheint.
  3. Katapher: Die Beziehung zwischen einem Element und einem weiteren, das erst danach erscheint.
  4. Ellipse: Die Beseitigung bzw. Auslassung von Wörtern in einem Text oder Satz, ohne dabei den Sinn zu verlieren.

Diskursmarker und ihre Funktionen

Dies sind Verknüpfungen oder Konnektoren, die dazu dienen, Elemente eines Diskurses zusammenzuführen. Je nach Funktion und Inhalt werden unterschieden:

  • Marker der Organisation und Struktur: Sie dienen der Hervorhebung der Textorganisation (z. B. schließlich, übrigens, das heißt).
  • Marker logischer Beziehungen: Diese drücken logisch-semantische Verhältnisse aus (z. B. aber, zum Beispiel, also).
  • Konversationsmarker: Diese werden im Gespräch verwendet und zeigen den Grad der Sicherheit an (z. B. na ja, okay).

Texttypologie: Die vier Textarten

Identifikation der verschiedenen Textarten:

  • Beschreibung: Mündliche Verwendung in Konversationen oder schriftliche Form (Roman, Lyrik, Wörterbücher). Kommunikative Absicht (IC): Berichten über Landschaften, Objekte etc.
  • Narration: Mündliche oder schriftliche Erzählung (Geschichte, Roman). Kommunikative Absicht (IC): Handlungen und Tatsachen wiedergeben.
  • Exposition: Politische und religiöse Reden, Broschüren, Konferenzen. Kommunikative Absicht (IC): Konzepte verstehen oder eine Idee vermitteln.
  • Argumentation: Werbung, Prüfungen, Debatten. Kommunikative Absicht (IC): Meinungen äußern.

Der Satz als strukturierte Einheit

Der Satz ist eine strukturierte Einheit aus einer Nominalphrase (NP) und einer Verbalphrase (VP), deren Kerne jeweils ein Nomen und ein Verb sind.

Unterschiede: Mündliche und schriftliche Sprache

Gesprochene Sprache

Kontextuelle Merkmale:

  1. Akustischer Kanal
  2. Spontaneität
  3. Gleichzeitigkeit in Zeit und Raum
  4. Verwendung nonverbaler Codes

Textuelle Merkmale:

  1. Verwendung von Dialekten
  2. Einfache Syntax
  3. Ungenaues Lexikon
  4. Bedeutung der Intonation

Schriftliche Sprache

Kontextuelle Merkmale:

  1. Visueller Kanal
  2. Ausgearbeitet
  3. Differenz in Raum und Zeit
  4. Reduzierter Einsatz nonverbaler Codes

Textuelle Merkmale:

  1. Präzises Lexikon
  2. Aufwendigere Syntax
  3. Strukturierung von Ideen
  4. Neutralisierung von Dialekten

Besonderheiten der gesprochenen Sprache

  • Der kommunikative Akt wird bei physischer Anwesenheit durchgeführt.
  • Die Situation verdeutlicht viele gemeinsame Bezüge.
  • Die Spontaneität und Vergänglichkeit des gesprochenen Wortes machen es informeller als die schriftliche Form.

Klassen von Wörterbüchern

Die Wörter müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um gültig zu sein:

  • Gebrauch: Um einem Wort im Wörterbuch eine Bedeutung zu geben, muss es in einer Gebrauchsbeziehung stehen.
  • Ideologie: Dies bezieht sich auf die Art und Weise, wie Wörter geordnet und strukturiert sind.

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