Grundlagen und Typen von Staaten im Völkerrecht
Eingeordnet in Rechtswissenschaft
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,97 KB
Definition und Souveränität von Staaten
Die Staaten sind souveräne, unabhängige Akteure und unterliegen den normalen Regeln des Völkerrechts. Die internationale Gemeinschaft wird heute von über 199 Staaten als unabhängig eingestuft. Ein unabhängiger Staat kann wie folgt beschrieben werden: „Eine etablierte Gemeinschaft in einem Gebiet, politisch unter einer Regierung organisiert und keiner anderen Regierung oder externen Stelle untergeordnet.“
Bestandteile eines unabhängigen Staates
Territorium
Der physische Raum (Land, See oder Luft), der einen festen Status hat. Es ist nicht notwendig, dass die territorialen Grenzen eines Staates absolut festgelegt sind.
Bevölkerung
Ein menschliches Kollektiv, das stabil und permanent im Hoheitsgebiet etabliert ist.
Regierung
Muss in der Lage sein, eine wirksame Kontrolle über das Territorium und die dort lebenden Menschen auszuüben und Beziehungen mit anderen Staaten zu pflegen.
Unabhängigkeit (Souveränität)
Der Staat wird als unabhängig oder souverän betrachtet, wenn er seine internen Vorschriften und Außenbeziehungen ohne Unterordnung unter einen anderen Staat oder eine externe Behörde selbst verwaltet. Er ist frei, seine Politik zu gestalten, Gesetze zu erlassen und durchzusetzen, seine öffentlichen Dienste zu organisieren und auf internationaler Ebene Verträge abzuschließen, Diplomaten anzuerkennen und zu empfangen sowie an internationalen Organisationen teilzunehmen.
Typen von Staaten
Bundesstaaten
In diesen Staaten sieht die Verfassung eine Verteilung der Zuständigkeiten für innere Angelegenheiten zwischen der Bundesregierung und den Behörden der Mitgliedstaaten vor. Die Bundesregierung ist jedoch ausschließlich für die Steuerung und Kontrolle der Außenbeziehungen des Landes verantwortlich. Auf internationaler Ebene gibt es nur einen Staat. Beispiel: Argentinien.
Staatenbund (Konföderation)
Ein Staatenbund ist ein Zusammenschluss souveräner Staaten auf der Grundlage eines Vertrags, wonach bestimmte Fragen von gemeinsamem Interesse (z. B. Verteidigungsfragen) von einer zentralen Stelle geregelt werden. Auf internationaler Ebene bewahren die konföderierten Staaten ihren Charakter und ihre Unabhängigkeit, aber der Bund als solcher kann in den Bereichen seiner Hoheitsgewalt grenzüberschreitend handeln.
Neutralisierte Staaten und immerwährende Neutralität
Ein neutralisierter Staat ist ein Staat, dessen Unabhängigkeit und Integrität dauerhaft durch einen Vertrag garantiert werden, unter der Bedingung, dass der Staat verpflichtet ist, sich nicht an Kriegen zwischen anderen Staaten zu beteiligen (außer zur Notwehr) und keine Verpflichtungen einzugehen, die ihn möglicherweise in einen Krieg hineinziehen könnten. Beispiel: Die Schweiz wurde 1815 durch das Protokoll von Wien endgültig neutralisiert.