Grundlagen der Verhaltensgenetik
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Verhaltensgenetik
Im Jahr 2001 schlossen wir die Sequenzierung des menschlichen Genoms ab. Diese Tatsache von großer wissenschaftlicher Bedeutung half der Verhaltensgenetik (einem aktuellen Zweig der Psychologie, der versucht, unser Verhalten durch das Studium der genetischen Ausstattung eines jeden Einzelnen zu erklären), Gene zu identifizieren, die das Verhalten des Gehirns regulieren. Hervorgehoben wurde auch die enorme Bedeutung der Vererbung für die Entwicklung eines jeden Individuums. Es wurde zudem festgestellt, dass die Umwelt eine Rolle spielt, da diese Gene je nach Umgebung, in der ein Mensch lebt, entwickelt werden können oder nicht.
Anfang des Jahrhunderts wurde vorgeschlagen, dass wir mehr über den Einfluss der Gene auf unser Verhalten erfahren, zusätzlich zu dem Anteil von Natur und Erziehung, die das Verhalten eines jeden von uns in der Kindheit formen. Es wurden mehrere tausend Proben weltweit gesammelt, die empirischen Ergebnisse der Untersuchungen ausgewertet und drei Schlussfolgerungen erreicht:
Die drei zentralen Schlussfolgerungen
- 1. Menschliche Verhaltensmerkmale werden vererbt: Unsere Haltung gegenüber der Welt sowie unser Talent und Temperament sind vererbbar, obwohl ihre Entwicklung von uns abhängt.
- 2. Der Einfluss der Erziehung in der Familie ist minimal: Er ist deutlich geringer als der der Gene. Was die Kultur, Werte und Fähigkeiten betrifft, wiegt eine Gruppe von Freunden schwerer als die Familie. Dies betrifft jedoch nicht die Bildung der Persönlichkeit.
- 3. Die Hälfte der Züge unterliegt weder der Bildung noch den Genen: Ein wesentlicher Teil unserer Verhaltensmerkmale, etwa 50 %, ist nicht durch die Wirkung von Genen oder der Familie erklärt.
Diese Befunde waren aufgrund der großen Bedeutung der Gene bei der Entstehung des Verhaltens kontrovers, da wir einerseits wissen, dass rund 50 % unseres Verhaltens unverzichtbar sind. Wir wissen auch, dass die Umgebung, in der jede Person aufwächst, und die Lebenserfahrungen unser Verhalten beeinflussen. Schließlich müssen wir die Rolle des Zufalls bei der Gestaltung unseres Gehirns berücksichtigen oder Eigenschaften, die unfreiwillig und unabhängig von unseren Wünschen Teil unseres Verhaltens sind.