Grundlagen der Wissenschaftstheorie, Erkenntnis und Philosophie der Technik

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Paradigmen und Wissenschaftlicher Wandel

Normale Wissenschaft und Paradigmen

Die **Normale Wissenschaft** basiert auf Paradigmen, die von der wissenschaftlichen Gemeinschaft anerkannt wurden. Sie dient als Grundlage für die weitere Entwicklung.

Abnorme Wissenschaft und Anomalien

Die **Abnorme Wissenschaft** tritt auf, wenn viele Anomalien in den Theorien auftreten, was zum Verwerfen des Paradigmas und zu Unsicherheit führt.

Kritisches Wissen vs. Alltags-/Gemeinwissen

Merkmale des Kritischen Wissens

Kritisches Wissen ist ein **theoretisches Konstrukt**, ein kohärentes Bündel von Ideen und Schlussfolgerungen, die ein geschlossenes Lehrgebäude bilden.

Merkmale des Gemeinwissens

Das **Gemeinwissen** (Alltagswissen) ist unsystematisch. Die Reihenfolge, in der wir Wissen erwerben, ist unerheblich. Es ist möglich, dass eine kürzlich erworbene Idee einer früheren widerspricht.

Sprache und Sprechen: Theoretische und Empirische Aspekte

Unterschied zwischen Sprache und Sprechen (Langue vs. Parole)

Beide Lehren konzentrieren sich auf das Studium der Sprache.

  • Sprache (Langue): Gehört zum *theoretischen Bereich*. Sie umfasst das Studium der Bildung, Syntax und Semantik sowie die theoretischen Aspekte sprachlicher Phänomene.
  • Sprechen (Parole): Gehört zur *empirischen Basis*. Es konzentriert sich auf Phonetik und Aussprache der Sprache, in Verbindung mit akustischen Phänomenen, Gehör und der Präsenz von Bildern.

Definition Empirischer Daten

Empirische Daten sind jene, die direkt und ohne Vermittlung erfasst werden. Sie können von jedem normalen Sprecher mithilfe der Alltagssprache gewonnen werden.

Die Empirische Datenbasis

Die **Empirische Datenbasis** besteht aus jenen Daten, die jeder Mensch aus dem Alltag mithilfe der gewöhnlichen Sprache gewinnt. Von dieser Basis ausgehend versucht der Wissenschaftler, unsere Überzeugungen mit Elementen des theoretischen Bereichs zu rechtfertigen.

Feyerabends Wissenschaftsanarchismus: „Anything Goes“

Feyerabend argumentierte, dass das Bestehen auf einer **Abgrenzung** den empirischen Gehalt der Wissenschaft reduziert. Er stellte fest, dass metaphysische Spekulationen, Mythen und Kosmologien möglicherweise eine bessere Erklärung der Welt liefern können als rein wissenschaftliche Erklärungen.

Die vorgeschlagene methodologische Regel lautet: ***„Anything goes“*** (Alles ist erlaubt). Der beste Weg bleibt **Pluralismus**, Wahl und Freiheit. Für Feyerabend ist es an der Zeit, die privilegierte Erklärungsposition der Wissenschaft zu verdrängen.

Wissenschaftliches Wissen und seine Objekte

Wissenschaftliches Wissen: Vereinfachung und Dekodierung

Wissenschaftliches Wissen vereinfacht die Erfahrung und beschreibt sie nicht nur. Die Wissenschaft liefert eine Darstellung der Fakten, die keine bloße Bestandsaufnahme ist, sondern durch **Hypothesen und Theorien** dekodiert wird.

Gegenstand Formaler und Materialer Wissenschaften

  • Formaler Gegenstand (Formale Zweck): Das spezifische Ziel des Studiums einer Wissenschaft (Was sie studiert).
  • Materialer Gegenstand (Object Material): Der Gegenstand, der von verschiedenen Wissenschaften gemeinsam behandelt wird.

Synthese und Induktion

  • Synthese: Die Operation, bei der ein *sui generis* Ganzes aus seinen Teilen komponiert und rekomponiert wird.
  • Induktion: Die Argumentationsform, die versucht, aus beobachteten Einzelfällen ein allgemeines Gesetz abzuleiten, das auch für unbeobachtete Fälle gilt.

Die Künstlichkeit der Kunst (Ortega y Gasset)

Ortega y Gasset und andere Denker (wie Maliandi) betonen die **Künstlichkeit der Kunst**. Menschliche Kunstformen können nur erklärt werden, wenn man ihre Verbindung zu anderen exklusiv menschlichen Funktionen berücksichtigt:

  • Die schöpferische Fantasie
  • Sprache
  • Symbolisierung
  • Geduld

Beobachtungssätze und Kritik am Induktivismus

Arten von Beobachtungssätzen

Wir unterscheiden zwei Arten von Beobachtungssätzen:

  1. Die **singulären Sätze**, abgeleitet aus der Beobachtung eines einzelnen Falls.
  2. Die **allgemeinen Sätze**, abgeleitet aus der Beobachtung aller relevanten Fälle.

Wesentliche Bedingung für Singuläre Beobachtungssätze

Was ist die wesentliche Bedingung, die singuläre Beobachtungssätze erfüllen müssen? Sie dürfen **nicht im Widerspruch zu Thema 1** stehen.

Kritik am Naiven Induktivismus

Die Kritik richtet sich gegen die naive Annahme des Induktivismus, die besagt, dass „Wissenschaft mit der Beobachtung beginnt.“

Technik und der Eindimensionale Mensch

Die Mehrdeutigkeit der Technik

Die Technik ist **mehrdeutig** (ambivalent). Sie kann eine enorme Hilfe für den Menschen sein, ihn von unmenschlicher Arbeit befreien, unheilbare Krankheiten heilen und ihm erlauben, große Bereiche der Natur zu beherrschen und sein Wissen zu erweitern.

Auf der anderen Seite ist sie jedoch auch ein Instrument der Herrschaft, des Todes, der Ausbeutung und Zerstörung der Natur, der Manipulation und Kontrolle von Gedanken und Gewissen, der Konditionierung und der Reduzierung von Freiheiten. All dies wirft nicht nur technische, sondern auch ethische, soziologische, ontologische und menschliche Probleme auf.

Der Eindimensionale Mensch (Marcuse/Bunge)

Charakterisieren Sie die Idee des **Eindimensionalen Menschen** (Marcuse, im Kontext von Bunge).

Weitere Wissenschaftliche und Soziologische Konzepte

  • Was sind die **tatsächlichen Wissenschaften**? (Definition fehlt.)
  • Aus soziologischer Sicht wird Kultur definiert als: „alles...“ (Definition unvollständig).
  • Ein Merkmal des Gemeinwissens ist, dass es oft von unseren Vorlieben beeinflusst wird, wie wir denken oder fühlen. Geben Sie an, wie sich **Kritisches Wissen** dazu verhält.

Wissenschaftlicher Fortschritt durch Falsifizierbarkeit (Popper)

Wie schreitet die Wissenschaft durch **Falsifizierbarkeit** voran?

  1. Die Wissenschaft beginnt mit der Planung von Problemen.
  2. Zur Lösung werden **falsifizierbare Hypothesen** formuliert.
  3. Diese Hypothesen werden kritisch getestet.
  4. Einige Hypothesen werden falsifiziert und müssen eliminiert werden.
  5. Andere widerstehen den anfänglichen Tests, müssen aber weiterhin kritischen und immer strengeren Prüfungen unterzogen werden.

Dieser Prozess des Testens und Bewährens setzt sich auf unbestimmte Zeit fort und bildet den Bauprozess der Wissenschaft. Es sollte beachtet werden, dass Probleme immer im Lichte einer Theorie entstehen, nicht durch bloße Beobachtung, wie die naiven Induktivisten argumentierten.

Spontanes Wissen

Spontanes Wissen ist Wissen, das wir erwerben, ohne es beabsichtigt zu haben, stets im Verlauf der alltäglichen Erfahrung. Es entsteht aus unserem täglichen und aktuellen Kontakt mit Dingen, Menschen sowie der natürlichen und sozialen Umwelt.

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