Grundlagen und Ziele des Rechnungswesens
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Arten von Accounting-Informationen im Unternehmen
Grundtypen von Accounting-Informationen
1. Externes Rechnungswesen (Financial Accounting)
Das externe oder finanzielle Rechnungswesen dient primär dazu, die Bedürfnisse externer Nutzer zu erfüllen. Diese Art von Information wird als Finanzbuchhaltung, externes oder General Accounting (Finanzwesen) bezeichnet.
Es handelt sich um Informationen über die Geschäfte der Gesellschaft mit anderen Akteuren. Diese werden in Dokumenten reflektiert, deren Struktur durch Handels- und Rechnungslegungsgesetze (z. B. HGB, Gesellschaftsrecht, Allgemeiner Kontenplan) geregelt ist.
Die Hauptprodukte des Financial Accounting sind die Jahresrechnungen oder der Jahresabschluss. Dieser umfasst:
- Bilanz
- Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
- Kapitalflussrechnung
- Veränderung des Eigenkapitals
- Anhang (Gedächtnis)
Die Berichterstattung erfolgt in der Regel jährlich und muss die einschlägigen gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Die Möglichkeiten, wie Unternehmen diese Informationen den Nutzern kommunizieren, sind dreifach:
Kommunikationswege des Jahresabschlusses
- Gesetzliche Hinterlegung: Hinterlegung der Jahresabschlüsse im Handelsregister (betrifft KMU, mittlere und große Unternehmen). Nutzer können beim Register eine Kopie der Rechnungen anfordern.
- Papierform oder digital: Die Konten werden in Buchform oder auf CD veröffentlicht (betrifft mittlere und große Unternehmen). Nutzer fordern die Konten in Papier- oder digitalen Formaten direkt beim Unternehmen an.
- Über das Internet: Börsennotierte Unternehmen sind verpflichtet, die Offenlegung des Jahresabschlusses (oft im PDF-Format) auf ihren Webseiten bereitzustellen. Dies ist der effizienteste Weg (schnell und wirtschaftlich), um die Informationen zu kommunizieren. Nutzer laden die Konten direkt von der Website des Unternehmens herunter.
2. Internes Rechnungswesen (Management Accounting)
Das interne Rechnungswesen dient der Behandlung und Steuerung des mittleren und oberen Managements des Unternehmens. Es umfasst Bereiche wie Internes Rechnungswesen, Kostenrechnung und Kostenmanagement (Management Accounting).
Diese Informationen beziehen sich auf den Produktionsprozess des Unternehmens und umfassen beispielsweise:
- Globale oder Abteilungsbudgets
- Monitoring-Berichte
- Kalkulationen der Kosten für Waren oder Dienstleistungen
- Bewertungen
Das interne Rechnungswesen ist nicht durch Handels- oder Buchhaltungsgesetze geregelt, sondern nutzt eigene Methoden zur Kostenberechnung (z. B. Direct Costing, Vollkostenrechnung, Activity Based Costing (ABC)). Die Informationen werden nach Bedarf der Manager erstellt und müssen vor allem relevant und aktuell sein.
Ziele der Finanzberichterstattung
Die Ziele der Rechnungslegung hängen hauptsächlich von den Nutzern und deren Informationsbedarf ab. Grundsätzlich sind die Ziele:
Grundlegende Ziele
- Rechenschaftspflicht (Accountability): Die Manager des Unternehmens legen Rechenschaft ab gegenüber ihren Anteilseignern oder Eigentümern (geregelt z. B. durch das Aktiengesetz) und gegenüber der öffentlichen Verwaltung (für Steuern wie Körperschaftssteuer, Mehrwertsteuer, sowie für Subventionen und finanzielle Statistiken).
-
Nützliche Informationen für wirtschaftliche Entscheidungen: Bereitstellung von Informationen für Investitions- und Finanzierungstätigkeiten der Nutzer. Dazu gehören:
- Finanzinstitute: Für die Kreditvergabe (in der Hoffnung, den geliehenen Betrag plus Zinsen zurückzuerhalten).
- Lieferanten/Verkäufer: Zur Beurteilung von Kreditforderungen.
- Aktuelle oder potenzielle Investoren: Für Kauf, Halten oder Verkauf von Aktien und zur Bewertung der Fähigkeit des Unternehmens, Dividenden auszuschütten.
- Kunden: Um die langfristige Lieferfähigkeit eines Produkts oder einer Dienstleistung zu gewährleisten.
- Angestellte: Zur Beurteilung der Kontinuität der Unternehmenstätigkeit und für Lohnverhandlungen.
- Die Regierung: Für die Ableitung wirtschaftlicher Maßnahmen.