Gymnastik, Sprung und Trampolin: Techniken, Pädagogik und Übungen

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Gymnastik: Definition und Ziele

Die Gymnastik ist eine olympische Sportart, bekannt unter anderem als Kunstturnen. Sie umfasst eine Reihe systematischer körperlicher Übungen an verschiedenen Geräten, die in Serien ausgeführt werden. In diesen Übungen werden praktisch alle physischen Fähigkeiten der Turnerin bzw. des Turners gefördert, insbesondere Kraft, Beweglichkeit, Flexibilität und Gleichgewicht. Gymnastik grenzt dabei teilweise an die bildende Kunst, da motorische Koordination, Kreativität, Körperausdruck sowie pädagogische Aspekte wie Disziplin und Organisation zentrale Elemente der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sind.

Auf dem wettbewerbsfähigen Niveau erfordert die Turnerin viel Disziplin, Willenskraft, Konzentration und geistiges Üben der Bewegungen; ebenso ist häufige Wiederholung und Selbstkontrolle des Körpers notwendig, um gute Leistungen zu erzielen. Die Grundidee der Gymnastik orientiert sich an natürlichen Formen der menschlichen Entwicklung, doch die technische Raffinesse und die hohe Komplexität der Bewegungen haben viele Elemente künstlich weiterentwickelt. Der Begriff "Gymnastik" (lat. und griech. Wurzeln) steht in Verbindung mit der künstlerischen Darstellungsform.

Pädagogische Verfahren

Analytische Verfahren: Das analytische Verfahren teilt eine technische Übung in chronologische Phasen (Vorbereitung, Aktion, Abschluss) und prüft diese einzeln. Ziel ist die Progression zur Geste und die Vermeidung von Fehlern bei der Ausführung. Mit der Gesamtmethode (globales Verfahren) übt man die Übung zunächst ganz und nimmt anschließend gezielte Korrekturen vor.

Genetische Verfahren: Diese Verfahren zielen auf die Bereicherung und Verbesserung der motorischen Funktionen des Individuums, indem Bewegungsoptionen in verschiedenen Situationen erlernt werden. Die Umwandlung erfolgt durch das Erlernen neuer Bewegungsmöglichkeiten.

Aufwärmen und Hausaufgaben

Home-Lektion

Aufwärmung / Vorbereitung: Herz-Kreislauf-Wärme, Gelenkmobilisation, Erwärmung der Muskeln; Einführung in den Inhalt der zu studierenden Übungen; Auseinandersetzung mit Haltungsstrukturen und Haltungsschäden.

Studium der Übungen und Mini-Zirkel

Studium der Übungen: Die Anordnung von Mini-Zirkeln für jedes Jahr/Level. Workshops und Kurse sollten folgende Aktivitäten umfassen:

  • Stärkung ungewöhnlicher Haltungen
  • Stärkung spezifischer Aktionsmuster
  • Erweiterung der Aktivitäten, nach Möglichkeit in ungewohnten Situationen auf dem Hauptgerät
  • Ausführung umfassender Übungen

Ziel am Ende der Stunde — Verbesserung der körperlichen Qualitäten:

  • Steigerung der Beweglichkeit (Flexibilität)
  • Steigerung der Kraft bezogen auf die für die jeweilige Altersgruppe spezifischen Strukturen

Solo: Offizielle Maße und Einführung

Offizielle Maße: Tablado (Bodenfläche) 12 m x 12 m, 1 m mehr für jede Seite. Diese Plattform ist in der Regel 1 m auf einem Podium montiert und von jeder Seite mit einem Sicherheitsabstand von 1 m umgeben. Dieser Bereich darf nicht betreten werden, bevor die Turnerin beginnt.

Einführung: Die Einführung ist die Grundlage aller anderen Gymnastikprüfungen. Lagerungen und Rollen sind grundlegende Elemente, die zuerst erlernt werden, gefolgt von Handständen, Stützen, Sternen usw. Bei der Gestaltung pädagogischer Aktivitäten (oder des Unterrichts) kann die globale, analytische oder genetische Methode angewandt werden.

Gruppen-Vorwärtsrolle (Formative Ziele und Material)

Formative Ziele: Entwicklung der Anpassung und Umstellung dynamischer Körperpositionen; Förderung des Gefühls für Rollen, Balance und Gleichgewicht sowie die Anpassung an Drehungen.

Material: flacher Rasen oder Gymnastikmatten, schwedische Bank, geneigte Ebene.

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Abbildung 1 – Gruppierte vordere Rolle

Technische Beschreibung der gruppierten vorderen Rolle

Aus dem Stand mit geschlossenen Beinen die Knie und Hüften beugen, die Hände flach auf den Boden vor sich legen, schulterbreit, Ellbogen leicht gebeugt, Finger nach vorn gerichtet. Das Kinn Richtung Brust beugen und den Körper durch Streckung der Beine nach vorn schieben; mit Kraft gegen den Boden drücken und sanft über den Rücken nach vorne rollen. Knie zusammenhalten, Füße in Plantarflexion (Spitzstellung) vom Boden wegführen. In der absteigenden Phase ist die Erhöhung des Hebels wichtig, um die Zeit zu maximieren, in der der Körper in Rotationsgeschwindigkeit ist. Sobald die 360°-Drehung um die Querachse abgeschlossen ist, erfolgt das Vorverlagern in der Sagittalebene und die Phase der Streckung der Körpersegmente beginnt. Nach Abschluss wird auf den Füßen aufgefangen und in den Stand (orthostatische Stellung) aufgerichtet, Arme hoch, mit erweiterter Körperhaltung. (Santos, 1997; Corbucci et al., 1993)

Wege zu helfen

Wenn die Turnerin beim Rollen nicht auf die Krone (Kopfoberseite) sondern auf den Hals droht zu landen, besteht Unfallgefahr. Die Hilfe besteht darin, das Kinn während der Bewegung nach unten zu halten und den Kopf zu unterstützen; in der Endphase kann die Hilfe das Oberschenkel mit der anderen Hand in Rotationsrichtung abfangen.

Empfohlene Aktivitäten

Beispiele für Progressionen zum Erlernen der Vorwärtsrolle:

  • Sitzen am Rand der Matte oder auf dem Rasen, Beine angewinkelt, Arme um die Beine gelegt, runden Rücken, nach hinten fallen und als Schaukel auf dem Rücken schwingen; dann kontinuierlich zurücklehnen (siehe Abb. 2). Varianten: 1) in stehender Position enden und versuchen, ohne Hände aufzustehen; 2) Freies Rollen auf dem Rücken mit umschlungenen Beinen und anschließender Wiederholung.

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Abbildung 2 – "Löschblatt" (Schwung) · Abbildung 3 – Rolle von der Bank

Weitere Übungen:

  • Auf der schwedischen Bank: Die Schülerin beginnt im Vierfüßlerstand auf der Bank; am Ende der Bank Hände auf der Matte stützen, Kopf nach vorne beugen und über den Rücken rollen (Abb. 3). Ohne Bank kann die Übung in Paaren ausgeführt werden ("Schubkarre").
  • Geneigte Ebene: Ein leicht geneigtes Brett auf einer Sprosse mit dünner Matte. Rollbewegungen mit Kinn zur Brust und dann Aufstehen ohne Hände. Kinder, die alleine nicht aufstehen können, erhalten Hilfe am Ende der Rolle.
  • Vierfüßlerstand: Auf flachem Rasen oder Matte zum vorgegebenen Ort bewegen und eine Rolle mit Unterstützung der Hände und des Halses ausführen (Abb. 6).

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Abbildung 4 – Schubkarre-Rolle · Abbildung 5 – Rolle auf geneigter Ebene

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Abbildung 6 – Rolle mit gezielter Positionierung der Hände und des Kopfes

Abschließende Unterstützung

Bei der Vorwärtsrolle auf Matte ohne Handunterstützung kann eine weitere Person (Lehrer oder Mitschülerin) beim Aufstehen helfen, indem sie die Hände der Turnerin beim Aufrichten führt (Abb. 7).

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Abbildung 7 – Vorwärtsrolle mit Unterstützung beim Abschluss

Weitere Rolltypen wie Auffangrollen, "carpado", Rückwärtsrollen und verschiedene Sprungrollen müssen Schritt für Schritt erlernt werden; Hilfestellung ist eine wichtige pädagogische Ressource und sollte bei Bedarf immer verwendet werden. Das korrekte Erlernen dieser Elemente schafft Voraussetzungen für gute Leistungen auf dem Boden, sowohl vorwärts als auch rückwärts, in verschiedenen Haltungen und erleichtert die Drehungen um die laterale Querachse.

Weitere Rollvarianten

Vordere Rolle weg:

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Abbildung – Vordere Rolle weg

Carpado vorne:

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Abbildung 9 – Carpado vorne

Springende / übersprungene Rolle ("Fische springen"):

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Abbildung 10 – Übersprungene Rolle bzw. "Fische springen"

Rückwärtsrollen der Gruppe und Varianten:

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Abbildung 12 – Rückwärtsrolle

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Abbildung 13 – Rückwärts carpado

Handstütz / Zwei Stützen

Stop 2 – Unterstützung (Handstütze)

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Abbildung 14 – Stop-2-Unterstützung

Formative Ziele: Entwicklung des Tonus (Muskelspannung), insbesondere statisches Gleichgewicht, Wahrnehmung des invertierten Körpers und Verbesserung des Körperbewusstseins bei statischen Aktivitätshaltungen.

Material: Rasen- oder Mattenfläche für Gymnastik; Stofftaschen (ca. 10 cm x 20 cm) gefüllt mit Sand, Kreide, Hula-Hoops (Reifen).

Technische Beschreibung der Handstütze (Stop-2)

Aus dem Stand die Arme nach oben gestreckt und mit dem Rumpf ausgerichtet, ein Bein leicht nach vorn schieben und darauf das Gewicht abstützen; das andere Bein nach hinten werfen, Knie gestreckt. Hände schulterbreit auf dem Boden platzieren. Der Kopf ist in Verlängerung des Rumpfes. Die Position sollte für etwa zwei Sekunden statisch gehalten werden. Anschließend werden die Beine abwechselnd wieder auf den Boden gesetzt und die Ausgangsposition eingenommen. (Santos, 1997; Corbucci et al., 1993)

Wege zu helfen

Es ist wichtig, den Lernenden in der invertierten Position zu unterstützen, idealerweise mit zwei Helferinnen, je eine pro Oberschenkel. Die vordere Hand stützt den Bauch/unteren Rumpf, die rückwärtige Hand stützt das Bein und begleitet die Bewegung bis zur Aufrichtung.

Einzelaktivitäten (Vorschläge)

(Gómez, 1989: 153)

  • Gewöhnung an das Abstützen des Körpergewichts auf den Armen mit Hebung der Hüften (Vierfüßlerstand, Bauchlage mit Signal der Lehrerin).
  • Heben eines Beins und Verlängerung hinter dem Körper.
  • Vierfüßlerstand mit halb gebeugten Beinen, abwechselnde Schritte, dann auf Signal Hände auf den Boden setzen und kurze Pulsbewegungen mit den Beinen durchführen (Hüfthebung).
  • Am Platz: Hände vor dem Körper auf dem Boden, kurze Beinimpulse, sodass Hüfte angehoben und Füße den Boden verlassen; ggf. sollen die Schüler versuchen, mit den Füßen zu klatschen.

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Abbildung 15 – Vierfüßlerstand, Hüfthöhe

  • Mit einer Sandsacktasche zwischen den Knöcheln vorwärts bewegen; abwechselnd Hände und Füße abstützen (Abb. 16).
  • In Paaren: Ein Kind hält die Sandsacktasche und ein zweites holt sie auf Zeichen.
  • Im Vierfüßlerstand Sandsack mit den Füßen in die Luft werfen und wieder fangen, Hüfte nach oben, Beine zusammenführen und versuchen, den Beutel so hoch wie möglich zu werfen (Abb. 16).

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Abbildung 16 – Vierfüßler mit Sandsackstart

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Übung: Aus dem Vierfüßlerstand mit hoher Hüfte abwechselnd Beine nach oben strecken; abwechselnd Hände und Füße abstützen und das freigegebene Bein wieder strecken.

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Abbildungen – Verschiedene Unterstützungs- und Inversionsübungen

Weitere Übungen: Kreise mit Kreide (ca. 80 cm Durchmesser) auf den Boden malen; frei in jeden Kreis laufen und innerhalb des Kreises Hände aufsetzen, "Schere" mit den Beinen in der Luft ausführen (Abb. 19). Einzelne Schülerinnen arbeiten in einem Kreis an Seitendrehungen und Balancierübungen.

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Abbildung 20 – Start der Parade der zwei Unterstützungen

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Abbildung 21 – Fußklopfen in der Parade · Abbildung 22 – Unterstützung bei der Handstütze

Achte Handstütz-Station und Sterne

Achte Handstütz-Station: Variante, bei der aus dem Stand in eine Rückwärtsbewegung (z. B. Rückwärts carpado) und beim Berühren des Bodens mit den Händen in die invertierte Position gefahrlos übergeht.

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Abbildung 23 – Achte Handstütz-Station

Stern (Rad)

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Abbildung 24 – Stern

Ronde (Rollen/Rundgang)

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Abbildung 25 – Ronde

Sprung auf dem Pferd (Horse Vault)

Amtliche Maße:

  • Trampolin (Reuther-System) meist 1,20 m lang, 60 cm breit und 20 cm hoch (als Beispiel für bestimmte Hilfsmittel).
  • Sprungpferd: etwa 1,60 m lang, 35 cm breit und 1,20 m über dem Boden (Variationen möglich).

Das Pferd kann durch einen Kasten oder eine einstellbare Sprunghöhe ersetzt werden; die Auflagefläche ist rutschhemmend, um mehr Sicherheit zu bieten.

Der Sprung ist ein Koordinationsakt dynamischer Exzellenz, der globale Raum-Zeit-Verschiebungen kontrolliert und besondere Koordination in Balance und posturaler Kontrolle erfordert. (Le Boulch)

Einführung zum Erlernen des Sprungs

Zum Erlernen des Pferdesprungs sind Zwischenstufen am Sprungbrett (Mini-Trampolin) wichtig. Diese Anpassungen betreffen die freie Ferse und die gezielte Landung auf einer Matte, zunächst ohne Pferd oder Sockel. Vorläufige Sprünge haben zwar geringen Wert im Code of Points, sind aber essenziell, um komplexere Sprünge vorzubereiten. Vorübungen lassen sich mit minimalem Material in Schulen durchführen.

Wichtig ist das Erlernen der einzelnen Phasen des Sprungs, da die Qualität jeder Phase die Gesamtleistung beeinflusst.

Phasen des Sprungs (nach Corbucci et al., 1993)

  • a) Anlauf: Der Anlauf sollte zunehmend schneller werden; der Oberkörper ist leicht vorgeschoben, kurz vor dem Trampolin kann eine kleine Rückprojektion erfolgen.
  • b) Ansatz und Absprung auf dem Trampolin: Füße auf dem vorderen Bereich des Trampolins, Hüften und leicht gebeugte Knie, Körper leicht konkav mit vorderer Neigung; die Arme werden auf Schulterhöhe gesetzt und kraftvoll mitgestreckt, um horizontale in vertikale Geschwindigkeit umzuwandeln.
  • c) Erster Flug: Beginnt beim Verlassen des Trampolins und endet bei der Handberührung auf dem Pferd oder Sockel. Bei einfachen Sprüngen sollte die Winkelung zwischen Rumpf und Beinen nicht mehr als 20° über der Horizontalen betragen.
  • d) Annäherung an das Pferd: Die Arme strecken sich parallel zum Rumpf, die Dämpfung erfolgt über die Schulterblätter.
  • e) Schulterstoß (Abstoß): Beim Berühren der Hände am Pferd wird das Gerät sofort weggedrückt, Schultern heben, Ellbogen in Extension halten — verantwortlich für die Zeit des zweiten Fluges.
  • f) Zweiter Flug: Beginnt nach dem Abstoß und endet bei der Fußberührung auf dem Boden; hier sollen Höhe und Komplexität (Saltos, Schrauben) gezeigt werden.
  • g) Landung: Die Turnerin beendet die Bewegung in stabiler Haltung; Stoßdämpfung durch Beugung der Sprunggelenke, Knie und Hüften; Arme zur Präsentation gestreckt.

Sprung: Gruppe direkt auf Sockel / Pferd (Jump "Hock")

Ziele: Entwicklung der spezifischen Koordination für den Sprung und der benötigten Fähigkeiten am Trampolin, mit oder ohne Hilfe.

Material: Rasen oder Bodenmatten, Gymnastiktrampolin (amtlich oder angepasst), Matratze oder Sandsack für die Landung.

Technische Beschreibung: Nach einem kurzen Anlauf und Absprung auf dem Trampolin ruhen die Hände seitlich auf dem Sockel, Ellbogen in Extension und Arme parallel. Es erfolgt der Schulterabstoß und das Anziehen der Knie zur Brust, gefolgt vom zweiten Flug und einer kontrollierten Landung mit gebeugten Knien und erhobenen Armen. (Santos, 1986:149)

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Abbildung – Salto-Gruppe auf dem Pferd

Wege zu helfen

Zwei Assistenten, einer auf jeder Seite des Trampolins, können die Füße berühren, die Hände halten an Arm oder Oberschenkel zur Führung; es ist auch mit nur einem Helfer möglich.

Einzelaktivitäten (Santos, 1986:150)

  • "Hares Leap" (Hasensprung) auf dem Boden: Aus der Hocke in die gestreckte Position schieben, Hände nach vorn strecken, Knie beugen und Füße zwischen den Händen zur Unterstützung bringen, dann explosiv abspringen (Abb. 2).
  • Hasensprung auf dem Sockel: Zunächst mit mehreren Modulen üben, dann schrittweise in der Höhe steigern.
  • Anlauf und Absprung auf dem Trampolin zum Sockel, mit Fußkontakt und anschließendem Absprung zur Matratze.

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Abbildung 2 – Hasensprung

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Abbildung 3 – Salto-Gruppe auf dem Sockel

Sobald die Beherrschung des Sprungs gefestigt ist, kann er an Pferd offiziell geübt werden.

Grätschsprung (Jump "Grätsche")

Ziele: Entwicklung der spezifischen Koordination für den abgesprungenen Grätschsprung.

Material: Trampolin oder amtliches Material, Matratze oder Sandsandbox für die Landung.

Technische Beschreibung: Nach Anlauf und Absprung erfolgt die Abstützung mit gekreuzten Händen auf dem Sockel (Arme parallel), Schulterabstoß, zweiter Flug mit gespreizten Beinen und kontrollierte Landung mit halbgbeugten Knien.

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Abbildung 4 – Grätschsprung auf dem Pferd

Wege zu helfen

Ein Assistent in der Landefläche kann die Arme des Darstellers unterstützen, bis er das Gleichgewicht erreicht. Dabei sollte die Hilfe so positioniert sein, dass Kollisionen vermieden werden.

Übungsvorschläge (Santos, 1986:156)

  • Hasensprung mit gespreizten Beinen auf dem Boden, danach auf dem Sockel mit Lehrerhilfe.
  • In Paaren: Ein Schüler hockt, der andere springt über den Rücken und stützt die Hände, führt gespreizte Beinbewegungen aus ("leap-frog").
  • Hasensprung in Längsrichtung auf einem Sockel mit Assistent.

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Abbildung 5 – "Jump Sattel"

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Abbildung 6 – Grätschsprung mit Sockel

Saltos und Umkehrsprünge

Salto-Spieltag

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Abbildung – Sprungrolle auf dem Pferd

Salto-Umkehr (Überschlag)

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Abbildung – Umkehrsprung auf dem Pferd

Anhang: Trampolin (Unit V)

Trampolin — Geschichte

Die Vorläufer des modernen Trampolins reichen viele Jahre zurück: Zirkus-Akrobaten nutzten Feder- oder Netzvorrichtungen, Trapezkünstler entwickelten neue Sprungformen mit Sicherheitsnetzen. Das moderne Sporttrampolin wurde in den USA 1936 von George Nissen entwickelt. Es verbreitete sich bald in Schulen, Universitäten und beim Militär. In Brasilien kam das Trampolin 1975 durch Professor José Martins de Oliveira; nationale Meisterschaften wurden schnell populär. 1997 kündigte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Aufnahme des Trampolins als olympische Sportart an; 1999 wurde Trampolin der FIG (International Gymnastics Federation) angegliedert. Das erste olympische Auftreten fand 2000 in Sydney statt.

Geräte und offizielle Ausstattung

Apparate des Trampolinsports

Die Disziplin Trampolin umfasst vier Apparate bzw. Prüfungen:

  • Trampolin: Die Einheit hat typische Maße von ca. 3,05 m x 5,05 m x 1,15 m (Variante je nach Norm) und ist die olympische Einzel-Disziplin.
  • Synchrones Trampolin: Zwei Athleten führen gleichzeitig auf zwei gleichen Trampolinen eine Serie aus.
  • Double Mini-Trampolin: Kleinere Trampolinform, mit zwei akrobatischen Elementen nach einem Anlauf.
  • Tumbling: Laufbahn mit einer Serie akrobatischer Elemente ähnlich dem Boden, in einer geraden Linie ausgeführt.

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Jumps, Sequenzen und Merkmale

Das Trampolin ist eine Disziplin, die Koordination, Harmonie, Geschicklichkeit und Gleichgewicht verbindet. Athleten erreichen Höhen von mehreren Metern und führen Saltos sowie mehrfache Schrauben und Pirouetten aus. Die Bewertung berücksichtigt Haltung und Schwierigkeit der Elemente.

Wettbewerbsformate

Trampolin (Einzel): In einer Serie müssen Athleten 10 Elemente ohne Unterbrechung ausführen (nach FIG-Regeln). Körperteile dürfen das Netz berühren, dies beeinflusst die Bewertung.

Qualifikation: In der Vorrunde führen Turner zwei verschiedene Serien (z. B. Pflicht- und Kürserie) aus.

Finale: Im Finale ist eine freie Serie erforderlich.

Synchrones Trampolin: Zwei Athleten führen gleichzeitig 10 Elemente auf zwei Trampolinen als spiegelbildliche Serie aus; die Synchronität ist zusätzlich zur Technik zu beurteilen.

Double Mini-Trampolin

Diese Kategorie kombiniert einen horizontalen Anlauf mit vertikalen Elementen auf einem kleinen Trampolin, gefolgt von einer Landung auf einer Matte oder Sandkasten. Athleten führen zwei technische Elemente ohne Unterbrechung aus. Wettkampf besteht aus Durchgängen, die nach technischer Ausführung und Schwierigkeit bewertet werden.

Tumbling

Tumbling wird auf einer gefederten Bahn ausgeführt und kombiniert Geschwindigkeit, Kraft und Geschicklichkeit in einer Reihe akrobatischer Manöver (Sprünge, Saltos, Schrauben). Wettkampf besteht aus Läufen mit je acht akrobatischen Elementen in einer geraden Linie.

Brasilianischer Verband, Kategorien und Vorteile

Kategorien nach Alter (im Wettbewerbsjahr):

  • Pre-Kinder: 9–10 Jahre
  • Kinder: 11–12 Jahre
  • Kinder/Jugendliche: 13–14 Jahre
  • Jugend: 15–16 Jahre
  • Erwachsene: ab 17 Jahren

Teamzusammensetzung: Ein Team besteht aus 3 bis 4 Turnerinnen/Turnern, wobei die drei besten Noten gewertet werden.

Vorteile des Trampolintrainings

  • Muskelentwicklung: Springen auf dem Trampolin fördert die Kraft, insbesondere für Körperhaltung und Rumpfmuskulatur.
  • Herz-Kreislauf-Fitness: Sprungtraining hat anaerobe und aerobe Effekte und verbessert die kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit.
  • Kinästhetische Wahrnehmung: Trampolintraining verbessert die schnelle Wahrnehmung des eigenen Körpers im Raum.
  • Schnelles Lernen: Ein gut strukturiertes Unterrichtsprogramm ermöglicht das zügige Erlernen neuer Bewegungen und fördert Selbstvertrauen.

Schutzmaßnahmen, Unfälle und Prävention

Die meisten Unfälle am Trampolin entstehen durch falsche Landungen, insbesondere bei Rotationsbewegungen. Wichtige Vorsichtsmaßnahmen:

  • Bevor das Gerät bewegt wird, auf ein offenes oder geschlossenes Gerät achten; Rollen/Transporträder sichern.
  • Montage und Befestigung des Geräts überprüfen; Stützpunkte sollten fest und eben stehen.
  • Matten rund um das Gerät anbringen (bei Tumbling, Double-Mini und Trampolin).
  • Bei wettbewerbsfähigen Vereinen Rahmenverlängerungen und Schutzabdeckungen montieren.
  • Nie defekte oder gerissene Sprungtücher verwenden.

Unfallfälle und Umfeld

  • Unfälle im Zusammenhang mit dem Umfeld: Raumbegrenzungen beachten; bei starkem Sonnenlicht Öffentliches Training vermeiden, da blendendes Licht die sichere Landung gefährden kann.
  • Unfälle auf dem Trampolin: falsche Landung führt zu Instabilität und Abbruch der Serie. Für eine gute Landung sollten Füße nach Hüftbreite auf dem Netz landen; Körperhaltung und Spannung sind entscheidend.

Regeln zur Vermeidung von Unfällen:

  • Anfängern niemals komplizierte Bewegungen ohne grundlegendes Training erlauben.
  • Progressionen (Schritt-für-Schritt) je nach Leistungsstand unterrichten.
  • Angemessene Schutzmaßnahmen für Athletinnen und Athleten treffen.
  • Klare Organisation des Unterrichts und Einsatz von Hilfspersonen nach einem Zeitplan.

Abschließende Bemerkung zum Tumbling

Tumbling wird auf einer gefederten Bahn ausgeführt, die eine ausreichende Länge (typisch etwa 25–40 m, je nach Norm) benötigt, um eine Reihe akrobatischer Elemente mit Geschwindigkeit und Explosivität durchzuführen. Offizielle Regeln definieren Maße und Vorgaben für Wettkämpfe.

Ende des Dokuments.

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