Haftung von Amtsträgern: Voraussetzungen, Vergütung, Sanktionen

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B) Die Haftung von Amtsträgern

1. Voraussetzungen für die Position

Ein präventiver Kontrollmechanismus existierte für die rotierenden Verwaltungsbeamten und Richter, ebenso wie für die Auswahl der Personen, die Recht sprechen sollten.

Diese Menschen wurden vornehmlich aus angesehenen und wohlhabenden Familien gewählt, mit Erfahrung in Kriegszeiten und in Fällen der Eroberung. Man suchte guten Charakter; sie wurden im Calmecac erzogen, klug und weise, und auch die Bediensteten des Palastes wurden erhoben.

Der gute Senator bzw. Richter urteilte richtig, hörte beide Seiten und wog die Gründe der einen wie der anderen ab. Er gab jedem, was gerecht war, und hielt sich stets an das Recht — nicht an die bloße Akzeptanz durch das Volk, sondern an die Gerechtigkeit ohne Leidenschaft. So ist nachvollziehbar, dass ein Ethikkodex sehr real war.

2. Vergütung

Die Besoldung der Richter bestimmte der König; sie bestand aus festgelegten Geldbeträgen und Lebensmitteln sowie dem Recht auf bestimmte Ländereien, auf denen Landwirtschaft betrieben wurde, um die Familie zu ernähren.

In diesen Ländereien gab es Mayehues, Menschen, die die Pflege der Kulturen übernahmen und die Versorgung mit Wasser und Brennholz für das Haus der Richter sicherstellten.

Beamte erhielten vom Tlatoani kostenlos Verpflegung und Unterkunft; zudem wurden Waren und Dienstleistungen je nach Qualität und Lage der jeweiligen Verantwortung geleistet.

3. Aufgaben und Sanktionen

Der fortgesetzte Aufenthalt in den Gerichten, die von Tagesbeginn bis zum Abend tagten, war ein weiterer Weg, um Richterkorruption zu vermeiden. Todesurteile gegen Verbrecher wurden rasch vollstreckt, und der Souverän überwachte deren Umsetzung durch regelmäßige Treffen mit den Beamten, um die anhängigen Rechtsstreitigkeiten zu prüfen.

Die Gerichte tagten in Regelperioden: teils jeweils 20 Tage in Anwesenheit des Königs; die Generalversammlung aller Richter bestimmte alle 80 Tage den Rückstand, um den schwerwiegenden Übeln der Prozessverzögerung zuvorzukommen. Dadurch sollten Prozesse beschleunigt und die Kommunikation der Richter untereinander verbessert werden.

Bezüglich disziplinarischer Kontrolle: Wenn ein Beamter seine Aufgaben nicht erfüllte, berauscht war oder Bestechungsgelder annahm, wurde er von seinen Kollegen ermahnt; im Wiederholungsfall wurde er seines Amtes enthoben und geschoren, was eine große Schande bedeutete.

Ruhige Verbannung, Entlassung oder sogar Tod wurden je nach Schwere des Falles als Strafe auferlegt. Zur Ahndung der Ausübung richterlicher Aufgaben außerhalb des Geländes der früheren Lehrer legte der Tlatoani den Fall vor und sprach das Urteil.

Die Kontrollmechanismen Mexikos erstaunten die spanischen Eroberer in ihrem Ausmaß und dienten ihnen als Beispiel für hispanische Richter.

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