Handelshemmnisse und Zahlungsbilanz: Analyse und Instrumente
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Protektionismus und Freihandel: Eine historische Debatte
Der Protektionismus im produktiven System selbst ist eines der Themen, das seit den Anfängen des internationalen Handels die größte Kontroverse unter Politikern, Ökonomen und Geschäftsleuten ausgelöst hat.
Generell lässt sich sagen, dass die Kommerzialisierung im 16., 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts stark für eine aktive Handelsbilanz eintrat. Dies bedeutet, dass die Exporte die Importe übersteigen sollten (Handelsbilanzüberschuss). Es wurde argumentiert, dass, wenn ein Land einen Überschuss erzielt, dies notwendigerweise negativ für das andere Land sein muss. In der Realität finden wir jedoch Argumente, die sowohl den Protektionismus als auch den Freihandel unterstützen.
Grenzen und Einschränkungen des Freihandels
- Obwohl ein Land einen komparativen oder absoluten Vorteil bei der Herstellung von Gütern hat, können Transport-, Lager- und Vertriebskosten die Vorteile des Kaufs zunichtemachen.
- In einigen Unternehmen können aufgrund der erhöhten Produktion für den Export sinkende Erträge auftreten, da die Kosten schneller steigen als die Einnahmen.
- Die Produktionsfaktoren sind nicht vollständig mobil, insbesondere Kapital, Arbeit und bestimmte Rohstoffressourcen.
- Es existieren politische und wirtschaftliche Hindernisse, die den freien Handel mit Waren und Dienstleistungen behindern.
Argumente für Handelshemmnisse (Protektionistische Sicht)
- Einige Branchen in strategischen Sektoren können durch die Konkurrenz aus anderen Ländern nachteilig betroffen sein.
- Der Arbeitsmarkt und die einheimische Industrie können ebenfalls negativ durch unlauteren Wettbewerb aus dem Ausland beeinflusst werden.
- Die Entwicklung einzelner Wirtschaftssektoren kann durch Importe verlangsamt werden, was die externe Abhängigkeit erhöht.
- Wenn die Einfuhren die Ausfuhren übersteigen, entsteht ein Defizit in der Handelsbilanz, was zur Erhöhung der Staatsverschuldung beitragen kann.
Instrumente des Protektionismus
Zölle (Gebühren)
Zölle sind Steuern auf Waren aus dem Ausland, die erhoben werden, um deren Preise anzuheben und sie den nationalen Produkten anzugleichen oder diese zu übersteigen (Verteuerung).
Kontingente (Quoten)
Kontingente bestehen in der Festlegung von Mengenbegrenzungen (Quoten) für die Einfuhr bestimmter Waren, um die importierte Menge zu begrenzen.
Exportsubventionen
Exportsubventionen sind Beihilfen, die für die Ausfuhr von Erzeugnissen gewährt werden, um deren Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten zu steigern.
Nichttarifäre Handelshemmnisse
Diese können gesundheitlicher Natur sein, wobei Produkte, die strenge Kontrollen nicht bestehen, nicht importiert werden dürfen. Es können auch bürokratische Hürden oder monetäre Abwertungen (Devisenkontrollen) verhängt werden.
Die Zahlungsbilanz (ZAB)
Definition und Analyse
Die Zahlungsbilanz (ZAB) ist eine systematische Aufstellung aller wirtschaftlichen Transaktionen (Einnahmen und Zahlungen) einer Volkswirtschaft mit dem Ausland innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Die Bilanz ist die Differenz zwischen Einnahmen und Zahlungen. Wenn die Zahlungen die Einnahmen übersteigen, spricht man von einem Defizit.
Hauptunterbilanzen der Zahlungsbilanz
Die Leistungsbilanz
Die Leistungsbilanz umfasst den Handel mit Waren und Dienstleistungen sowie laufende Übertragungen (einseitige Bewegungen von Geldern ohne direkte Gegenleistung), wie z. B. Überweisungen von Emigranten, Stipendien und ähnliches.
Die Kapitalbilanz
Die Kapitalbilanz erfasst Kapitalbewegungen, Investitionen und Kredite des privaten und öffentlichen Sektors, sowohl kurz- als auch langfristig.
Die Währungsreserven (Devisenreserven)
Die Währungsreserven bilden die Menge an verfügbarer Liquidität, die ein Land ansammelt (in der Regel bei der Zentralbank), und tragen dazu bei, den normalen Ablauf der internationalen Zahlungen zu gewährleisten.