Handwerkstechniken: Textilien, Emaille und Papierherstellung

Eingeordnet in Technologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,49 KB

Textilien und Teppiche

Stoffe sind grundlegende Medien für Malerei, Bekleidung und Mode. Die Qualität eines Gewebes hängt primär von zwei Faktoren ab:

Garnherstellung

Gewebe bestehen aus Fasern, die tierischen (Wolle, Seide), pflanzlichen (Flachs, Hanf, Baumwolle) oder synthetischen Ursprungs (Viskose, Polyester) sein können. Die Umwandlung von Fasern zu Garn erfolgte historisch durch:

  • Handspindel: Umwickeln der Fasern um einen Stab.
  • Spinnrad: Entwickelt um 500 v. Chr. in Indien. Es ermöglichte einen feinen, homogenen Faden durch konstante Geschwindigkeit.

Die Fäden werden als Kett- und Schussfäden verarbeitet. Die Färbung erfolgt entweder vor oder nach dem Weben mit tierischen (z. B. Cochenille), pflanzlichen (z. B. Indigo) oder seit dem 18. Jahrhundert mit chemischen Farbstoffen.

Gewebearten

Beim Weben werden Kettfäden und Schussfäden rechtwinklig miteinander verkreuzt. Je nach Material und Bindung entstehen unterschiedliche Stoffe:

  • Taft: Seide
  • Popeline: Baumwolle oder Wolle
  • Tuch: Wolle

4.2 Tapisserie

Eine Tapisserie ist ein gewebtes Bildwerk zur Wanddekoration. Die Kettfäden bestehen meist aus widerstandsfähigen Materialien wie Flachs oder Hanf, während der Schuss aus Gold, Seide oder Silber das Bildmotiv bildet. Als Vorlage dienen oft Kartons berühmter Maler.

4.3 Teppiche

Teppiche dienen als Bodenbelag. Entscheidend ist die Knotenfestigkeit an der Kette. Die Florhöhe (üblicherweise 4–12 mm) bestimmt die Qualität; maschinell gefertigte Teppiche weisen oft eine geringere Qualität auf.

Glasemail

Emaille ist eine Glasbeschichtung auf Metall, die im Ofen eingebrannt wird. Geeignete Trägermaterialien sind Gold, Silber, Eisen oder Bronze.

Techniken der Emaille

  • Cloisonné (Zellenschmelz): Kleine Trennwände bilden Zellen, die mit Emaille gefüllt werden.
  • Champlevé (Grubenschmelz): Vertiefungen im Metall werden mit Emaille ausgefüllt und bündig geschliffen.
  • Limousiner Emaille: Bemalung mit weißer, blauer, roter oder grüner Glaspaste auf Metall.
  • Enamel au jour (Fensteremail): Transparente Glasur in einem Drahtgerüst, die wie ein kleines Fenster wirkt.

Zeichnung und Papierherstellung

Der Begriff „Zeichnung“ (ital. disegnare) bezeichnet den konzeptionellen Prozess der Gestaltung auf einer Oberfläche.

1. Pergament

Hergestellt aus gereinigten und polierten Tierhäuten (meist Kuh). Aufgrund der aufwendigen Herstellung und variierenden Dicke war es sehr kostspielig.

2. Papier

Papier besteht aus pflanzlichen Fasern (Cellulose). Ursprünglich aus China (105 n. Chr.), verbreitete es sich im Mittelalter als kostengünstigere Alternative zum Pergament.

Manuelle Herstellung

Der Prozess umfasst das Zerkleinern von Stoffresten (Lumpen) in Wasser, das Schöpfen der Masse mit einem Sieb und das anschließende Pressen und Trocknen. Im 17. Jahrhundert wurde der Hollander-Holländer zur effizienteren Zerkleinerung eingeführt. Im 18. Jahrhundert ermöglichte die Endlospapier-Maschine eine mechanisierte Produktion. Seit dem 19. Jahrhundert wird vermehrt Holzschliff verwendet, was aufgrund des Ligningehaltes jedoch zu einer schnelleren Versauerung und Oxidation des Papiers führen kann.

Verwandte Einträge: