Hautbefunde nach Tod: Livores, Ekchymosen, Erosionen
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Körperoberfläche
3. Körperoberfläche. Die Farben sind pseudoekchymotische Verfärbungen, ähnlich wie Blutergüsse, die am Körper auftreten können. a) Spots cyanotisch können auftreten. Sie erscheinen im Gesicht und seltener im Bereich des Nackens im Falle des Todes durch akutes Herzversagen.
Livores (Leichenflecken)
B) Livores am Leichnam. Sie liegen an den abhängigen Stellen; sie bilden sich nur in den Bereichen, die der Rücklage ausgesetzt sind, nicht in der vorderen Körperseite, sofern dort kein ausgetretenes Blut oder keine zerstörerischen oder reaktionellen entzündlichen Erscheinungen vorliegen. Wird der Körper gewaschen, lassen sich die Livores nicht einfach entfernen; bei Einweichen in Wasser können sich Ablagerungen lösen. Veränderungen durch beginnende Verwesung (Hämolyse) können ebenfalls Färbungsänderungen hervorrufen, die Druckstellen ähnlichsehen. Eine oberflächliche Schnittuntersuchung des Bereichs beseitigt die Zweifel, da hier kein Blutextravasat gefunden wird.
Ekchymosen: vital und postmortem
Ekchymosen vital und postmortem. Bei stumpfen Traumata, die auf eine Stelle in abfallenden (steilen) Bereichen einwirken, kann es zum Platzen der Gefäße kommen; dies führt zur Ansammlung einer gewissen Blutsumme im Gewebe oder zu Einwanderung in Zellzwischenräume. Da postmortale Prellungen diagnostische Schwierigkeiten verursachen können, sollte man stets in Erwägung ziehen, die Blutergussregion aufzuschneiden, um die Eigenschaften des extravasalen Blutes zu prüfen.
- Vital ekchymosen (lebende Ekchymosen): Das Blut durchdringt die Maschen des Zellgewebes; diese erscheinen intensiv und fest mit dem Gewebe verbunden, das geronnene Blut ist eingebettet, sodass sich die Blutung nicht löst oder durch Waschen unter fließendem Wasser entfernt werden kann.
- Postmortale Ekchymosen: Das einegetretene Blut liegt glatt oder schwach geronnen vor; die Gerinnsel sind nicht fest an das Gewebe gebunden und lassen sich leicht durch Waschen entfernen.
Erosionen und Exkoriationen
Erosionen und Exkoriationen. Bei Dehydrierung kann die Haut im betroffenen Gebiet pergamentartig erscheinen. Eine Erosion, die vor dem Tod entstanden ist, zeigt in der Regel eine konstante Krustenbildung. Ausnahmen können auftreten. Bei der Obduktion unterscheiden sich Erosionen postmortem dadurch, dass dort keine Kruste vorhanden ist.
Im Bereich von Körperstellen mit Hanglage können Erosionen durch hypostatische Livores beeinflusst werden; die Blutergüsse können knusprig werden. Insektenstiche an einer Leiche können Erosionen hervorrufen; die Quelle versiegt, und die Kruste ist mehr oder weniger dunkel und medikolegal von Bedeutung.
Semiologie von Erosionen und Exkoriationen. Bei der Befundaufnahme sind drei interessante Kriterien zu berücksichtigen: topographisch, morphologisch und quantitativ.
Topographisches Kriterium
Erosionen und Exkoriationen finden sich in der Regel an exponierten Körperstellen; die genaue Lage der Erosion liefert wertvolle Hinweise in folgenden Fällen:
- a) Verletzungen: Die Lage der Erosion zeigt die Position des Opfers beim Schlag und die Richtung, die das Fahrzeug oder das angreifende Objekt gehabt haben könnte.
- b) Ziehen: Durch Ziehen entstehen große, tiefe Kratzspuren, die die Richtung der Zugbewegung und die Beschaffenheit des Bodens verraten können.
- c) Erstickung: Hier finden sich Erosionen und Abschürfungen durch Fingernägel rund um Nase und Mund.
- d) Strangulation mit der Hand: Erosionen am Hals sind von großem forensischem Wert.
- e) Sexuelle Nötigung: Genitale Reibung kann Erosionen an den Geschlechtsorganen und den angrenzenden Regionen hinterlassen.
- f) Kämpfe: Hier finden sich gemischte Signale von Abwehr- und Angriffsspuren, unregelmäßig über den ganzen Körper verteilt.
Morphologisches Kriterium
Form der Erosionen. Die Form kann unregelmäßig sein oder eine zweiteilige Figur aufweisen. Beispiele:
- a) Rechteckige Erosionen: Länglich, manchmal mit Abdrücken, die typisch für Fahrzeugreifen sind.
- b) Lineare oder bandförmige Erosionen: Typisch für Auspeitschungen mit Peitschen, Stöcken etc.
- c) Erosionen durch Schuhsohlen: Entstehen bei Tritten und Stampfen. Wenn das traumatische Ereignis die Ferse betrifft, entsprechen die Erosionen der Form der Schuhsohle.
Die oben genannten Kategorien und Beschreibungen dienen der forensischen Differenzialdiagnose zwischen vitalen und postmortalen Hautveränderungen. Bei Zweifeln sollte eine mikroskopische und gegebenenfalls histologische Untersuchung vorgenommen werden, um die Vitalität der Läsionen zu klären.