Heldenepen des Mittelalters: Struktur, Merkmale & Beispiele
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Heldenepen im Mittelalter: Eine Einführung
Epen sind literarische Werke, die Geschichten von Helden erzählen und Tugenden vermitteln, die ein Volk oder eine Gruppe im Mittelalter als vorbildlich ansah. Im 11., 12. und 13. Jahrhundert wurden sie aufgrund des Analphabetismus mündlich von Spielleuten rezitiert. Sie umfassten bis zu 4000 Verse, die in variablen Strophen gruppiert waren.
Merkmale mittelalterlicher Epen
- Unregelmäßige Verse mit 14 und 16 Silben, zwei Halbverse mit Assonanz und Reim.
- Überwiegend realistisch und historisch.
- Viele Verben zur Beschleunigung der Erzählung.
- Kurze Beschreibungen.
- Verwendung von Beinamen.
Das Cantar de Mio Cid
Das Cantar de Mio Cid ist ein anonymes Heldenepos, das von den Taten des Ritters Rodrigo Díaz de Vivar in seinen letzten Lebensjahren inspiriert ist. Das Gedicht stammt aus dem 12. und 13. Jahrhundert und besteht aus 3735 Versen, wobei Verse mit 14 bis 16 Silben dominieren. Die Verse sind durch Zäsuren in zwei Halbverse geteilt.
Handlung und Struktur
Der Cantar de Mio Cid thematisiert die Sorge um das verlorene soziale Ansehen des Helden. Seine Wiederherstellung führt zu einem höheren sozialen Status. Die innere Struktur wird durch eine Kurve von Verlust, Wiederherstellung, Verlust und erneuter Wiederherstellung des sozialen Ansehens des Helden bestimmt.
Externe Struktur
Literaturwissenschaftler haben das Werk in drei Teile gegliedert:
Erster Gesang: Das Lied des Exils
El Cid wurde aus Kastilien verbannt und musste seine Frau und seine Töchter verlassen. Er begann einen Feldzug gegen die Mauren in den christlichen Ländern.
Zweiter Gesang: Das Lied der Hochzeit
Cid erobert Valencia von den Mauren. Er schickt Geschenke an den Königshof von Kastilien und bittet den König, seine Familie nachkommen zu lassen. Der König akzeptiert, begnadigt Cid und erlaubt seiner Familie, nach Valencia zu kommen. Die Infanten von Carrión bitten um die Hand von Cids Töchtern, Elvira und Sol, und der König stimmt der Heirat zu.
Dritter Gesang: Das Lied der Schmach von Corpes
Die Infanten von Carrión zeigen bald ihre Feigheit, zuerst angesichts eines Löwen und dann im Kampf gegen die Araber. Sie fühlen sich gedemütigt und planen Rache. Sie reisen mit ihren Frauen ab, misshandeln sie und lassen sie verlassen zurück. El Cid wird entehrt und fordert Gerechtigkeit vom König. Das Gedicht endet mit Heiratsplänen zwischen den Töchtern des Cid und den Thronfolgern von Navarra und Aragon.
Mester de Juglaría (Sängerkunst)
Die Mester de Juglaría umfasst epische und lyrische Werke, die im Mittelalter von Juglares (Spielleuten) verbreitet wurden, die diese sangen oder rezitierten. Mester bedeutet so viel wie Beruf oder Kunst. Die Spielleute waren oft von niederer Herkunft und traten als Gaukler, Akrobaten usw. auf. Ihre Verse waren unregelmäßig, zwischen 10 und 16 Silben, wobei vierzehnsilbige (alexandrinische) Verse dominierten. Sie verwendeten Assonanzreim und improvisierten, was ihnen mehr Freiheit gab.
Mester de Clerecía (Gelehrtenkunst)
Die Mester de Clerecía wurde von Klerikern, Gelehrten und Priestern geschaffen, die über Kenntnisse des Triviums (Grammatik, Rhetorik, Logik) verfügten und das Quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie) studiert hatten. Ihre Werke behandelten religiöse und historische Themen und dienten der Belehrung und Unterhaltung des Publikums. Sie schrieben in regelmäßigen, alexandrinischen Versen mit 14 Silben, die durch eine Zäsur in zwei Halbverse geteilt waren, und verwendeten durchgängig Reim. Im Gegensatz zur Mester de Juglaría wurden keine heroischen Themen behandelt.