Die Herrschaft der Katholischen Könige: Innen- und Außenpolitik im Überblick

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1. Die Herrschaft der Katholischen Könige

1.1. Innenpolitik

Die dynastische Union

Die katholischen Könige erreichten die territoriale Einheit der Iberischen Halbinsel, mit Ausnahme von Portugal. Mit der Heirat von Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon wurden die beiden Königreiche vereint, wobei sie ihre Institutionen, Gesetze, Währungen und Sprachen beibehielten.

Das Management (Regierungsführung)

  • Regierungsrat: Der wichtigste beratende Regierungsausschuss der Könige. Die Gerichtshöfe traten in den Hintergrund.
  • Armee: Es wurde eine stehende Armee geschaffen.
  • Die Heilige Bruderschaft (Santa Hermandad): Gebildet aus Straßenmilizen, die für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit verantwortlich waren.
  • Gerichts- und Kanzleiwesen (Valladolid und Granada): Hochgerichte, die die herrschaftliche Gerichtsbarkeit bis zum Ende der Epoche ausübten.
  • Finanzen: Reorganisation zur effektiveren Erhebung von Steuern.
  • Gemeinden: Die Macht der Magistrate wurde durch Beamte kontrolliert, die die königliche Macht weitreichend repräsentierten.

Die Unterordnung des Adels

Der Adel wurde von der Einmischung in politische Angelegenheiten abgehalten. Er behielt jedoch weiterhin großen wirtschaftlichen und sozialen Einfluss.

Die religiöse Politik

Religiöse Einheit wurde als notwendig erachtet, um den Zusammenhalt des neuen Staates zu sichern.

  • Im Jahr 1478 wurde die Inquisition in Kastilien eingeführt, um die Religion der Juden zu verfolgen, die zum Christentum konvertiert waren und ihren alten Glauben heimlich weiter praktizierten.
  • Im Jahr 1492 erfolgte die Vertreibung der Juden, die sich nicht zum Christentum bekehren wollten.
  • Die muslimische Bevölkerung (Mudéjares) durfte anfangs ihre Besitztümer, Bräuche, Sprache und Religion behalten. Die religiöse Politik änderte sich jedoch unter Kardinal Cisneros, was zu erzwungenen Konversionen führte und einen Aufstand in den Alpujarras (1499) auslöste. Danach mussten die Muslime zwischen Konversion oder Migration wählen. Die meisten konvertierten (Morisken), praktizierten aber oft weiterhin heimlich muslimische Riten und Gebräuche.

1.2. Außenpolitik

Die Außenpolitik der Katholischen Könige hatte zwei Hauptziele:

  1. Isolierung Frankreichs durch Heiratsallianzen mit dem Heiligen Römischen Reich und Großbritannien.
  2. Territoriale Expansion im Ausland.

Expansion der Krone von Aragón (Ferdinand II.)

Fokus auf das Mittelmeer und die Annexion des Königreichs Neapel (1443).

Expansion der Krone von Kastilien (Isabel I.)

Zwei Wachstumslinien:

  • Nordafrika: Eroberung von Melilla, Oran, Algier, Tunis und Tripolis.
  • Atlantik: Eroberung der Kanarischen Inseln und die Entdeckung Amerikas.

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