Die Herrschaft Napoleons III. und das Zweite Kaiserreich
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Die Herrschaft Napoleons III. und die Verfassung
Die Verfassung von 1852 gab Napoleon III. die Kontrolle über die Exekutive und das Militär sowie das Recht, in die Justiz und die Gesetzgebung einzugreifen. Die von der Regierung vorgeschlagenen Gesetze mussten durch die Mitglieder der Legislative, die durch das allgemeine Wahlrecht für Männer gewählt wurden, genehmigt werden.
- In den 1850er Jahren war das primäre Ziel Napoleons die Aufrechterhaltung der Ordnung. Dies geschah durch die Stärkung der Polizei in den Städten und der Gendarmerie im ländlichen Raum. Er festigte seine Macht, setzte Zensur ein, erneuerte die Verwaltung und unterzeichnete einen Vertrag mit der katholischen Kirche, wodurch er zum Verteidiger des Papstes und des Kirchenstaates wurde.
Wirtschaftliche Entwicklung und Modernisierung
Es fand eine bedeutende wirtschaftliche Entwicklung statt: Die Modernisierung der Landwirtschaft und der Industrie wurde gefördert, um die Unterstützung der Bauern und des Bürgertums zu gewinnen. Das städtische Proletariat verhielt sich neutral, da es von sozialen Vorteilen profitierte und seine Arbeitsplätze behielt.
Das Kapital der privaten Investmentbanken stammte aus industriellen und kommerziellen Aktivitäten. Die landwirtschaftliche Produktion verbesserte sich deutlich. Die Regionen Frankreichs spezialisierten sich, um Krisen zu überstehen. Es entstanden Überschüsse für den Export, was die Ernährung der Franzosen verbesserte. Der primäre Sektor blieb wichtig, während die Textilindustrie, der Bergbau und die Stahlindustrie aufgrund der erhöhten Nachfrage nach diesen Produkten ein enormes Wachstum verzeichneten. Der Handel verdoppelte sich im Inland und verdreifachte sich im Ausland. Im Inneren entstanden moderne Märkte, Kaufhäuser und Supermärkte in den Städten. Frankreich verfügte bis 1867 über einen Handelsbilanzüberschuss.
Liberalisierung, Krisen und der Sturz des Kaisers
- In den späten 1860er Jahren traf Napoleon III. gewisse Maßnahmen zur Liberalisierung. Dazu gehörten die Gewährung von Amnestie für politische Gefangene, die Legalisierung von Gewerkschaften, die Anerkennung des Streikrechts und die Einführung einiger Freiheiten.
- Diese Aktionen standen im Kontrast zu den Misserfolgen in seiner Außenpolitik. Diese wurden von Unruhen und einer schweren Wirtschaftskrise begleitet, die zu erhöhter Arbeitslosigkeit und sozialen Spannungen führte. Diese Faktoren führten schließlich zum Sturz des Kaisers und der Ausrufung der Dritten Republik.