Erste Hilfe bei Blutungen und Verletzungen
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Blutungen
Blutungen sind das Austreten von Blut aus den Blutgefäßen. Man unterscheidet zwischen äußeren und inneren Blutungen.
Symptome
Anzeichen für Blutungen sind: blasse, kühle und feuchte Haut, Zyanose (bei anhaltender Blutung), schneller und schwacher Puls, schnelle flache Atmung, Verwirrtheit, Unruhe, Reizbarkeit und mögliche Bewusstlosigkeit.
Innere Blutungen
Hinweise auf innere Blutungen können aus Körperöffnungen austreten:
- Mund: Helles Blut (Lunge) oder braunes Blut (Magen).
- Ohr: Blut oder klare, wässrige Flüssigkeit (Hinweis auf Schädel-Hirn-Trauma).
- Nase: Blut oder klare, wässrige Flüssigkeit.
Otorrhagie (Blutung aus dem Ohr)
Bei Bewusstsein und geringen Mengen oft harmlos. Bei Bewusstlosigkeit und Trauma besteht Verdacht auf einen Schädelbruch. Maßnahmen: Nicht verstopfen, Patient in Seitenlage bringen, vorsichtiger Umgang, sofortiger Transport ins Krankenhaus.
Epistaxis (Nasenbluten)
Ursachen können harmlos (Rauschen, Niesen), symptomatisch (Bluthochdruck) oder traumatisch sein. Maßnahmen: Patient beruhigen, sitzende Position leicht nach vorne gebeugt, Nasenflügel 4-5 Minuten komprimieren, bei Bedarf Tamponade.
Hämoptyse (Bluthusten)
Blutung aus der Lunge, oft durch Trauma oder Lungenerkrankungen. Das Blut ist hellrot und schaumig. Maßnahmen: Absolute Bettruhe in halbsitzender Position, nichts oral verabreichen, Eispack auf die Brust.
Herz-Kreislauf-Notfälle
Angina Pectoris
Sauerstoffmangel des Herzmuskels durch Verengung. Symptome: Zentraler Brustschmerz, der in Kiefer und Arm ausstrahlt, Kurzatmigkeit, Angst. Maßnahmen: Halbsitzende Position, Schmerzmittel (Aspirin), Transport ins Krankenhaus.
Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
Schädigung des Herzmuskels durch Durchblutungsstörung. Symptome: Anhaltender Brustschmerz, Schwäche, Schwindel, graue Haut, blaue Lippen, Atemnot. Maßnahmen: Halbsitzende Position, Notruf 112, Aspirin geben.
Herzinsuffizienz
Das Herz pumpt nicht genug Blut. Symptome ähneln oft dem Infarkt. Maßnahmen: Halbsitzende Position, Notruf 112.
Arten von Verletzungen
- Schnittwunde: Glatte Kanten, starke Blutung.
- Platzwunde: Unregelmäßige Ränder, Gewebezerquetschung, Infektionsgefahr.
- Schürfwunde: Oberflächlich, Infektionsgefahr.
- Hämatom: Bluterguss ohne Hautverletzung.
- Stichwunde: Tief, hohes Infektionsrisiko, innere Verletzungen möglich.
- Schusswunde: Ein- und Austrittsloch, schwere Gewebeschäden.
Wundversorgung
Wunde unter fließendem Wasser spülen, mit sauberer Gaze reinigen und abdecken. Tetanusschutz prüfen.
Versorgung externer Blutungen
Direkte Kompression: Druck auf die Wunde ausüben (10 Minuten). Kompressionsdruck: Abdrücken der Hauptschlagader (A. humeralis am Arm oder A. femoralis am Bein). Bei eingebetteten Objekten: Nicht entfernen, nur um das Objekt herum verbinden.
Tourniquet (Abbinden)
Nur als letzte Maßnahme bei massiven Blutungen, die anders nicht zu stoppen sind. Zeit und Ort notieren. Nicht mit dünnen Schnüren abbinden. Nur durch medizinisches Personal entfernen lassen.