Erste Hilfe: Wunden, Frakturen, Verbrennungen & Elektrounfälle
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Erste Hilfe: Maßnahmen bei Unfallopfern
1. Maßnahmen, die bei einem Unfall an einem Opfer erforderlich sind
Bei einem Unfall sind folgende Maßnahmen zu prüfen und gegebenenfalls durchzuführen:
- Puls überwachen: Prüfen Sie, ob ein Puls vorhanden ist.
- Atemwege sichern: Überprüfen Sie, ob die Atmung frei und wirksam ist.
- Verletzten befragen: Fragen Sie nach Symptomen, Schmerzen und Vorerkrankungen.
- Blutungen stillen: Blutungen umgehend stoppen.
- Wunden abdecken / schwere Verletzungen immobilisieren: Offene Wunden abdecken; bei schweren Verletzungen ruhigstellen.
- Frakturen nicht manipulieren: Frakturen nicht bewegen oder „richten“; ggf. stabilisieren.
- Wunden waschen und verbinden: Bei geeigneten, einfachen Verletzungen Wunde reinigen und verbinden.
- Kein Essen oder Medikamente: Geben Sie dem Verletzten keine Getränke oder Medikamente ohne ärztliche Anweisung.
- Beruhigen: Den Verletzten beruhigen und betreuen.
2. Wundbehandlung: einfache und komplizierte Wunden
Einfache Wunden — Vorgehen:
- Hände mit Wasser und Seife waschen; Instrumente säubern.
- Wunde mit sterilem Material und ggf. mit Wasser oder, sparsam, Wasserstoffperoxid reinigen.
- Antiseptisches Mittel anwenden, falls verfügbar.
- Nicht in die Wunde blasen.
- Gaze auflegen, wenn es sich um eine einfache Wunde handelt.
- Wunde nicht mit fusselfreiem Baumwollmaterial direkt berühren.
- Wunde mit einem Verband abdecken.
- Keine Salben auftragen, sofern nicht ärztlich empfohlen.
Komplizierte Wunden — Vorgehen:
- Wunde nicht reinigen oder erkunden (kein Erkundigen von Fremdkörpern).
- Sterile Gaze anlegen und leicht fixieren.
- Verletzten ins Krankenhaus bringen oder den Rettungsdienst rufen für professionelle Versorgung.
3. Behandlung von Frakturen
Behandlung:
- Blutungen stillen.
- Offene Wunden mit Gaze abdecken.
- Knochen nicht wieder einlegen oder richten.
- Ruhigstellung mittels Schiene, starrer Schiene oder Tuch/Schal (Schiene anlegen).
Wir dürfen nicht:
- Die Wunde auswaschen oder tiefer erkunden.
- Knochenfragmente berühren.
- Druck auf die Fraktur ausüben.
- Eine Schiene direkt über eine offene, stark verschmutzte Wunde legen, ohne Abdeckung.
- Handlungen unnötig verzögern.
4. Vorgehen bei Verdacht auf Rückenmarksverletzung
Bei Verdacht auf eine Rückenmarksverletzung ist besondere Vorsicht geboten.
Wenn Sie alleine sind:
- Atmung überwachen und sicherstellen, dass die Person gut atmet.
- Berühren und Bewegen des Verletzten möglichst vermeiden.
- Person warm halten (z. B. mit Decken).
- Dringend ärztliche Hilfe anfordern.
- Kopf und Körper der Person nicht drehen oder bewegen.
Wenn mehrere Helfer vorhanden sind:
- Den Verletzten nur in koordinierten Bewegungen umsetzen.
- Idealerweise mit mindestens 4 Personen oder fachkundigem Rettungspersonal arbeiten, um eine schonende Umlagerung durchzuführen.
5. Erste Hilfe bei Verbrennungen
Richtlinien:
- Schwere der Verbrennung und Zustand des Verletzten beurteilen; auf Blutungen prüfen.
- Metallgegenstände (Uhren, Ringe etc.) entfernen, sofern sie nicht festkleben.
- Kleidung, die mit Chemikalien durchnässt ist, entfernen.
- Wenn die Kleidung brennt: Flammen mit Decken ersticken (nie mit bloßen Händen).
- Stoffstücke, die an der Haut kleben, nicht gewaltsam abreißen; diese vorsichtig abschneiden oder belassen und ärztlich versorgen lassen.
- Brandblasen nicht öffnen oder aufstechen.
- Die verbrannte Stelle mit kühlem, fließendem Wasser kühlen (nicht eiskalt) — mindestens einige Minuten.
- Brandstelle mit einem sauberen, nicht fusselfreien Tuch abdecken.
- Den Verletzten mit Verbrennungen an den Gliedmaßen nicht laufen oder unnötig bewegen lassen.
- Bei großflächigen Verbrennungen den Verletzten in Rückenlage (face-up) lagern.
- Bei Verbrennungen im Gesicht oder Hals diese Teile leicht hochlagern, um die Atmung zu erleichtern.
- Keine Salben oder Hausmittel ohne vorheriges Kühlen und ärztliche Empfehlung auftragen; Wunde möglichst steril und verschlossen halten.
- Bei schweren Verbrennungen sofort ins Krankenhaus bringen bzw. Rettungsdienst rufen.
- Bei Verbrennungen am Auge: mit viel klarem Wasser spülen, einen Augenschutz/Patch anlegen und sofort fachärztliche Notversorgung veranlassen.
6. Verhalten bei Unfällen durch elektrischen Strom
Aktionen:
- Strom abschalten, bevor Sie den Verletzten berühren (Sicherung ausschalten, Stecker ziehen).
- Wenn Abschalten nicht möglich ist: mit elektrisch isolierenden Gegenständen (z. B. trockenem Holzstab, Seil) den Kontakt lösen und Abstand halten.
- Atmung und Kreislauf prüfen; bei Atemstillstand oder fehlendem Kreislauf sofort kardiopulmonale Reanimation (CPR) einleiten.
- Brandstellen abdecken.
- Beachten Sie, dass Verbrennungen durch elektrischen Strom oft klein, aber sehr tief sind und innere Schäden verursachen können.
- Verletzten ins Krankenhaus bringen, um mögliche innere Verletzungen durch den Stromfluss ärztlich beurteilen zu lassen.
Hinweis: Dieses Dokument fasst grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen zusammen. Es ersetzt nicht eine Ausbildung in Erster Hilfe oder ärztliche Behandlung. Bei Unsicherheit oder schweren Verletzungen immer den Rettungsdienst rufen.