Historische Entwicklungen: Bismarck, Industrialisierung und Imperialismus

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S. Bismarck: (1871-1890)

Nach der Reichsgründung

Nach der Vereinigung Deutschlands organisierte Bismarck die internationalen Beziehungen Europas, um Frankreich zu isolieren. Er entfaltete ein System von Allianzen, das auf Geheimdiplomatie (Deutschland und Österreich-Ungarn) basierte, was jedoch scheiterte.

Zweite Industrielle Revolution (ab 1870)

Technische und organisatorische Veränderungen

Die zweite industrielle Revolution brachte tiefgreifende technische und organisatorische Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich.

Fordismus

Henry Ford (Automobilhersteller) führte die Serienfertigung in großen Fabriken ein. Die Arbeitnehmer wurden in einzelnen, spezialisierten Phasen der Produktelaboration integriert.

Wissenschaftliche Betriebsführung (Taylorismus)

Frederick Taylor untersuchte, wie das Arbeitstempo durch das Entfernen unnötiger Bewegungen gesteigert werden konnte. Das Förderband ersetzte die bisherige Methode, bei der Händler die Produkte zu den Arbeitern brachten.

Trust

Fusion mehrerer Unternehmen desselben Typs zu einem einzigen Unternehmen.

Ursachen des Imperialismus

  • Politische und strategische Gründe: Steigerung der Größe und Macht der Länder.
  • Demografische Gründe: Schaffung von Gebieten, um Bevölkerungsüberschüsse aufzunehmen.
  • Wirtschaftliche Gründe: Steigerung der Produktion erforderte die Suche nach neuen Rohstoffen.
  • Ideologische Gründe: Glaube an die Überlegenheit der weißen Rasse und die zivilisatorische Mission gegenüber dem Rest der Welt.

Grant (Handelsvorteile)

Hierbei handelte es sich um kommerzielle Vorteile, die unabhängige Länder in Einflusszonen erhielten, insbesondere im Handel mit China, wo die Gebiete aufgeteilt wurden.

Erweiterung der kolonialen Imperien

Afrika

Um 1870 war Afrika den Europäern weitgehend unbekannt; sie besetzten lediglich Enklaven an den Küsten. Die großen Kolonialmächte strebten danach, zusammenhängende Imperien zu schaffen, was zu Konflikten führte.

Konfliktvermeidung: Berliner Konferenz (1884/85)

Auf der Konferenz wurde festgelegt, dass der Besitz eines Küstenstreifens das Recht auf das Hinterland begründete.

Asien

In Asien waren die Staaten oft besser organisiert. Es gab häufiger Konzessionen und die gemeinsame Nutzung von Gebieten (z. B. durch Großbritannien, Frankreich und Preußen/Deutschland).

Folgen des Kolonialismus

Für die indigenen Gesellschaften:

  • Politisch: Kommunen wurden beseitigt oder kamen unter fremde Kontrolle.
  • Demografisch: Die Mortalität ging dank ärztlicher Versorgung und Hygieneprogrammen zurück.
  • Wirtschaftlich: Die Indigenen wurden zur Arbeit zugunsten der Kolonialmächte gezwungen und ihnen wurde Land entrissen.
  • Sozial: Es entstand eine neue Gesellschaft, die durch Fremdbestimmung und Erniedrigung gekennzeichnet war.
  • Kulturell: Die Indigenen wurden von ihren traditionellen Werten verdrängt.

Für die Metropolen:

Kritische Überlegenheit gegenüber der Welt und internationale wirtschaftliche sowie politische Konfrontation.

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