Historische Wendepunkte: Von der Russischen Duma zur NS-Rassenpolitik
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Die russischen Dumas (1906–1917)
Die Arbeiter hofften, dass die Duma ihr Leben und ihre Arbeit verbessern würde.
Die Reformen waren jedoch sehr begrenzt und verminderten die Macht des Zaren nur geringfügig. Die Duma hatte eine sehr eingeschränkte Gesetzgebungsgewalt, da der Zar das Recht beanspruchte, jedes Gesetz mit einem Veto zu belegen.
Die vier Staatsdumas
- Die Erste Duma (1906): Bauern und Kadetten forderten ein echtes parlamentarisches System und die Übergabe von Land der Großgrundbesitzer an die Bauern. Der Zar befahl die Auflösung der Duma.
- Die Zweite Duma (1907): War radikaler, weshalb der Zar sie auflöste. Das Wahlsystem wurde geändert, um die Vertretung der Oligarchie zu stärken.
- Die Dritte Duma (1907–1912): War die konservativste Duma, die die gesamte Legislaturperiode absolvierte.
- Die Vierte Duma (1912–1917): War konservativ, aber kritisch gegenüber der zaristischen Politik im Ersten Weltkrieg.
Alle Erwartungen, die aus der Revolution von 1905 entstanden waren, wurden durch die autoritäre Haltung des Zaren frustriert.
Reformen der Provisorischen Regierung
- Erklärte eine Amnestie.
- Anerkannte bürgerliche Freiheiten und löste die zaristische Polizei auf.
- Versprach, das Land von Großgrundbesitzern an die Bauern zu übergeben.
- Bereitete Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung als Schritt in Richtung einer parlamentarischen Republik vor.
Die Regierung erkannte zudem die Unabhängigkeit Finnlands und Polens an.
Die Oktoberrevolution (1917)
Am 24. und 25. Oktober umzingelte die bolschewistische Rote Garde den Winterpalast. Es wurden Dekrete zur Etablierung eines sozialistischen Staates und der Sowjetregierung erlassen (Frieden und Land). Ziel war die Errichtung der Diktatur des Proletariats.
NS-Rassenpolitik und der Holocaust
Eine der Prioritäten des NS-Staates war der Ersatz der sozialen Klasseneinteilung durch die Einheit der Rasse und die rassische Überlegenheit. Dies beinhaltete die Eliminierung von Personen, die nicht dem arischen Stereotyp entsprachen. Zu diesem Zweck wurde auch ein Euthanasieprogramm ins Leben gerufen.
Die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in drei Phasen
Die größte Gruppe der Opfer war die jüdische Gemeinschaft. Hitlers Vorgehen gegen sie erfolgte in drei Phasen:
- Phase 1 (1933–1938): Es wurde Gesetzgebung erlassen, die ihre sozialen und politischen Rechte abschaffte und schrittweise ihr Eigentum plünderte. 1935 wurden die Nürnberger Gesetze erlassen (Ausschluss der Juden aus der deutschen Staatsbürgerschaft und Verbot von Mischehen).
- Phase 2 (Ab Ende 1938): Der Antisemitismus wurde immer heftiger. Dies war der Startschuss für die offene Verfolgung. Höhepunkt war die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, die Reichskristallnacht (oder „Nacht des zerbrochenen Glases“).
- Phase 3 (Ab 1942): Hitler befahl die „Endlösung“ (die totale Vernichtung der jüdischen Bevölkerung). Etwa 6 Millionen Juden wurden getötet.
Germanisierung und Genozid
Die Brutalität der deutschen Besatzung leitete sich aus der Ideologie der Reinigung der arischen Rasse und der Theorie des „Lebensraums“ ab.
In Osteuropa wurde das Programm der Umsiedlung der Slawen entwickelt.
Der Holocaust und die Vernichtungslager
Die schrecklichste Folge der NS-Rassenpolitik war der Holocaust: die Vernichtung von Juden, die in Konzentrationslager oder Ghettos deportiert wurden.
Nach der Wannsee-Konferenz im Jahr 1942 begann die geplante Massenvernichtung von Juden in den Vernichtungslagern. In nur zwei Jahren wurde mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung in Europa getötet. Zu den weiteren Opfern der NS-Politik zählten unter anderem Homosexuelle, Sinti und Roma (Zigeuner), Behinderte und politische Gegner.