Historischer Materialismus: Marx' Theorie des Wandels

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Grundlagen des Historischen Materialismus

Der Historische Materialismus argumentiert, dass die Erklärung des sozialen Wandels nicht im Willen der Menschen oder ihren Ideen liegt, sondern im Widerspruch zwischen dem Entwicklungsgrad der Produktivkräfte einer bestimmten Gesellschaft und den sozialen Produktionsverhältnissen.

Die Produktivkräfte umfassen alle Elemente, die zur Produktion beitragen, wie die Produktionsmittel und die Arbeitskraft. Um Güter herzustellen, sind soziale Produktionsverhältnisse notwendig. Marx unterscheidet innerhalb dieser sozialen Beziehungen zwischen zwei Arten von Positionen: Beziehungen der Zusammenarbeit und Beziehungen der Ausbeutung.

Während im Kommunismus keine Ausbeutung existiert, prägt sie im Kapitalismus das Verhältnis zwischen Kapitalisten und Proletariat. Diese sozialen Beziehungen bilden die Struktur der Gesellschaft. Auf dieser sozialen Struktur bauen die Gesetze sowie die politische und rechtliche Struktur auf, denen verschiedene Formen des Bewusstseins entsprechen.

Dynamik des sozialen Wandels

In Bezug auf den gesellschaftlichen Wandel und die Dynamik hinter sozialen Prozessen erklärte Marx, dass eine soziale Revolution entsteht, wenn ein Widerspruch zwischen der Entwicklung der Produktivkräfte und der Struktur der Produktionsverhältnisse auftritt. Für den Übergang von einer Gesellschaftsformation zur nächsten muss die alte Gesellschaft ausgeschöpft sein und bereits die Keime der neuen enthalten.

Historische Entwicklungsstufen

  • Primitiver Kommunismus: Existierte in frühen Gemeinschaften, bis die Entwicklung der Produktivkräfte zu einer Umstrukturierung der sozialen Produktionsverhältnisse und zur Entstehung von Privateigentum führte.
  • Sklavenhaltergesellschaft: Die erste Stufe der Ausbeutung (Herr-Sklave-Beziehung), in welcher der Eigentümer sowohl die Produktionsmittel als auch den Arbeiter besitzt.
  • Feudalismus: Die Herr-Knecht-Beziehung. Der Knecht nutzt bestimmte Produktionsmethoden, aber das Eigentum gehört dem Herrn. Der Herr erhält im Gegenzug einen Überschuss der Arbeit des Knechtes und bietet dafür Schutz.
  • Kapitalismus: Die Kapitalist-Proletarier-Beziehung. Das Proletariat besitzt lediglich seine eigene Arbeitskraft, während der Kapitalist Eigentümer der Produktionsmittel ist.

Kapitalismus und der Weg zum Kommunismus

Im Kapitalismus herrscht eine formale Freiheit: Das Proletariat ist frei zu entscheiden, ob es seine Arbeitskraft verkauft oder nicht – muss dies jedoch tun, um nicht zu verhungern. Marx schlussfolgert, dass dieser Kauf und Verkauf von Arbeit die Basis der Ausbeutung im kapitalistischen System darstellt.

Wenn die Entwicklung der Produktivkräfte in Widerspruch zu den sozialen Produktionsverhältnissen gerät, verschärft sich der Klassenkampf des Proletariats. Da das Proletariat keine Privilegien zu verteidigen hat, kann es die Endphase einleiten: den Kommunismus. Marx formulierte dies mit den Worten: "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!"

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