Historischer Materialismus und Marxsche Theorie erklärt
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Historischer Materialismus
Der historische Materialismus ist eine Theorie, die gesellschaftliche Entwicklungen und Stabilität durch sozioökonomische Bedingungen erklärt. Er besagt, dass das menschliche Bewusstsein nicht unabhängig existiert, sondern das Ergebnis der materiellen Lebensbedingungen ist.
Produktionsweisen in der Geschichte
Marx unterscheidet verschiedene Produktionsweisen, die den Lebensunterhalt einer Gesellschaft sichern:
- Asiatische Produktionsweise: Staatlicher Grundbesitz als Reichtumsquelle.
- Sklavenhaltergesellschaft: Antike (Griechenland/Rom) mit den Klassen Bürger und Sklaven.
- Feudalismus: Großgrundbesitzer und leibeigene Bauern.
- Kapitalismus: Entstanden aus Handel und Industrie; geprägt durch den Konflikt zwischen Bourgeoisie und Proletariat.
Basis und Überbau
Jede Gesellschaft besteht aus zwei Ebenen:
- Basis: Umfasst die Produktivkräfte (Technik, Ressourcen, Arbeitskraft) und die Produktionsverhältnisse (soziale Beziehungen der Arbeitsteilung).
- Überbau: Besteht aus Religion, Moral, Philosophie und Recht. Er ist von der ökonomischen Basis abhängig.
Der Klassenkampf gilt als der Motor der Geschichte. Widersprüche zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen führen zu sozialen Konflikten und gesellschaftlichem Wandel.
Die politische und ökonomische Theorie von Marx
Marx betrachtet Politik sowohl als Teil des Überbaus als auch als Instrument für revolutionäre Veränderungen.
Kernkonzepte der Marxschen Ökonomie
- Entfremdung: Die Versklavung des Menschen durch die Maschine und die kapitalistischen Produktionsverhältnisse.
- Gebrauchs- und Tauschwert: Waren besitzen einen Nutzwert und einen Marktwert. Die Arbeitskraft selbst wird im Kapitalismus zur Ware.
- Mehrwert: Der Profit des Kapitalisten entsteht durch die Ausbeutung der Arbeitskraft, da der Arbeiter weniger erhält, als er durch seine Arbeit an Wert schafft.
Krisen und das Ende des Kapitalismus
Der Kapitalismus ist ein unendlicher Prozess der Kapitalakkumulation, der jedoch zyklische Krisen erzeugt. Marx prognostiziert, dass das Proletariat durch das Bewusstsein seiner Ausbeutung die politische Macht ergreifen wird. Durch eine Revolution soll das Privateigentum an Produktionsmitteln abgeschafft werden, was langfristig zur klassenlosen Gesellschaft führen soll.