Höfische Literatur, Volksdichtung und frühe Lyrik

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Höfische Literatur und höfisches Leben

Die höfische Literatur: Das höfische Leben durchläuft eine tiefgreifende Veränderung seiner Gewohnheiten und Verfahren. Der Adel und das Hofleben passen sich an, um dem König und den großen literarischen Meistern gerecht zu werden. Das Renaissance-Ideal des perfekten Gentleman gewinnt an Bedeutung. Es entsteht eine enge Beziehung zwischen Literatur und höfischem Leben.

Die Hofdichtung und ihr Einfluss

Die Hofdichtung: Die Dichtung am Hof ist eine der bevorzugten Gattungen; Lieder werden gesammelt und in Anthologien zusammengetragen. Der Einfluss der provenzalischen Troubadoure führt zur Entwicklung der höfischen Liebesdichtung (poesía cortesana). Oft ist die durch die Liebe inspirierte Dichtung moralisch-didaktisch, behandelt gehobene Themen und verwendet einen feierlichen, sentenziösen Ton.

Einflüsse der italienischen Renaissance und des Humanismus

Mit der italienischen Renaissance klingen Anklänge an die großen Meister wie Dante, Petrarca und Boccaccio an. Der Einfluss der griechisch-römischen Kultur zeigt sich im Interesse an den Klassikern; zunächst erscheint hier ein eher formeller Humanismus.

Die großen Dichter des fünfzehnten Jahrhunderts

  • Der Marquis von Santillana: Ein tatkräftiger, edler Krieger mit breiter humanistischer Bildung. Er verfügte über eine umfangreich ausgestattete Bibliothek, in der sich der Geschmack für italienische Autoren und die Werke der klassischen Antike bemerkbar macht.
  • John Erz: (im Originaltext genannt) Lateinischer Sekretär des Königs Juan II., ein Humanist mit Liebe zur klassischen Kultur, der sich ganz dem literarischen Schaffen widmete.
  • Jorge Manrique: Er beteiligte sich aktiv an der Politik seiner Zeit und starb sehr jung in einer kriegerischen Auseinandersetzung, als er Teil der Truppen war, die die spätere Königin Isabella anführten, gegen Herzog Enrique IV.

Die traditionelle Volksdichtung

Die Volksdichtung präsentiert zwei traditionelle Strömungen: die Romance (die weit verbreitet ist und in der mündlichen Überlieferung blieb) und die populären Lieder, die von den gelehrten Dichtern oft verachtet wurden. Populäre Texte spiegeln das Leben des Volks wider – von den Edlen bis zu den einfachsten, oft Analphabeten Geborenen. Ihre Themen sind universell: Liebe, Einsamkeit und Tod. Diese Werke gehören zur traditionellen mündlichen Dichtung.

Die mozarabischen Jarchas

Die jarchas mozarabes: Sie sind die ersten lyrischen, romantischen Manifestationen auf der Iberischen Halbinsel. Es handelt sich um kurze, volkstümliche Gesänge (jarchas), die im mozarabischen Dialekt verfasst wurden. Ihre Überlieferung erfolgte oft mündlich oder durch hebräische bzw. arabische Dichter. Die meisten Jarchas haben das Thema der Liebe und sind häufig aus der Perspektive eines verliebten Mädchens vorgetragen.

Zusammenfassung

Insgesamt zeigt sich, dass die höfische Literatur und die Volksdichtung parallel existierten: die eine durch formale, humanistisch geprägte Einflüsse und die höfische Ideale, die andere durch mündliche Überlieferung und universelle Themen. Beide Strömungen prägen das literarische Bild der Zeit und ermöglichen vielfältige Ausdrucksformen von Liebe, Moral und Kultur.

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