Höhepunkt der Mittelalterlichen Katalanischen Literatur: 15. Jahrhundert und Ausias March

Eingeordnet in Musik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 4,51 KB

Höhepunkt der Mittelalterlichen Katalanischen Literatur: Das 15. Jahrhundert

Das 15. Jahrhundert markiert den Höhepunkt der mittelalterlichen katalanischen Literatur. In der Poesie fand die Eliminierung des Modells der Troubadour-Lyrik und die Konsolidierung der bereits auf Okzitanisch verfassten Werke statt, jedoch nicht auf Katalanisch. In der Prosa entwickelte sich der Ritterroman, der als Grundstein des modernen Romans gilt. Die Modernisierung der Literatur ist eng mit der Einführung der Kultur im Haushalt und der Zunahme der Leser dank der Verbreitung des Buchdrucks verbunden.

Die Poesie: Die Erneuerung durch Ausias March

Eine tiefgreifende Erneuerung der Dichtung tritt erst mit dem Auftreten von Ausias March ein. In seinen Gedichten bricht er mit der Tradition der Troubadoure und untersucht eingehend das Innerste und die Widersprüche des Ichs. Er versteht den Menschen als eine Einheit von Körper und Geist und sucht die Vollkommenheit, die nur durch die Liebe erreicht wird.

Entgegen dem vorherrschenden Glauben des Mittelalters argumentiert er, dass die Frau eine Seele besitzt und fähig ist, die Bestrebungen des Dichters zu verstehen und zu teilen. Sein Stil ist realistisch, voll von Vergleichen, Metaphern und starker Hyperbel, die den Schmerz ausdrücken, den das Gefühl der Liebe erzeugt.

Der Ritterroman: Tirant lo Blanc

Tirant lo Blanc wurde zwischen 1413 und 1415 in Gandia in der Familie des valencianischen Adels geboren. Er war ein großer Kenner des militärischen Lebens, was sich in der Ausarbeitung des Werkes widerspiegelt.

Literatur im Mittelalter (ca. 5. bis 15. Jahrhundert)

Das Mittelalter umfasst eine sehr breite historische Phase, vom 5. bis zum 15. Jahrhundert. In dieser Zeit konsolidieren sich die katalanischen Grafschaften, auch wenn sie sich von den französischen Monarchen lösen, ein Prozess, der zur Unabhängigkeit von französischer Macht führt.

Das Mittelalter bedeutet eine Zeit großer Religiosität. Die Religion war allgegenwärtig und wurde zur Inspirationsquelle der Kunst.

  • Gesellschaft: Strukturierte Klassen, die rechtlich ungleiche soziale Gruppen bildeten: Adel, Klerus und Bauern.
  • Sprache: Zeitpunkt der Entstehung und Entwicklung der romanischen Sprachen, einschließlich des Katalanischen.

Entwicklung des Katalanischen

  • 7. – 8. Jahrhundert: Erste Umwandlung des gesprochenen Vulgärlateins in Katalanisch.
  • 12. Jahrhundert: Erste ausschließlich auf Katalanisch verfasste Texte (z.B. Buch der Richter, Visigòtische Gesetzessammlung, Homilien von Organyà: Predigten).
  • 13. Jahrhundert: Die vulgäre Sprache erobert das Gebiet, das bis dahin dem Latein vorbehalten war.

Allgemeine Eigenschaften der mittelalterlichen Literatur

Die Literatur dieser Epoche weist folgende Merkmale auf:

  • Lyrik – Volkslieder: Dies sind Lieder, die das Volk bei Festen und Feiern sang oder die die täglichen Aktivitäten begleiteten (alles mündlich).
  • Mündliche Übertragung: Literatur wurde mündlich weitergegeben (da viele nicht lesen und schreiben konnten), entweder durch Lieder oder durch die Rezitation von Spielleuten. Dies erklärt, warum uns viele Werke nicht schriftlich überliefert sind.
  • Anonymität der Autoren: Mittelalterliche Autoren hinterließen keine klaren Beweise für ihre Rolle als Schöpfer, was erklärt, warum viele Werke anonym sind.
  • Didaktische Absicht: Sie diente dazu, Verhaltensweisen, christliche Werte oder die Folgen des Krieges zu lehren.

Literarische Gattungen

Poesie:

  • Volkslyrik
  • Troubadourlyrik (Hoflyrik)

Prosa:

  • Romane der Pferde (Artusromane): Unglaubliche Geschichten, exotische oder imaginäre Landschaften, ohne zeitlichen oder räumlichen Bezug, voller fantastischer Elemente (König Artus, Ritter der Tafelrunde, Romane über den Zauberer Merlyn, die Hexe Morgana).
  • Ritterromane (ab 14. Jahrhundert): Realistischerer Ansatz, keine fantastischen Elemente, bekannte zeitgenössische Geographie, plausible Herren, die die neue Form des bürgerlichen Lebens verstehen (z.B. Tirant lo Blanc).

Verwandte Einträge: