Humanismus und Renaissance: Merkmale, Kunst und Reform

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Der Humanismus: Eine neue Geisteshaltung

Der Humanismus ist eine Geisteshaltung, die im 15. Jahrhundert in Italien ihren Ursprung fand.

Wesentliche Merkmale des Humanismus

  • Der Mensch wird zum Mittelpunkt aller Dinge (Anthropozentrismus) – das menschliche Sein erlangt höchste Wichtigkeit.
  • Inspiration durch die griechisch-lateinische Kultur: Die Antike wird als Vorbild für eine Wiedergeburt (Renaissance) genutzt, einschließlich der Verwendung der Mythologie.
  • Ein ausgeprägtes Interesse an Wissenschaft und Technologie.
  • Die Verwendung von Volkssprachen wie Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch anstelle von reinem Latein.

Die Erfindung des Buchdrucks

Im 15. Jahrhundert ermöglichte die Erfindung der Druckerpresse durch Johannes Gutenberg die weite Verbreitung humanistischer Ideen. Bevor Gutenberg den Druck revolutionierte, mussten Mönche Bücher mühsam von Hand schreiben. Der Buchdruck ermöglichte die Produktion zahlreicher Kopien und veränderte die Welt der Bücher bis heute grundlegend.

Religiöse Reform und das Luthertum

In der Gesellschaft herrschte Unbehagen über die Korruption innerhalb der Kirche. Erasmus von Rotterdam formulierte diesbezüglich seine schriftliche Kritik. Martin Luther schlug daraufhin einen neuen Weg zum Verständnis der Religion vor:

  • Erlösung allein durch den Glauben.
  • Das allgemeine Priestertum.
  • Die freie Interpretation der Bibel.

Strömungen des Protestantismus

  • Calvinismus: Eine radikalere Form, die besagt, dass Menschen bereits für das Heil prädestiniert sind.
  • Anglikanismus: Beinhaltet ebenfalls die Rechtfertigung und das Heil durch den Glauben.

Höfisches Leben und Mäzenatentum

Das Umfeld der Höfe und Gönner prägte die Zeit:

  • Höflinge: Sie waren ursprünglich Krieger, entwickelten sich jedoch zu gebildeten, verfeinerten Persönlichkeiten, die Griechisch und Latein beherrschten, schrieben sowie Kenntnisse in Musik und Poesie besaßen.
  • Mäzene (Patrons): Mächtige und wohlhabende Personen, die Künstler schützten und deren Werke finanzierten.

Ein neues Kunstverständnis

Die Kunst dieser Epoche suchte nach neuen Ausdrucksformen:

  • Wiederbelebung der griechisch-lateinischen Kultur mit weltlichen, von der Mythologie inspirierten Themen.
  • Der Mensch als Schönheitsideal (menschliche Anatomie) und Porträtdarstellungen in natürlicher Umgebung.
  • Anwendung der Perspektive, um räumliche Tiefe und Distanz auf der Leinwand zu erzeugen.

Das Quattrocento

  • Verwendung einfacher, klar strukturierter Räume.
  • Einsatz von Rundbögen und Giebeln.
  • Besonderes Interesse an der Darstellung des menschlichen Körpers.
  • Konsequente Nutzung der Perspektive.

Das Cinquecento

  • Verstärkter Ausdruck von Gefühlen und Emotionen.
  • Herausragende Werke:
    • Die Basilika St. Peter im Vatikan (Michelangelo)
    • Die Skulptur des David (Michelangelo)
    • La Gioconda / Mona Lisa (Leonardo da Vinci)
    • Madonnen-Darstellungen (Raffael)

Erasmus von Rotterdam

Desiderius Erasmus von Rotterdam war der bedeutendste Humanist der Renaissance sowie ein eleganter und scharfsinniger Schriftsteller seiner Zeit. Aus seiner Lehre entstand die Bewegung des Erasmismus, die das Ziel verfolgte, eine wahrhaft humanistische Gesellschaft zu erreichen.

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