Humanismus: Ursprung, Philosophie und Bernat Metge
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Der Humanismus: Ein Wandel des Denkens
Der Humanismus markiert den Wandel der mittelalterlichen Mentalität. Er entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts und prägte ganz Europa während des 16. Jahrhunderts: Der Mensch wird von theokratischen Zwängen befreit und zum Zentrum aller Dinge. Der mittelalterliche Dogmatismus wurde verlassen, da nun alles hinterfragt und diskutiert wurde. Die Vernunft ist die einzige Quelle des Wissens und fördert die Bildung in der griechisch-lateinischen Kultur.
Philosophische und ästhetische Grundlagen
Philosophisch greift der Humanismus Thesen des Epikureismus auf, wie etwa das Streben nach Wissen, das zu Freude führt, die Vermeidung von Angst oder die Leugnung der Unsterblichkeit der Seele. Ästhetisch ist er durch die Verschmelzung von Realem und Fantastischem sowie die Kombination von wörtlichen und metaphorischen Bedeutungen gekennzeichnet. Besonders gepflegt wurden das briefliche Genre und der philosophische Dialog.
Verbreitung in Italien und der Krone von Aragon
Der Humanismus entstand in Italien und gelangte sehr früh in die Krone von Aragon, gefördert durch die königliche Kanzlei (Übersetzungen der Klassiker). Literarische und politische Kontakte zu italienischen Humanisten wurden während der Regierungszeit von Peter von Aragon, Johann I. dem Jäger und im Königreich Neapel unter Alfons dem Großmütigen geknüpft, ebenso wie durch den päpstlichen Hof in Avignon.
Bernat Metge (1340/46–1413)
Bernat Metge ist der katalanische Schriftsteller, der den humanistischen Geist des 14. Jahrhunderts am besten repräsentiert, geprägt durch eine kritische und skeptische Haltung. Sein Meisterwerk ist Lo Somni (Der Traum, 1399), in dem der Arzt, Sekretär von König Johann, den philosophischen Dialog im Stile Ciceros nutzt, um über die Unsterblichkeit der Seele zu diskutieren und Korruptionsvorwürfe abzuwehren, aufgrund derer er inhaftiert war. Metge erhielt die Begnadigung von König Johann dem Jäger und wurde als Sekretär rehabilitiert, wahrscheinlich dank der Fürsprache von Maria de Luna, der Frau des Königs, die das Buch Lo Somni lobte.
Struktur von Lo Somni
Lo Somni ist in vier Bücher unterteilt:
- Erstes Buch: Ein Gespräch zwischen König Johann und dem Arzt über die Unsterblichkeit der Seele.
- Zweites Buch: Johann beantwortet Fragen über die Ursache seines Todes und sein Schicksal im Fegefeuer. Er erklärt, wer die beiden Begleiter des Arztes sind: Orpheus und Tiresias (mythologische Figuren).
- Drittes Buch: Tiresias greift die Frauen an.
- Viertes Buch: Der Arzt Bernard reagiert auf Tiresias und kritisiert die Männer.
Schließlich wacht der Arzt auf – es war alles nur ein Traum. Die Prosa zeichnet sich durch Präzision, Strenge, Klarheit und die Einbeziehung lateinischer Ressourcen aus, einschließlich eines Glossars und der Platzierung lateinischer Verben am Satzende (Hyperbaton).