Hume vs. Descartes: Empirismus und Rationalismus im Vergleich
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Die Erkenntnistheorie: Hume und Descartes im Vergleich
Die empirische Erfahrung nach Hume zeigt, dass Kausalität nicht direkt beobachtbar ist. Das Beispiel der Billardkugeln verdeutlicht, dass man keine notwendige Verbindung zwischen aufeinanderfolgenden Ereignissen im Hinblick auf Ursache und Wirkung feststellen kann. Die Kausalität ist ein unbegründetes Produkt unseres Geistes, geleitet durch die Gewohnheit.
Beide Philosophen zweifeln an allem und haben Methoden skizziert, um die absolute Wahrheit zu finden. Hume stützt sich auf die Sinneswahrnehmung und die Induktion, während Descartes einen logisch-deduktiven Prozess verfolgt, der Fakten aus allgemeinen Gesetzen ableitet.
Empirismus vs. Rationalismus
Der Empirismus konzentriert sich auf Wissen, das aus der Erfahrung stammt. Wichtige Vertreter waren John Locke, J. Berkeley und David Hume. Der Rationalismus hingegen betont die Vernunft; zu seinen Vertretern zählen Descartes, Leibniz, Spinoza und Malebranche.
Humes Wahrnehmungstheorie
Hume unterscheidet zwei Arten der Wahrnehmung:
- Eindrücke (Impressionen): Unmittelbare Daten der sinnlichen Erfahrung.
- Ideen: Schwache Kopien, die nach einer sinnlichen Erfahrung im Geist verbleiben.
Zudem unterscheidet er zwischen einfachen (unteilbaren) und komplexen (teilbaren) Wahrnehmungen. Er übt Kritik an der Metaphysik und bestreitet die Existenz der Idee der „Substanz“, da diese keiner sinnlichen Erfahrung entspricht.
Methodische Unterschiede
- Wissenschaftliches Vorbild: Für Descartes war dies die Geometrie, für Hume die Newtonsche Physik.
- Methode: Descartes nutzte die hypothetisch-deduktive Methode (vom Allgemeinen zum Besonderen), Hume die induktive Methode (vom Besonderen zum Allgemeinen).
- Angeborene Ideen: Descartes glaubte an angeborene Ideen. Hume verneinte dies; für ihn ist der menschliche Geist bei der Geburt ein „leeres Buch“ (Tabula rasa), das durch Erfahrung beschrieben wird.
Kriterien der Wahrheit
Für Descartes war das Kriterium der Wahrheit der Beweis: Etwas existiert, wenn die Vernunft es als klar und deutlich erkennt. Für Hume war es das Korrespondenzprinzip: Etwas existiert nur, wenn es einer sinnlichen Erfahrung entspricht. Humes Ansatz führt konsequent zu Skepsis und Phänomenalismus.
Zweifel als Ausgangspunkt
- Descartes: Zweifelt an Sinnesempfindungen, da diese täuschen können (z. B. in Träumen).
- Hume: Hinterfragt die Logik, da man durch sie allein keine Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge vorhersagen kann, die nur durch Beobachtung wahrnehmbar sind.