Hume vs. Descartes: Rationalismus und Empirismus im Vergleich

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Gemeinsamkeiten zwischen Hume und Descartes

Hume verwirft herkömmliche Dogmen und teilt dennoch grundlegende Ansätze mit Descartes:

  • 1) Hume ist ein Gelehrter und teilt mit Descartes das Ideal und die Anstrengung einer autonomen Vernunft, das heißt, einen Grund, der von jeglicher Autorität befreit ist und als einziger Führer in der Erkenntnis der Wirklichkeit, in der moralischen Sphäre sowie in den Theorien der Gesellschaft dient.
  • 2) Sowohl der Rationalismus von Descartes als auch Humes Empirismus teilen die Besorgnis über das Problem der Erkenntnis: Vernunft, Art, Umfang und Grenzen. Sie machen das Subjekt des Wissens zum Mittelpunkt ihrer Philosophie.
  • 3) Das Auftreten beider Denker steht in enger Verbindung mit der modernen Wissenschaft. Hume wendet die Methode von Newtons Physik auf das Studium der menschlichen Natur an. Sein größtes Bestreben war es, wie er sich ausdrückte, der „Newton der Geisteswissenschaften“ zu werden.

Unterschiede zwischen Rationalismus und Empirismus

  1. Der Ursprung des Wissens: Rationalismus und Empirismus definieren sich durch unterschiedliche Wege zum Verständnis der Frage nach dem Ursprung des Wissens. Der Empirismus hält fest, dass all unser Wissen letztlich von sensorischen Erfahrungen stammt, während der Rationalismus davon ausgeht, dass der Geist über angeborene Ideen und Prinzipien verfügt, die nicht aus der Erfahrung erworben wurden. Für den Empirismus gilt: „Die Vernunft bewegt sich innerhalb der engen Grenzen der Erfahrung.“
  2. Wissenschaftsideal und Methodik: Während der Rationalismus die Mathematik als ideale, archetypische Wissenschaft ansah und die deduktive Methode wählte, ist der Empirismus in Richtung der positiven und experimentellen Wissenschaften orientiert. Sein Ausgangspunkt ist die empirische Beobachtung der Tatsachen, und die angewandte Methode ist die Induktion: Wissenschaftliche Gesetze sind die Verallgemeinerung vieler empirisch beobachteter Fälle.
  3. Erkenntniswert und Grenzen: Während der Rationalismus der rationalen Erkenntnis einen absoluten und objektiven Wert zuschreibt, der in der Lage ist, über Erfahrungen hinauszugehen, neigt der Empirismus zum Phänomenalismus und Skeptizismus. Er bekräftigt die Unfähigkeit der Vernunft, die Grenzen der Erfahrung zu überwinden.
  4. Praktische Philosophie und Aufklärung: Es ist wichtig, das Anliegen des englischen Empirismus in der Philosophie der Praxis (Politik, Moral und Religion) zur Kenntnis zu nehmen. In diesem Zusammenhang teilen Locke und Hume die Ideale der Aufklärung, die in dem Versuch zusammengefasst werden können, die Basis der Vernunft in politischen, moralischen und religiösen Fragen zu beleuchten.

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