Hypothekenkrise 2008: Ursachen und Folgen

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Die Hypothekenkrise von 2008: Ursachen und Folgen

Vorgeschichte und Entstehung der Krise

Die Hypothekenkrise, die 2008 ihren Höhepunkt erreichte, hatte ihren Ursprung in den späten 1990er Jahren. Ein wichtiger Faktor war der Community Reinvestment Act von 1977, der Banken dazu anhielt, Kredite auch an einkommensschwache Kreditnehmer zu vergeben. Infolgedessen begannen Banken, verstärkt sogenannte Subprime-Hypotheken anzubieten. Diese richteten sich an Kreditnehmer mit geringer Bonität und waren mit höheren Zinsen und Risiken verbunden.

Zwischen 2001 und 2006 erlebte der US-Immobilienmarkt einen starken Aufschwung. Die Nachfrage nach Wohnraum stieg, und die Immobilienpreise kletterten in die Höhe. Dies wurde durch niedrige Zinsen und eine expansive Geldpolitik der Zentralbanken begünstigt. Investmentbanken bündelten Hypothekenkredite zu komplexen Finanzprodukten, den sogenannten Mortgage-Backed Securities (MBS), und verkauften diese an Investoren weltweit. Ratingagenturen bewerteten diese Papiere oft mit Bestnoten, obwohl sie erhebliche Risiken enthielten.

Phase der Liquiditätskrise

Ab 2007 begannen die Immobilienpreise in den USA zu sinken. Viele Kreditnehmer konnten ihre Hypothekenzahlungen nicht mehr leisten, und die Zahl der Zwangsvollstreckungen stieg stark an. Dies führte zu erheblichen Verlusten bei den Banken und löste eine Liquiditätskrise aus. Die Banken misstrauten einander und vergaben kaum noch Kredite untereinander. Die Zentralbanken weltweit mussten mit massiven Liquiditätsspritzen eingreifen, um einen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern.

Auswirkungen auf die Realwirtschaft

  • Steigende Zinsen
  • Rückgang der Wirtschaftstätigkeit
  • Anstieg der Arbeitslosigkeit, insbesondere in der Bauindustrie
  • Verdopplung der Rohstoffpreise zwischen Mitte 2007 und Mitte 2008

Der Zusammenbruch von Lehman Brothers und die Eskalation der Krise

Am 15. September 2008 meldete die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Die US-Regierung entschied sich gegen eine Rettung der Bank, was zu einem weltweiten Schock an den Finanzmärkten führte. Der Zusammenbruch von Lehman Brothers löste eine Kettenreaktion aus und verschärfte die Krise dramatisch. Die Banken mussten ihre Vermögenswerte in großem Umfang liquidieren, um ihre Schulden zu begleichen. Dies führte zu einem weiteren Verfall der Preise und einer Verknappung der Kreditvergabe.

Folgen des Zusammenbruchs

  • Panik an den Finanzmärkten
  • Stopp der Kreditvergabe zwischen Banken
  • Gefahr einer sekundären Kontraktion
  • Notwendigkeit der Banken, Vermögenswerte zu liquidieren
  • Überlastung des Wirtschaftssystems

Die Hypothekenkrise von 2008 hatte verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Sie führte zu einer tiefen Rezession, einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und einer massiven Verschuldung der Staaten. Die Krise offenbarte die Schwachstellen des globalen Finanzsystems und führte zu einer Reihe von Reformen, die darauf abzielen, die Stabilität des Finanzsektors zu erhöhen.

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