Hypovolämischer Schock, Peritonitis und Bauchtrauma: Medizinische Grundlagen
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Hypovolämischer Schock: Definition und Symptome
Ein hypovolämischer Schock ist ein klinischer Zustand, der durch eine schlechte periphere Durchblutung und einen Kreislaufverlust von Füllvolumen (Blut oder Flüssigkeit) gekennzeichnet ist.
Klinische Symptome
- Haut: Blass, kalt und klamm.
- Zentrales Nervensystem: Angstzustände und Unruhe.
- Herz: Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie).
- Atmung: Zunächst schnelle Atmung (Tachypnoe), die später langsamer und oberflächlicher wird, bis hin zum endgültigen Atemstillstand.
Klassifikation der Bauchorgane
Die Bauchorgane werden typischerweise nach ihrer Struktur klassifiziert:
- Hohlorgane: Darm, Magen und Gallenblase.
- Solide Organe: Milz, Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren.
- Vaskuläre Strukturen: Aorta und Vena Cava.
Peritonitis: Definition und Ursachen
Peritonitis ist eine akute oder chronische Entzündung des Bauchfells (Peritoneum), der serösen Auskleidung des Bauchraums und der darin enthaltenen Eingeweide. Diese Entzündung kann lokalisiert oder generalisiert sein.
Ätiologie (Ursachen)
Die Ursachen können bakteriell oder nicht-infektiös sein, beispielsweise:
- Stumpfes Trauma des Abdomens.
- Ruptur eines Hohlorgans.
- Einwirkung von Magensaft, Gallensalzen oder anderen nicht-infektiösen Substanzen.
Mögliche Komplikationen der Peritonitis
- Hypovolämie und Schock: Sequestrierung von Flüssigkeit und Elektrolyten, was zu einer Abnahme des zentralen Venendrucks, Elektrolytstörungen und Hypovolämie führt. Dies kann Schock oder Nierenversagen verursachen.
- Abszessbildung: Peritonealabszess, zum Beispiel subhepatisch (direkt unterhalb der Leber).
- Sepsis: Systemische Infektion (Blutvergiftung).
Die Neun Anatomischen Regionen des Abdomens
Das Abdomen wird in neun anatomische Regionen unterteilt:
- Rechtes Hypochondrium (Rechter Oberbauch): Rechter Leberlappen, Gallenblase, oberer Pol der rechten Niere, rechte Kolonflexur, Nebenniere.
- Epigastrium (Oberbauch): Teil des linken Leberlappens, Pylorus des Magens, Colon transversum.
- Linkes Hypochondrium (Linker Oberbauch): Milz, Pankreasschwanz, oberer Pol der linken Niere, linke Kolonflexur.
- Rechte Flankenregion (Lumbalregion rechts): Colon ascendens, Teile des Duodenums und Jejunums.
- Mesogastrium (Nabelgegend): Omentum, Mesenterium, Jejunum, Ileum und der Nabel.
- Linke Flankenregion (Lumbalregion links): Colon descendens.
- Rechte Fossa iliaca (Rechte Leistengegend): Blinddarm (Zökum), Appendix, Eierstock (bei Frauen), Samenstrang (bei Männern).
- Hypogastrium (Suprapubische Region): Harnblase, Uterus (Gebärmutter).
- Linke Fossa iliaca (Linke Leistengegend): Colon sigmoideum (Sigma), linker Eierstock.
Klassifikation und Merkmale des Bauchtraumas
Bauchtraumata werden wie folgt eingestuft:
- Stumpfes Bauchtrauma (Geschlossen): Kann schwere innere Schäden verursachen, die präklinisch oft schwer zu diagnostizieren sind. Eine schnelle Stabilisierung und der Transfer ins Krankenhaus sind essenziell.
- Offenes Bauchtrauma (Penetrierend): Kann durch Verletzungsmechanismen verursacht werden, die zu zwei Hauptsituationen führen:
- Blutende Läsionen der Baucheingeweide.
- Darmperforation mit Austritt des Inhalts in die sterile Umgebung des Peritoneums.
- Genitaltrauma: Hierbei sollte die Existenz von Läsionen und das Vorhandensein von Anzeichen einer Harnröhrenschädigung (urethral) bewertet werden, wie Blut im Harnröhrenausgang und Skrotalhämatome.
Schuss- vs. Stichwunden: Risiko der Organverletzung
Warum ist die Wahrscheinlichkeit einer Organverletzung bei Schuss- oder Stichwunden unterschiedlich?
Schusswunden sind Hochenergieverletzungen im Vergleich zu Stichwunden und sind oft schädlicher als letztere. Schussverletzungen, die das Bauchfell penetrieren, verursachen in mehr als 90 Prozent der Fälle erhebliche Schäden an intraabdominellen Strukturen. [7]